ots Ad hoc-Service: Berentzen-Gruppe AG <DE0005201636> Berentzen-Gruppe AG: Zwischenbericht Januar bis Juni 1999

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Geschäftsverlauf 1999 plangemäß: Positiver Jahresüberschuß angestrebt

Betriebsaufwand steigt schwächer als Umsatz - Hohe Abschreibungen und negatives Finanzergebnis belasten Ergebnis im ersten Halbjahr

Die Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft, Haselünne, hat in den ersten sechs Monaten 1999 aufgrund der Übernahme der Dethleffsen-Spirituosen Absatz und Umsatz gesteigert: Insgesamt wurden 66 Millionen Flaschen Spirituosen und 551.000 hl alkoholfreie Getränke abgesetzt (1998: 55 Mio Flaschen Spirituosen und 598.000 hl alkoholfreie Getränke). Der Umsatz erreichte inklusive Branntweinsteuer 556,4 Millionen DM und exklusive Branntweinsteuer 220,5 Millionen DM (1998: 450 Mio DM bzw. 197 Mio DM). Im Vergleich zum Vorquartal sank der Spirituosenabsatz von April bis Juni aufgrund einer im ersten Quartal vorgenommenen Preiserhöhung um 11 Prozent, wohingegen der Absatz alkoholfreier Getränke um 20 Prozent stieg. Der Umsatz exklusive Branntweinsteuer konnte trotz der erheblich größeren Umsatzbedeutung des Spirituosengeschäfts im zweiten Quartal leicht um ein Prozent auf 110,5 Millionen DM gesteigert werden. Das Ergebnis vor Steuern weist zum Halbjahr aufgrund der durch die Dethleffsen-Übernahme gestiegenen Abschreibungen sowie des negativen Finanzergebnisses einen Fehlbetrag von 3,2 Millionen DM auf (1998:
3,0 Mio DM). Für das Gesamtjahr geht der Vorstand der Berentzen-Gruppe weiterhin von einem positiven Jahresüberschuß in Höhe des Vorjahres aus.

Wie bereits in den Vorquartalen entwickelt sich das Inlandsgeschäft weiterhin schwächer als das Auslandsgeschäft. Während der Spirituosenabsatz in Deutschland im zweiten Quartal erwartungsgemäß - maßgeblich beeinflußt durch eine im ersten Quartal vorgenommene Preiserhöhung - um 15 Prozent hinter dem ersten Quartal zurückblieb, stieg der Absatz von Spirituosen im Ausland im gleichen Zeitraum um 21 Prozent an. Insgesamt stieg der Spirituosenabsatz der Berentzen-Gruppe im ersten Halbjahr 1999 aufgrund der Dethleffsen-Übernahme zum Jahreswechsel 1998/99 um 20 Prozent. Der deutsche Spirituosenmarkt verlor bis Ende April rund 5 Prozent an Absatzvolumen.

Im Geschäft mit alkoholfreien Getränken, auf das die Dethleffsen-Übernahme keinen Einfluß nimmt, stieg der Absatz im zweiten gegenüber dem ersten Quartal um gut 20 Prozent. Darin spiegeln sich erste Erfolge der Neuausrichtung des Geschäftsfelds im zweiten Quartal wider. Vor allem die Eigenmarken und die Pepsi-Cola-Konzessionsmarken legten im Jahresverlauf immer stärker zu und wiesen im Juni teilweise deutlich zweistellige Zuwachsraten gegenüber dem Vorjahresmonat auf. Daß trotz des Aufschwungs im zweiten Quartal der Absatz zur Jahresmitte noch 8 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurücklag, ist vor allem auf die negative Entwicklung bei den Lohnfüllungen zurückzuführen, die 13 Prozent rückläufig waren.

