Maderthaner: Nur gesunde Betriebe schaffen auf Dauer neue Jobs

Zur Absicherung des Beschäftigungsrekordes drängt der Wirt- schaftskammerpräsident auf eine weitere Entlastung der Firmen

pwk - "Ich freue mich, dass die Arbeitslosigkeit im Juli gegenüber dem Vorjahr um fast 10 Prozent deutlich zurückgegangen ist und ein neuer Beschäftigtenrekord von über 3,2 Millionen Arbeitsplätzen erreicht werden konnte. Das zeigt, dass die österreichische Wirtschaft sich im internationalen Wettbewerb trotz verschärfter Konkurrenz durchsetzt", kommentiert der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Leopold Maderthaner, die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. ****

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit in allen Branchen zeige, dass die Wirtschaft trotz schlechter Preise alle Auftragsmöglichkeiten wahrnimmt und damit auf dem richtigen Weg ist, erklärte Maderthaner. Es gebe aber noch immer Schwachstellen zu beseitigen, wenn das hohe Beschäftigungsniveau dauerhaft gesichert werden solle.

Maderthaner: "Die heimischen Betriebe werden nur dann neue sichere Arbeitsplätze anbieten können, wenn man ihnen durch konkrete Maßnahmen hilft, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Nur eine gesunde Wirtschaft schafft Dauer-Arbeitsplätze."

Handlungsbedarf in der nächsten Legislaturperiode ortet der Präsident der Wirtschaftskammer etwa bei Wissenschaft und Forschung:
"Die Forschungsausgaben der öffentlichen Hand müssen deutlich steigen. Hier wurde mehr angekündigt als umgesetzt." Maderthaner verlangt aber auch eine weitere Beschleunigung der Anlagengenehmigungen in den kommenden Monaten: "Hier liegen Investitionen in Milliardenhöhe brach, die bis zu 15.000 Jobs schaffen könnten." Und eine Senkung der Lohnnebenkosten ist dringend notwendig, um die Arbeitskosten zu verringern. Nicht zuletzt geht Maderthaner auch davon aus, dass die Strom- und Telekommunikationkosten auch für die kleinen Betriebe gesenkt werden. Um das gute Arbeitsplatzangebot halten zu können, müssen auch zusätzliche Belastungen wie etwa die Angleichung der Arbeiter an die Angestellten auf Kosten der Wirtschaft vermieden werden: "Nach den Vorstellungen des ÖGB sollen ausschließlich die Betriebe für die Kosten aufkommen. Das akzeptiere ich nicht. Ich verlange auch Fairness für die Betriebe im Interesse der Arbeitsplatzsicherheit."

Bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit verlangt Maderthaner aber auch eine Weiterführung des Kampfes gegen den Sozialmissbrauch: "Ende Juli 1999 waren mit 34.028 offenen Stellen um 32 Prozent mehr freie Jobs gemeldet als vor einem Jahr. Würde man diese freien Arbeitsplätze alle besetzen können, dann hätten wir im Idealfall unter 150.000 Arbeitslose. Das heißt, Umschulung und Vermittlung durch das AMS sind noch zu verbessern. Es ist aber auch im Interesse der großen Mehrheit der Ehrlichen und Pflichtorientierten, einen Missbrauch der Arbeitslosenunterstützung durch eine Minderheit besser zu unterbinden." Ebenso wie VP-Klubchef Andreas Khol kann sich Maderthaner eine Verschärfung der Sanktionspraxis vorstellen: "Wer nicht arbeiten mag, soll als arbeitsunwillig erklärt werden". Weiters spricht sich Madertahner für eine verpflichtende Annahme von gemeinnützigen Tätigkeiten in Gemeinden durch Langzeitarbeitslose aus; deren Einsatz könnte im allgemeinen Interesse in den Bereichen Umweltschutz, Denkmalpflege oder soziale Dienstleistungen erfolgen.

(Schluß) RH

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