Die Rückkehr der größten Hirsche WWF protestiert gegen erste Abschußanträge!

Wien (OTS) - Vor einigen Tagen erregten ein paar Einwanderer in Oberösterreich Aufsehen. Eine Elch-Familie hatte sich aus dem angrenzenden tschechischen Gebiet um den Lipno Stausee kommend einen Teil ihres ursprünglichen Lebensraums zurückerobert. Willkommen waren sie nicht. Wegen angeblicher Waldschäden wurde von einem Grundbesitzer ein Abschußantrag gestellt. Die BH Rohrbach lehnte glücklicherweise vorläufig ab und wird erst im Herbst ein Entscheidung fällen. Der WWF sprach sich sofort gegen einen Abschuß aus und erhielt dabei auch sofortige Rückendeckung durch die Naturschutz Abteilung der Oberösterreichischen Landesregierung. Die wanderlustigen Gesellen haben sich den richtigen Zeitpunkt ausgesucht. Das Jahr 1999 steht für den WWF und seine Partner, das Umweltministerium und die Bundesländer Bgld, NÖ, OÖ, Sbg. und Wien im Zeichen der Kampagne "Artenreiches Österreich". Ein Ziel der Kampagne ist es, 5 Verteter der österreichischen Fauna die Rückkehr zu ermöglichen. Eine dieser Arten könnte der Elch sein, der schon mehrfach das Terrain erkundet hat.

Der Elch - einst auch in Österreich heimisch Vor langer Zeit bis zum Jahr 1.000 n. Chr. war auch Österreich "Elchland". Mit der zunehmenden Besiedlung des Alpenraums und der intensiven Verfolgung durch die Jäger zogen sich die imposanten Tiere in den Norden und Osten Europas und das Baltikum zurück. In den letzten Jahrzehnten haben sich die Bestände erholt, und einige Tiere begannen in ihre ehemaligen Lebensräume zurückzuwandern. Eine Gruppe gelangte bis ins tschechisch-österreichische Grenzgebiet. Dort war dann vorläufig Endstation, der "Eiserne Vorhang" erschwerte auch tierische Wanderungen. Seitdem die Bahn nun frei ist, darf mit weiteren Einwanderern gerechnet werden.

Besteht Österreich den Elch-Test? In Zusammenhang mit dem vermehrten Auftreten von Elchen in Österreich stehen sofort die größtenteils enorm übertriebenen Waldschäden im Mittelpunkt der Diskussion: "Unsere tschechischen Kollegen, die nun mit dem Elch schon lange vertraut sind, halten diese Waldschäden im Vergleich zu den Schäden des überhegten Reh- und Rotwildes, für vernachlässigbar", nimmt WWF Artenschutz- Experte Dr. Gerald Dick zu dieser Diskusion Stellung. Die Elche leben im Moor- und Waldbereich und ernähren sich hauptsächlich von Wasserpflanzen, Weiden, Erlen und gelegentlich auch von wirtschaftlich bedeutenderen Arten Tanne und Riesentanne.

Wegen ein paar Elchen in Panik zu verfallen und sofort den Abschuß zu verlangen, ist so unverhältnismäßig, als hätte ein gewisser Autokonzern sofort zur Vernichtung aller Elche aufgerufen, weil sein neuestes Produkt von einem imaginären Elch erschreckt auf die Nase gefallen wäre.

In Oberösterreich werden jährlich 2.774 Stück Rotwild und 57.376 Stück Rehwild geschossen. Die Bestände dieser bestens gefütterten und gehegten Tiere sind um ein Vielfaches höher und auch ein weitaus größeres Risikopotential für den Wald als die Anwesenheit von einigen Elchen. Im Bezirk Rohrbach stehen den rund drei Elchen beim Rehwild immerhin 5.076 und beim Rotwild 37 Wild- Abschüsse und Fallwild gegenüber. Mit dem Einzäunen von sensiblen Jungkulturen sollten die Waldbesitzer in den betroffenen Gebieten Waldschäden durch Elche in den Griff bekommen. Und eine faszinierende Tierart dürfte in ihre alte Heimat zurückkehren. Der WWF wird sich daher auch in Zukunft gegen den aktuellen und auch jeden weiteren Abschußantrag engagieren.

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