Auch bei pflanzlichen Arzneimitteln ist Vorsicht geboten

Beratung durch den Apotheker auch bei Kräuter und bei Phytopharmaka unerläßlich

Wien (OTS) - Das Image pflanzlicher Arzneimittel (Phytopharmaka) ist durchwegs positiv. Das führt leider auch zu einer oftmals unkritischen Anwendung. Wer die drei häufigsten Irrtümer über pflanzliche Arzneimittel kennt, kann jedoch sicher sein, daß ihm die Medizin aus der Natur nicht schadet.

Erster Irrtum: Pflanzliche Arzneimittel kann jeder nehmen. Falsch, denn wer z.B. ein Magengeschwür hat, für den sind Magentees mit Bitterstoffen tabu. Zum Ausschwemmen von Wassereinlagerungen im Gewebe, sog. Ödemen, sind wassertreibende Arzneipflanzen völlig ungeeignet. Hier bedarf es rezeptpflichtiger Medikamente, sog. Diuretika.

Zweiter Irrtum: Pflanzliche Arzneimittel eignen sich gut zur Daueranwendung. Falsch: Schon der Pfefferminztee ist ein gutes Gegenbeispiel. Er kann bei Dauergabe den Magenschließmuskel erschlaffen lassen, was zu Sodbrennen führt. Wacholderbeeren können die Nieren schädigen, wenn sie über längere Zeit in hohen Dosen genommen werden. Grundsätzlich gilt: Bei längerer Anwendung von Medikamenten, auch von pflanzlichen, immer wieder beim Apotheker nachfragen.

Dritter Irrtum: Pflanzliche Arzneimittel sind ideal für Schwangere. Falsch: Gegenbeispiele gibt es viele. So kann Aloe, das gegen Verstopfung eingesetzt wird, den Blutfluß im Becken erhöhen und so eine Frühgeburt auslösen. Aloe ist etwa auch im beliebten Schwedenbitter enthalten. In der Schwangerschaft sollten daher Arzneimittel nie, auch nicht pflanzliche, angewendet werden, ohne vorher mit dem Apotheker und Arzt Rücksprache gehalten zu haben.

Selbstgepflückte Kräuter, oder solche, die bei Einkaufsfahrten ins Ausland oder über das Internet erstanden werden, bergen die Gefahr mangelnder Qualität. In Apotheken dürfen hingegen nur Heilkräuter (Tees) abgegeben werden, die die strengen Tests des Arzneibuches bestanden haben.

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