BMAGS: Sonnenfinsternis 1999: Schützen Sie unbedingt Ihre Augen!-

Tips damit die Sonnenfinsternis nichts ins Auge geht

Wien, 4. August 1999 (BMAGS).- Am 11. August ist in weiten
Teilen Österreich das großartige Naturschauspiel einer totalen Sonnenfinsternis zu bewundern. Bei aller Begeisterung über dieses Jahrhundertereignis muß aber unbedingt ein ausreichender Schutz der Augen beachtet werden. Das Gesundheitsministerium warnt ausdrücklich davor, ohne geeigneten Augenschutz in die teilweise verdeckte Sonne zu blicken. Die längere ungeschützte Betrachtung der teilweise verdeckten Sonne kann zu bleibenden Augenschäden führen. Das BMAGS empfiehlt daher für den direkten Blick in die Sonne spezielle, extra für die Sonnenfinsternis geeignete Schutzbrillen, die im Handel angeboten werden.*****

Die speziellen Sonnenfinsternisbrillen (meist Pappbrillen mit
einer besonderen Schutzfolie) müssen mit der CE - Kennzeichnung entsprechend der Europäischen Richtlinie über persönliche Schutzausrüstungen versehen sein. Diese Brillen filtern sowohl sichtbare als auch unsichtbare Komponenten des Sonnenspektrums in einem hohem Ausmaß.

Brillen mit beschädigten Filtern (geknickte Folie, Löcher
etc.) sollten unbedingt gegen funktionstüchtige Brillen ausgetauscht werden. Zudem empfiehlt es sich, die auf den Brillen angegebenen Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten.

Auch mit Schutzbrillen gilt: Halten Sie die Beobachtungszeit
kurz und sehen Sie nicht längere Zeit ununterbrochen in die Sonne.

Die sicherste Beobachtung der Sonnenfinsternis ermöglicht die indirekte Betrachtung, bei der die teilweise überdeckte Sonne auf eine helle Fläche projiziert wird und der Betrachter nur diese Projektion betrachtet. Diesen Service bieten zahlreiche Sternwarten in Österreich an.

"Hausmittel" bieten keinen Schutz

Zu beachten ist auch, dass viele der oft empfohlenen
äNotbehelfe" oder "Hausmittel" Augenschäden nicht verhindern können.

Keinen ausreichenden Schutz bieten u.a.
Sonnenbrillen, wobei auch mehrere übereinander nicht als Schutz geeignet sind.
Snowboardbrillen, Gletscherbrillen
CD’s, CD-ROM’s
rußgeschwärzte Glasplatten
Verpackungsfolien
Rettungsfolien
belichtete Filmstreifen
schwarzes Röntgenbild
Lochblenden

Vorsicht beim Blick durchs Fernrohr

Besondere Vorsicht ist bei der beabsichtigten Verwendung
optischer Geräte (Ferngläser, Operngläser, Fernrohre, Fotoapparate, usw.) geboten, da hier durch Fokussierung besonders hohe Bestrahlungsstärken erreicht werden und die Gefahr einer Augenschädigung bei fehlendem Schutz besonders hoch ist. In diesen Fällen bieten auch Folienschutzbrillen keinen ausreichenden Schutz. Informationen über geeignete Hilfsmittel (z.B. objektivseitige, geeignete Filter) mit besonders hoher Schutzwirkung für die Verwendung optischer Geräte bekommen Sie beim Optiker bzw. oder im sonstigen Fachhandel, bzw. bei den Herstellern der Geräte.

Bei versehentlichem ungeschützten Betrachten der
Sonnenfinsternis und nachfolgenden Sehstörungen sollte unverzüglich ein Augenarzt kontaktiert werden.

Normalerweise wird das grelle Sonnenlicht praktisch nie über
einen längeren Zeitraum direkt beobachtet, da Schutzreflexe das sofortige Schließen der Augen bzw. das Abwenden des Kopfes bewirken. Während der zunehmenden Überdeckung der Sonne durch den Mond und der damit verbundenen geringeren Umgebungshelligkeit kann der Blinzelreflex bei einer Sonnenfinsternis leichter unterdrückt werden. Unvorsichtige werden dadurch zu einer längeren direkten Betrachtung der Sonnensichel verleitet. Bei längerer ungeschützter Betrachtung der Sonnensichel (es genügen wenige Minuten) wird aber hochintensive sichtbare und unsichtbare Sonnenstrahlung auf der Netzhaut fokussiert und kann einen photochemischen Schaden an der Netzhaut bewirken. Diese Schäden können bleibend sein. Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet, da die optischen Medien ihrer Augen noch transparenter sind.

Die Sehstörungen werden vor allem durch die Blaulicht-
Komponenten des Sonnenlichtes bewirkt, die leicht zur Netzhaut durchdringen können. Aufgrund der relativ hohen Quantenenergie dieser Strahlung ist bei längerer Einwirkung an der Netzhaut mit photochemischen Schäden zu rechnen. Die Zeit der ungeschützten Einwirkung der Sonnenstrahlung bestimmt dabei das Ausmaß der Schädigung.

Massive Augenschäden in der Vergangenheit

Schon seit dem Altertum wurden immer wieder bleibende
Sehstörungen nach unvorsichtiger Betrachtung von Sonnenfinsternissen beobachtet. Nach der Sonnenfinsternis 1912 in Deutschland wurde bei mehr als 3000 Personen über Sehschäden berichtet, davon waren bei mehr als 300 Betroffenen bleibende Sehstörungen zu beklagen. Bei einer Sonnenfinsternis im Jahre 1970 wurden in den USA 145 Fälle bekannt, bei denen Menschen durch unvorsichtige Sonnenbetrachtung das Augenlicht ganz oder teilweise verloren haben.

Interessante Internet-Seiten zur Sonnenfinsternis:

Interessante Informationen zum Thema "Sonnenfinsternis" sind auch
im Internet abrufbar:

Einige Adressen:

http://www.augen.at/themen/sonne.html
Information der Österr. Ophthalmologischen Gesellschaft mit genauen Hinweisen zum Schutz der Augen

http://www.ukl.uni-freiburg.de/aug/mitteil/sofi/index.html
Fachartikel aus der Univ. Augenklinik Würzburg über das Risiko von Augenschäden bei Sonnenfinsternissen

http://www.bfs.de/presse99/pr9910.htm
Pressemitteilung des deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz zur Sonnenfinsternis

http://www.augeninfo.de/presse/9905sofi.htm
Pressemitteilung des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands

http://www.planet.co.at/lag/sofi99/sofi99.html
Umfassende Informationen der Linzer Astronomischen Gemeinschaft zur Sonnenfinsternis mit starkem Österreich-Bezug

(schluss)

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