AK: Qualitätstourismus oder Quältourismus?

Der Fremdenverkehr boomt, doch die Arbeitnehmer in der Tourismusbranche zahlen einen hohen Preis dafür

Wien (OTS) – "Über all den Erfolgsmeldungen der Tourismuswirtschaft sollte man nicht vergessen, daß es den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in dieser Branche schlecht geht", so Georg Ziniel, Direktor des Sozialbereiches der AK Wien. "Extrem überzogene Arbeitszeiten, Streß, schlechte Bezahlung und ungesunde Arbeitsbedingungen – das ist für viele Beschäftigte leider Alltag. Beschäftigte im Tourismus verdienen nicht nur skandalös wenig, die geleistete Arbeit wird häufig nicht einmal bezahlt", kritisiert Ziniel. Man könne nicht von Qualitätstourismus sprechen, solange die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer keine Lebensqualität haben.****

Starke Zuwächse, Nächtigungsrekorde – der Fremdenverkehrswirtschaft geht es gut. Nicht so den dort Beschäftigten. Extrem lange Arbeitszeiten, schlechte Bezahlung und häufiges Wechseln des Arbeitsplatzes sorgen für Frust. Ein ungelernter Kellner verdient in Wien gerade einmal 12.360
Schilling brutto, mit abgeschlossener Lehre stehen ihm 12.950 Schilling zu. Dazu kommt noch, daß geleistete Überstunden oft nicht ausbezahlt werden. "In kaum einer anderen Branche gibt es so viele Probleme und Verstöße gegen das Arbeitsrecht wie im Tourismus", weiß Georg Ziniel.

Ein weiteres Problem ist die Abfertigung. Da die Tourismusbranche stark saisonabhängig ist, fallen viele Beschäftigte um ihre Abfertigung um, da sie nie lange genug durchgehend beschäftigt sind. "Hier ist dringend eine Reparatur des Arbeitsrechtes notwendig", fordert Ziniel.

Nach Meinung der AK kann erst dann von "Qualitätstourismus" gesprochen werden, wenn auch die Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer eine entsprechende Lebensqualität haben. Das ist bei weitem nicht der Fall. Derzeit scheint das Motto der heimischen Tourismuswirtschaft zu lauten: "Alles für den Gast, viel für den Wirt, wenig für die Arbeitnehmer".

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