Gewerbeverein: Mut zur Lücke - auch eine Nulllohnrunde ist zumutbar!

Wien (OTS) - Der WIFO-Argumentation folgend, schlägt der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) in der derzeitigen Konjunkturkonstellation eine generelle Nulllohnrunde vor. Natürlich wird sofort wieder das Argument einer Umverteilung zugunsten der Arbeitgeber fallen. Seriöserweise sollten aber folgende Faktoren abgewogen werden:

- Dem OECD-Wirtschaftsbericht über Österreich folgend, haben die heimischen Bildungsinvestitionen noch nicht jenen technologischen Fortschritt gebracht, der zur Aufrechterhaltung einer Hochlohnwirtschaft erforderlich ist.

- Österreichs Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren stets Kollektivvertragsabschlüsse verdauen müssen, die weit über dem Produktivitätswachstum lagen.

  • Eine Inflationsrate von etwa einem halben Prozent ist bei einer Unschärfe dieser Messung von etwa einem Prozent keine Inflation mehr
  • möglicherweise befinden wir uns bereits im Deflationsbereich.

- Der langsame Konjunkturaufschwung ist ein "zartes Pflänzchen", aber mit sehr großer Signalwirkung. Man sollte dieses nicht mutwillig wegen ein paar Schilling (mehr bringt die Mini-Inflation nicht) zertreten.

- Die Steuerreform bringt fast jedem Österreicher einen höheren Zuwachs an verfügbarem Einkommen, als jede den Wirtschaftsdaten angepaßte Lohnerhöhung es könnte. Unterm Strich bleibt eine satte Nettoerhöhung, die zwar nur einen geringen Anteil der Ausschüttung von bisher einbehaltenen Progressionsgewinnen durch den Finanzminister darstellt.

- Der Steuerreform 2000, die zwar alles Glück im Konsum, aber keines in der Zukunftsinvestition sieht, würde mit einer Nulllohnrunde eine - wenngleich - kleine Kursreduktion in die richtige Richtung verpaßt werden.

Natürlich ist das alles in Vorwahlzeiten nicht angenehm zu transportieren - aber auch ein Schröder-Blair-Papier sagt ja so manche Wahrheiten, die früher Sozialdemokraten nicht einmal anzudenken wagten.

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