MAGNA Europa: Offener Brief

Oberwaltersdorf (OTS)

An
diverse Print- und Hörfunktmedien
in Österreich
Chefredaktion

Oberwaltersdorf, am 29. Juli 1999

Sehr geehrter Herr Chefredakteur,

beiliegend dürfen wir Ihnen ein Schreiben unseres Unternehmensgründers und Chairman von Magna International Inc. Herrn Frank Stronach an den Vorsitzenden der Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie Herrn Rudolf Nürnberger als offenen Brief zur Kenntnis bringen.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen natürlich jederzeit gerne telefonisch unter 02253/600-711 zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Karl-Heinz Grasser

Offener Brief

An
Hrn. Rudolf Nürnberger
Vorsitzender der Gewerkschaft
Metall-Bergbau-Energie
Plößlgasse 15
1040 Wien

Oberwaltersdorf, am 29. Juli 1999

Sehr geehrter Herr Nürnberger,

in den letzten Wochen wurde Magna von Ihnen persönlich und anderen Repräsentanten der Gewerkschaft massiv angegriffen und attackiert.

Von mittelalterlichen bzw. Ostblock-Methoden im Umgang mit Mitarbeitern und permanenten Blockaden von Förderungen für Investitionen von Magna, wie sie jedes andere Unternehmen auch erhalten würde, war die Rede.

Ich halte es daher für notwendig, Ihnen nochmals meinen Standpunkt darzulegen.

Europa und damit auch Österreich gehen einem globalen Wirtschaftskrieg entgegen. Unternehmen und Mitarbeiter sind einem immer größer werdenden Druck ausgesetzt, im Wettbewerb bestehen zu können. Umso wichtiger ist es daher, daß Mitarbeiter und Management konstruktiv zusammenarbeiten und gemeinsam innovative Problemlösungen realisieren. Kürzere Produktlebenszyklen, immer größer werdende Erfordernisse in Bezug auf Flexibilität, massive Aufwendungen in Forschung und Entwicklung, um über neue Produkte und Technologien die Zukunft unseres Unternehmens und die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter abzusichern, sind einige der Herausforderungen eines immer schnellebiger werdenden Wirtschaftslebens.

In diesem wettbewerbsintensiven Markt ist es Magna gelungen, in den letzten Jahren mehr als ATS 11 Mrd. in Österreich zu investieren. Wir sind stolz darauf, 7 Produktionsstätten, 2 Engineering-Center und unsere Europazentrale in Österreich aufgebaut zu haben und derzeit mehr als 8.000 Mitarbeiter zu beschäftigen. Alleine in den letzten 1 ½ Jahren ist es Magna gelungen, mehr als 1.500 neue Arbeitsplätze zu schaffen und Milliarden Schilling an Wertschöpfung nach Österreich zu bringen.

Wir sind uns dabei völlig bewußt, daß zufriedene und motivierte Mitarbeiter die Voraussetzung für diesen erfolgreichen Weg sind. Die Mitarbeiter sind daher das größte Kapital von Magna. Magna-Charta und Magna-Unternehmensverfassung sind die Eckpfeiler unserer Unternehmensphilosophie, die auf Einbindung, Mitgestaltung, teamorientierter Führung und Erfolgsbeteiligung der Mitarbeiter basiert.

Diese Erfolgsbeteiligung wird übrigens 1999 und 2000 in unseren Werken in Europa eingeführt.

Bestandteil dieser Unternehmensphilosophie ist auch die direkt-demokratische Entscheidungsfindung unserer Mitarbeiter in Form anonymer und geheimer Wahlen bei wichtigen Problemstellungen. Unsere Arbeiter können wohl am besten beurteilen, was gut für sie ist und auf diese Weise stellen wir gemeinsam sicher, daß Fairneß und Gerechtigkeit gewährleistet sind. Die offene und freie Willensäußerung jedes einzelnen ist hiermit selbstverständlich zu jeder Zeit verbunden.

Gerade vor diesem Hintergrund ist es bedauerlich, daß die Gewerkschaft unhaltbare und falsche Vorwürfe in den Raum stellt und so einen der maßgeblichsten industriellen Investoren und Arbeitgeber in unserem Land behindert und herabwürdigt.

Ich lade Sie daher ein, sich persönlich davon zu überzeugen, daß die Mitarbeiter bei Magna im Mittelpunkt stehen und bin der Überzeugung, daß wir einen konstruktiven Dialog beginnen sollten, wie wir den Wohlstand der Arbeiter tatsächlich erhöhen können.

Wir alle, ob Politik, Wirtschaft, Gewerkschaft oder Akademia, haben eine große Verantwortung gegenüber jüngeren Generationen.

Daher sollten nicht tradierte Strukturen und Institutionen zum unveränderbaren Dogma erhoben werden, sondern die Bereitschaft des Hinterfragens und Veränderns jederzeit überall vorhanden sein.

Dabei möchte ich betonen, daß ich nie dabei sein werde, Arbeitnehmerorganisationen zu untergraben, auch wenn ich mit ihren derzeitigen Philosophien nicht übereinstimme. Interessant ist aber sicher die Frage, welche Rolle Arbeitnehmerorganisationen heute einnehmen sollen und wie sie den Beschäftigten am besten Nutzen stiften können.

Die Verbesserung des Bestehenden muß unser Ziel sein, genauso wie das Rückführen der Diskussion auf eine konstruktive Ebene. Anderenfalls würden es letztendlich der Wirtschaftsstandort Österreich und die Arbeiter sein, die die Rechnung für angekündigte Blockaden und Behinderungen bezahlen müßten.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Stronach

PS: Ich erlaube mir, dieses Schreiben auch den Österreichischen Medien in Form eines Offenen Briefes zukommen zu lassen.

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