Weninger: Große Tarifreform bei den öffentlichen Verkehrsmitteln in der Ostregion

Verkehrsverbünde und Zonengrenzen werden den Erfordernissen nicht mehr gerecht

St. Pölten, (SPI) - "Ich habe wirklich wenig Verständnis dafür, daß die groß angesagte Tarifreform bei den öffentlichen Verkehrsmitteln in der Ostregion offensichtlich wieder an Ländergrenzen und Unstimmigkeiten über die Einnahmenverteilung zu scheitern droht. Jedem der teilnehmenden Verhandler -Verkehrsunternehmen, Landesvertreter, Sozialpartner - muß einfach klar sein, daß wir keine Jahrzehnte mehr warten können, bevor eine Tarifreform oder eine Verbilligung der Tarife umgesetzt wird. Die Straßen quellen über - und gleichzeitig können die öffentlichen Verkehrsmittel gerade mal so ihre Passagierzahlen halten. Hier muß raschest ein Umdenkprozeß stattfinden, sonst ist die tägliche Verkehrshölle in der Ostregion vorprogrammiert", kritisiert der Mödlinger SP-Landtagsabgeordnete Hannes Weninger die
offensichtlich schleppend vorangehenden Verhandlungen zu einer Tarifreform.****

Die Sozialdemokraten fordern einmal mehr die Erweiterung der Kernzone des VOR um zumindest eine Außenzone, um den öffentlichen Nahverkehr vor allem für Pendler aus dem Umland Niederösterreichs attraktiver zu machen. Laut interner Berechnung würde die Eingliederung der ersten Außenzone in der Kernzone 100 rund 100 Millionen Schilling pro Jahr kosten - dies sind etwa die Megastaukosten auf der Südautobahn in 14 Tagen! Grundsätzlich sind zwei Modelle einer Kernzonenerweiterung vorstellbar; Weninger bevorzugt jedenfalls das sogenannte "Zwei-Zonen-Modell": Ein Zonenfahrschein wird um 19,- Schilling gekauft - und zwei Zonen werden gefahren. "Dieser Schritt ließe sich rasch und unbürokratisch umsetzen, auch abrechnungstechnisch gäbe es wohl kaum große Hürden", so der Mödlinger SP-Mandatar. Dieses Modell würde auch dem kürzlich beschlossenen Nahverkehrsfinanzierungskonzept entsprechen, welches eine einheitliche Tarifstruktur vorsieht.

Das zweite, von der ÖBB ins Spiel gebrachte "Wabenmodell", würde bei näherer Betrachtung zu einem noch unübersichtlicheren Flächentarif führen. "Hintergrund dieses Wabenmodells ist offenbar die Tatsache, daß sich die Verkehrsunternehmen nicht auf eine Einnahmenverteilung einigen können", kritisiert Weninger. Im
Herbst soll es auf Wunsch der Landeshauptleute jedenfalls zu einer "Modellrechnung" kommen, bei der genaue Pendlerströme ermittelt werden sollen. "Eine fachspezifische Aufbereitung der Reform ist sicher notwendig, diese darf aber nicht als Hinhaltetaktik gegen eine rasche Strukturreform und entsprechende Verbilligungen bei
den Tarifen mißbraucht werden. Die Pendler können und wollen einfach nicht mehr länger auf Verbesserungen warten", so Labg. Hannes Weninger abschließend.
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