LR Bauer: Land Niederösterreich muß neue Lehrberufe im Rahmen der Berufsschulen unterstützen

Ablehnung des Finanzressorts zu neuen Lehrplänen muß überdacht werden

St. Pölten, (SPI) – ”Im Rahmen des Nationalen Beschäftigungsplanes kam und kommt der Schaffung neuer Lehrberufe und neuer
Berufsbilder für die Jugendlichen eine zentrale Bedeutung zu,
wobei grundsätzlich eine breite Ausbildung in Richtung Flächenberuf aus der Sicht der Qualifikation und des
Arbeitsmarktes besonders wichtig ist und nicht aus den Augen verloren werden darf. Die Entwicklung neuer Lehrberufe wurde beschleunigt, eine Reihe neuer Lehrberufe – beispielsweise EDV-Kaufmann/frau, EDV-TechnikerIn, Immobilienkaufmann/frau, Recyclingfachmann/frau, Gartencenterkaufmann/frau, VermessungstechnikerIn - wurden verordnet bzw. novelliert. Sie machen einerseits die Lehre an sich attraktiver, andererseits profitiert aber auch die Wirtschaft. Denn sie bekam – wie sie immer einforderte – moderne und zeitgemäße Berufsbilder”, unterstreicht Landesrat Dr. Hannes Bauer die Entwicklung.****

Wie immer man zu dieser Entwicklung steht ist es in diesem Zusammenhang aber mehr als bedenklich, daß das nö. Finanzressort und offensichtlich auch der Landeshauptmann die Verordnung des Unterrichtsministeriums, mit der die Lehrpläne für Berufsschulen geändert und auf die neuen Berufsbilder zugeschnitten werden,
nicht mittragen wollen. Im Rahmen dieser Stellungnahme verweist
die Abteilung Finanzen primär auf den Konsultationsmechanismus, weiters aber auch auf angebliche Mehrkosten des Landes im Ausmaß von rund 31 Millionen Schilling, die in dieser Höhe sicher nicht zutreffen. Denn einerseits hat das Land im Rahmen des Begutachtungsverfahrens zu den neuen Lehrberufen bereits eine positive Stellungnahme abgegeben, andererseits mußte das Finanzressort wohl davon ausgehen, daß im Rahmen der Lehrplanänderungen Mehrkosten auftreten werden.

Weiters stellt sich die im Rahmen der Stellungnahme der Finanzabteilung angeführte Zahl von 34 neuen Lehrberufen bei näherer Betrachtung als falsch heraus. Das zur Begutachtung ausgesandte Lehrplanpaket hat lediglich 18 Lehrpläne. Davon sind
13 Lehrpläne zu neuen Lehrberufen, drei Lehrpläne zu bestehenden Berufen und zwei Lehrpläne, die lediglich umbenannt wurden. Die
von der Annahme von 34 Lehrberufen ausgehenden Personalkosten können allein schon deshalb nicht klar berechnet werden, da die Berufe erst seit etwa einem Jahr bestehen und nicht abzuschätzen ist, wie weit aufgrund der Lehrlingszahlen in einem Lehrberuf in
NÖ überhaupt Fachklassen gebildet werden können bzw. es zu Umschichtungen zwischen Lehrberufen kommt.

"Der Bund und das Land Niederösterreich haben sich in vielen Maßnahmen während der letzten Jahre zur Förderung der Lehre und damit auch der neuen Lehrberufen bekannt. Allein in die Berufsschulen wurden in den letzten Jahren rund 1 Milliarde Schilling in Modernisierungen und Erweiterungen investiert, erst
vor wenigen Wochen beschloß die NÖ Landesregierung ein weiteres Ausbaupaket von rund 880 Millionen Schilling”, betont Landesrat Bauer. Im Zusammenhang mit den neuen Lehrberufen ist es für das Land von besonderer Bedeutung, ob neben den Ausbildungsplätzen in den Betrieben auch die Schulplätze im eigenen Land gelegen sind oder die jungen Menschen in andere Bundesländer "abwandern” müssen. "Das Finanzressort und der Landeshauptmann müssen sich hier die Interessen Niederösterreichs als Wirtschafts- und Bildungsstandort bewußt machen. "Ein "aussprengeln” der Lehrlingsausbildung birgt nämlich das Risiko eines Verlustes an Kompetenz bei der Lehrlingsausbildung in sich und darüber hinaus müßte das Land die Kosten der Lehrlingsausbildung in anderen Bundesländern selbstverständlich auch tragen”, betont Bauer.

Landesrat Hannes Bauer kündigt an, diese Stellungnahme auf Ebene der Landesregierung nochmals zur Sprache zu bringen. "Die Budgetinteressen des Landes sind wichtig – die aktive Förderung der Lehre und der Jugend dürfen allerdings keine
Lippenbekenntnisse sein. "Lehre mit Zukunft” erfordert selbstverständlich auch Mitteleinsatz – auch dazu muß sich das Land Niederösterreich bekennen”, so LR Bauer abschließend. (Schluß) fa

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