Caritas-Appell für Afrika: Hilfe ist Überlebensfrage

Trotz Krieg gibt es Fortschritt in Afrika - Die Caritas hilft in 21 afrikanischen Ländern

Wien, 30. 7. 99 (car-pd)

Caritaspräsident Franz Küberl richtet sich in einem "Appell für Afrika an alle, die an die Zukunft glauben". Trotz aller Berichte über Krieg und Gewalt dürften sich die Europäer nicht entmutigen lassen. Die Probleme Afrikas seien zwar nicht von Europa zu lösen, doch ohne europäische Hilfe sei eine menschenwürdige Zukunft für die Armen Afrikas unvorstellbar.

"Die Hilfe aus Europa ist zur Überlebensfrage für Afrika geworden. Sie ist so wichtig und so sinnvoll wie noch nie. Hilfe wirkt: Vor zwanzig Jahren konnte nur jeder vierte Afrikaner lesen und schreiben, heute jeder zweite." Die Wasserversorgung habe sich dramatisch verbessert, die Säuglingssterblichkeit sei rapide gesunken.
Küberl wies auf die "ungeheure Spannung" hin, in der sich die Caritas befinde. Einerseits spüre man an vielen Punkten Afrikas, daß Entwicklung greife. Zum anderen gebe es in vielen Ländern "furchtbare Auseinandersetzungen", wo es nur mehr darum gehe, mitzuhelfen, daß möglichst viele Menschen gerettet werden können.

"Die Eindrücke in Angola haben mich sehr nachdenklich gestimmt. Es ist unvorstellbar, unter welchen Bedingungen Menschen ums
Überleben kämpfen. Gleichzeitig ist es bewundernswert, wie gut die Hilfsprojekte funktionieren", berichtet Caritaspräsident Franz Küberl, der soeben aus Angola zurückgekehrt ist. "Noch nie habe ich erlebt, daß auch die Helfer am Rande der Verzweiflung sind und selbst ums Überleben kämpfen. Hilfsbereitschaft bekommt eine andere Dimension, wenn Kranke von ihren Angehörigen bis zu 70 km ins Spital getragen werden, wenn Priester bis zu 400 Kilometer zu Fuß unterwegs sind, um Hungernden Nahrung zu bringen."

"In Angola konnte ich mich davon überzeugen, daß es selbst in aussichtslos scheinenden Situationen Mut, Engagement und tatkräftige Nächstenliebe gibt. Jede Spende aus Österreich ist eine Ermutigung zum Weiterhelfen. Die Caritasprojekte in ganz
Afrika zeigen, daß die Spende lebt und sich durch den Einsatz von tausenden Menschen vervielfacht."

Seit 30 Jahren leben die Angolaner im Bürgerkrieg, der 1,4 Millionen Menschenleben gefordert hat. Mehr als 1,6 Millionen Menschen sind vertrieben. Die Felder sind vermint, man spricht von zehn Millionen Landminen, eine für jeden Einwohner. Die Versorgungslage ist katastrophal. Wasser und Strom gibt es nur sporadisch. Ein Drittel der Kinder wird keine fünf Jahre alt. "Es gibt Hunger in Angola und Hungertote," berichtet Franz Küberl. "Zehntausende Flüchtlinge leben in den Wäldern und nicht einmal die Caritas weiß, wie es ihnen geht."

Die Caritas hilft durch Programme zur Unterstützung von Vertriebenen und durch Gesundheitsprogramme. Die Vertriebenen
werden mit Lebensmittel- und Hygienepaketen versorgt und
medizinisch betreut. "Das Wichtigste für die Caritas in Angola
ist der Kampf gegen Hunger und Krankheit. Das bedeutet Lebensmittelhilfe, Suppenküchen, Hygienepakete und Medikamente.
Der jahrzehntelange Krieg und der Hunger haben die Angolaner so geschwächt, daß jede Infektion zur tödlichen Gefahr werden kann. Deshalb hilft die Caritas nicht nur mit Medikamenten, sondern auch mit Suppenküchen. Denn nur so gibt es einen Ausweg aus dem Teufelskreis von Krankheit und Hunger. Die Caritashilfe kommt in Angola über 350.000 Personen zugute."

Caritaspräsident Franz Küberl bittet in einer Pressekonferenz gemeinsam mit dem afrikanischen Caritaspräsidenten Charles Palmer-Buckle um Unterstützung für die Caritashilfe auf der ganzen Welt. "Glücklicherweise konnte die Caritas im vergangenen Jahr durch ein erfreuliches Spendenaufkommen wieder mehr Menschen in Not
beistehen. Insgesamt wurden 1998 von der Caritas mehr als 190 Millionen Schilling für Hilfsprojekte in der ganzen Welt eingesetzt. Bitte lassen Sie uns auch heuer nicht im Stich. Mit
der Augustsammlung hilft die Caritas ein ganzes Jahr."

Bitte helfen auch Sie: "Augustsammlung 1999" PSK 7 700 004

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 878 12/138

Caritas, Öffentlichkeitsarbeit

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | CAR/CAR-PD