Festspielintendant Gerard Mortier vergleicht Klestil-Rede mit Nazizeit

Mortier glaubt, Klestil mische sich aus parteipolitischen Motiven in Nachfolgediskussion ein

Wien (OTS)- In einem Interview in der am kommenden Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmegezins Format greift der Salzburger Festspielintendant Gérard Mortier Bundespräsident Thomas Klestil wegen seiner Eröffnungsrede frontal an. Mortier wirft dem Staatsoberhaupt vor, die Festspiele in die Zeiten der entarteten Kunst zurückversetzen zu wollen. Mortier wörtlich: 'Wenn man den Bundespräsidenten beim Wort nimmt, dürfte man Wedekind ebenso wenig spielen wie alles was man vor und während des Zweiten Weltkrieges als entartet gebrandmarkt hat. Diese Rede erinnert fatal an jene Zeiten. Unter den Nazis wurden die Salzburger Festspiele und die falsch interpretierte Hoffmannsthal'sche Programmidee dazu benutzt, das Regime zu legitimieren.' Klestil hatte in seiner Eröffnungsrede dazu aufgerufen, sich auf die Ideen des Festivalgründers Hoffmannsthal zu erinnern. Gerard Mortier glaubt, der Bundespräsident habe in seiner 'unglaublich oberflächlichen' Rede 'von einem parteipolitischen Standpunkt aus' in die aktuelle Nachfolgediskussion in den Posten des Festspielchefs eingreifen wollen. Mortier: 'Diese Rede war für mich ein Signal. Wir müssen uns sofort dagegen wehren.' Alle Intellektuellen und Künstler des Landes seien dazu aufgerufen. Mortier selbst kündigt an, 'sich nicht zurückhalten zu wollen' da er die Rede wie viele andere 'als eine Bedrohung der Freiheit' empfinde. Mortier: 'Das muß klar gemacht werden im Bewußtsein des Publikums. Klestils Stellungnahme liegt sehr nahe bei der FPÖ.'

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