Offener Brief

Wien (OTS) - Sehr geehrter Herr Dr. Rasinger, lieber Freund!

Wie ich einer heute erschienen Tageszeitung entnehme, sprichst Du Dich gegen meine Forderung nach Ausweitung der Selbstmedikation aus. Würdest Du das offen als Vertreter der Ärzte machen, die hier um Krankenscheine und Einkommen fürchten, wäre das akzeptabel. Doch Du mißbrauchst für solche Schutzaktion zu Gunsten der Ärzte Deine Position als Gesundheitssprecher der ÖVP!

Der Vorsitzende des parlamentarischen Gesundheitsausschusses, unser Parteifreund Dr. Leiner, hat sich am 15.2.1999 für die Ausweitung der Selbstmedikation ausgesprochen. Zu Deiner Erinnerung APA-OTS 0105 vom 15.2.1999:

"Leiner fordert mehr Möglichkeiten zur Selbstmedikation in Österreich Utl.: 3,5 Milliarden Einsparung für Kassen - mehr Komfort für Patienten Mehr als 17 Milliarden Schilling (minus Selbstbehalt durch Rezeptgebühr) wenden die österreichischen Krankenkassen im Jahr für Medikamente auf. Es gehe nicht darum bei einzelnen Medikamenten durch restriktive Maßnahmen der Kassen zu sparen. Er unterstütze vielmehr den Vorstoß von AK-Dirnberger, den Anteil der rezeptfreien Medikamente auf europäisches Niveau anzuheben, erklärte heute, Montag, der Fraktionsführer im Gesundheitsausschuß ÖVP-Abg. z. NR Prim. Dr. Günther LEINER zu der aktuellen Diskussion um die drohenden Defizite der Krankenkassen und Einsparungstendenzen bei "teuren" Medikamenten. Der europäische Trend, so LEINER, gehe immer mehr zum mündigen Konsumenten von Gesundheitsleistungen, auch im Bereich der Medikamente. Nur mehr etwa 50 Prozent der Medikamente in der EU seien rezeptpflichtig, in Österreich immerhin noch 82 Prozent."

Es ist also keinesfalls so, wie Du es erscheinen läßt, daß die ÖVP gegen mehr Selbstmedikation wäre. Ganz im Gegenteil! So hat der ÖAAB auf seinem Bundestag am 27.2.1999 eine Ausweitung der Selbstmedikation gefordert. Und auf Antrag des ÖAAB tritt auch die Bundes-Arbeitskammer dafür ein.

Besonders verwundert es mich bei sonstiger Kenntnis Deiner Person, daß Du Dich mit den Freiheitlichen in ein Bett legst. Aber offenbar verlierst Du alle Hemmungen, wenn es um die Verteidigung von Pfründen der Ärzte geht.

Mir geht es bei der Ausweitung der Selbstmedikation bei leichten Befindlichkeitsstörungen um Zeit- und damit auch Kostenersparnis für viele Patienten und Einsparungen für die Krankenkassen sowie Zeitgewinn für Ärzte bei der Behandlung ihrer Patienten. Dagegen kann doch eigentlich auch ein Gesundheitspolitiker, wie das Beispiel Dr. Leiners zeigt, nicht sein!

Alfred Dirnberger

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