LR Bauer: Beispielhaftes Projekt der ökologisch verträglichen Gelsenbekämpfung wird fortgesetzt

Bessere Koordination und vorausschauende Planungen sollen für Bevölkerung Erleichterungen bringen

St. Pölten, (SPI) - Spürbare Erleichterungen bei der alljährlichen Gelsenplage in den Anrainergemeinden der March im Weinviertel waren vor allem in jenen Gemeinden zu spüren, die sich konsequent und umfassend in das von Land Niederösterreich und Landesrat Dr. Hannes Bauer ins Leben gerufene Projekt der biologischen Gelsenbekämpfung beteiligt haben. Ersten Erfolgen zum Trotz - starke Regenfälle und lokale Hochwässer der letzten Wochen machten die Anstrengungen vielerorts zunichte und konfrontierten die Gemeinden und die Bevölkerung mit einer neuerlichen Gelsenplage, die von vielen als wahre "Katastrophe" empfunden wurde. Bei einem neuerlichen "Gelsengipfel" am 28. Juli in Hohenau wurde mit den betroffenen Bürgermeistern, Vertretern der Bezirkshauptmannschaften und Beamten des Landes die aktuelle, vor allem aber zukünftige Einsatzsituationen diskutiert. Alle Bürgermeister waren sich einig - eine Verbesserung der Situation sei eingetreten. Für von der Bevölkerung empfundene Katastrophenfälle müssen allerdings neue Einsatzabläufe organisiert werden.****

Bei der biologischen Stechmückenbekämpfung wird ein für andere Tierarten und die Pflanzenwelt vollkommen ungefährlicher Eiweißstoff mittels Versprühung auf Teiche, Tümpel und überflutete Wiesen eingebracht. Der Eiweißstoff vernichtet die Larven der Stechmücken, läßt jedoch das biologische Gleichgewicht der Lebensräume völlig unverändert. "In den ersten Tagen des Einsatzes haben sich große Erfolge eingestellt, die Larvenpopulation - oftmals bis zu 500 Larven pro Liter - konnte zu einem großen Teil vernichtet werden. Schwere Regenfälle bzw. größere Überflutungen stellten die Sprühteams und die Gemeinden allerdings vor eine nahezu unlösbare Aufgabe: Hunderte Hektar große Gebiete waren mit Rückentornistern und Sprühpumpen nicht mehr zu bearbeiten, es fehlte vor allem an Personal", so Bauer über die Problemstellung. Weiters waren die Gemeinden mit bürokratischen Hürden konfrontiert. Für den Einsatz des Bundesheeres waren Genehmigungen der Wirtschaftskammer und des Gewerkschaftsbundes notwendig, die zeitliche Abfolge des ganzen Prozederes war für den Kampf gegen die Gelsen - wo es um Stunden, ja maximal um Tage geht -zu lang und zu schwerfällig.

Diese Probleme der Bürgermeister werden nun seitens des Landes aufgegriffen. "Wir streben jedenfalls eine mehrere Jahre gültige Vorabgenehmigung für Ablauf und eventuelle Hilfseinsätze für Gemeinden, die wenig Personal aber ein großes Gebiet haben, an. Dieser Hilfseinsatz könnte auch zu besonders kritischen Populationszeiten gelten. Weiters muß auch der Einsatz von Fliegern bzw. Hubschraubern geprüft werden. Eine großflächige Ausbringung bei "Katastrophenfällen" erfordert jedenfalls eine technisch besser gerüstete Bekämpfung. Seitens des Landes werden nun die Kosten sowie die Möglichkeiten einer Bekämpfung aus der Luft geprüft und in den nächsten Wochen mit den Gemeinden abgesprochen. Die Bürgermeister haben sich jedenfalls dazu bekannt, daß die Bekämpfung primär mit eigenem Personal und eigenen Gerätschaften erfolgen wird, gegenseitige Hilfe und Koordination sind dabei selbstverständlich. Bestimmte Fälle bedürfen aber sicher auch einer entsprechenden Unterstützung, die wir nun abklären werden", so Landesrat Dr. Hannes Bauer weiter. Auch verfolgt das Naturschutzressort die Strategie einer Verbesserung der Gewässerdynamik. Alte Nebenarme der March sollen wieder geöffnet werden, um den natürlichen Feinden der Larven wieder Zutritt zu ihren ursprünglichen Nahrungsräumen und den Vorkommensgebieten zu verschaffen. Weiters soll durch internationale Kontakte die Gelsenbekämpfung mit den benachbarten slowakischen Gemeinden abgeklärt und koordiniert werden.

"Für das Land ist die Weiterführung dieses Projektes jedenfalls auch von größtem wissenschaftlichen Interesse. Weiters haben sich bereits andere Regionen - so Anrainergemeinden des Nationalparks Donauauen -für die biologische Gelsenbekämpfung interessiert. Als Gesundheitspolitiker möchte ich aber vor allem auch gesundheitspolitische Perspektiven beleuchten und untersuchen. Die wissenschaftlichen Fragen um Stechmücken, insbesondere ihre hygienische Bedeutung und ihre eventuelle Trägerfunktion für Krankheiten - beispielsweise Arten der Grippe - sind dabei von besonderer Bedeutung. Mehrere internationale Spitzenforschungsinstitute beschäftigen sich bereits mit dieser Fragestellung. Auch im Rahmen der Diskussion um die globale Erwärmung könnten neue wissenschaftliche Ergebnisse für Niederösterreich und andere Regionen Mitteleuropas noch von besonderer Wichtigkeit werden", so Bauer. "Wir wollen die Menschen nicht nur von der Plage der lästigen Biester befreien, uns geht es dabei auch um einen gesundheitspolitischen Aspekt, der umfassend untersucht werden soll", so Landesrat Dr. Hannes Bauer abschließend.
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