Umsatz mit Spirituosen verbessert - alkoholfreie Getränke schwächer

Der mit Spirituosen im ersten Halbjahr erzielte Umsatz ohne Branntweinsteuer lag bei 187,9 Millionen DM (1998: 160,6 Mio DM). Aufgrund der Preiserhöhung bei wichtigen Spirituosenmarken konnte der mit Spirituosen im zweiten Quartal erzielte Umsatz trotz eines Absatzrückgangs im Quartalsvergleich stabil bei 94 Millionen DM gehalten werden. Die Berentzen-Gruppe setzt damit ihre Strategie der ertragsorientierten Vermarktung fort und beteiligt sich nicht am weiterhin intensiven Preiswettbewerb im Spirituosenmarkt. Zur stabilen Umsatzentwicklung trug auch das verbesserte Auslandsgeschäft bei, das im zweiten Quartal um 40 Prozent anstieg.

Alkoholfreie Getränke steuerten in den ersten sechs Monaten 1999 32,6 Millionen DM zum Umsatz ohne Branntweinsteuer bei (1998: 36,3 Mio DM). Der Umsatz stieg im zweiten gegenüber dem ersten Quartal um 4 Prozent auf 16,6 Millionen DM und blieb damit hinter der Absatzentwicklung zurück. Hauptursache für die schwächere Umsatzentwicklung sind der auch bei alkoholfreien Getränken anhaltende Preiskampf, eine im Rahmen der Neuausrichtung des Geschäftsfeldes vorgenommene Preisanpassung bei einigen Marken und Strukturveränderungen im Sortimentsmix.

Betrieblicher Aufwand steigt schwächer als Umsatz

Bei einem von Januar bis Juni um 12 Prozent gestiegenen Umsatz ohne Brannt- weinsteuer hat sich der betriebliche Aufwand überwiegend unterproportional entwickelt: Der Materialaufwand stieg im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent auf 94,7 Millionen DM, der Personalaufwand um 11 Prozent auf 33,7 Millionen DM sowie der sonstige betriebliche Aufwand um 8 Prozent auf 81,1 Millionen DM. Der im Vergleich zum Umsatz geringere Anstieg ist vor allem auf die abgeschlossene Restrukturierung der Spirituosensparte zurückzuführen.

Das zum Jahreswechsel 1998/99 übernommene Unternehmen Dethleffsen-Spirituosen ist bereits weitgehend in die Berentzen-Gruppe integriert worden. Der über- wiegende Teil der Verwaltungsaufgaben ist von der zentralen Dienstleistungs- tochter der Berentzen-Gruppe übernommen worden. Ebenso ist das Marketing zusammengeführt worden. Eine gemeinsame Vertriebsmannschaft hat Anfang Juli die Arbeit aufgenommen. Im Rahmen der Integration wird die Berentzen-Gruppe auch eine Straffung des Produktsortiments vornehmen. Nahezu ein Drittel der Produkte wird aus dem Sortiment genommen. Dies entspricht etwa 9 Prozent der gesamten Absatzmenge und einem noch deutlich geringeren Teil bei den Erträgen. Einzelne, nicht zum Kernsortiment gehörende Marken sollen - sofern angemessene Preise erzielt werden können - auch verkauft werden.

Hohe Abschreibungen und negatives Finanzergebnis belasten Ergebnis

Deutlich überproportional gestiegen sind aufgrund der Akquisition des Dethleffsen-Spirituosenbereichs die Abschreibungen, die um 45 Prozent auf 17,4 Millionen DM zulegten. Auch das Finanzergebnis hat sich in erster Linie durch mit der Übernahme verbundenen höheren Verbindlichkeiten um 3 Millionen DM verschlechtert und liegt bei minus 3,7 Millionen DM. In der Summe ergibt sich zum Halbjahr ein Fehlbetrag beim Ergebnis von 3,2 Millionen DM.

Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand weiterhin einen Jahresüberschuß in Höhe des Vorjahres von 3 Millionen DM. In der zweiten Jahreshälfte wird die im ersten Quartal 1999 vorgenommene Preiserhöhung ebenso zu einer Ertrags- verbesserung führen wie niedrigere Kosten, die aus der abgeschlossenen Restrukturierung der Spirituosensparten und der voranschreitenden Integration von Dethleffsen resultieren. Zur besseren Ergebniserwartung für die zweite Jahreshälfte trägt auch bei, daß der saisonale Absatzschwerpunkt der Dethleffsen-Spirituosen im vierten Quartal liegt.

Jahr 2000 Vorbereitung laufen nach Plan

Die Vorbereitungen auf den Wechsel zum Jahr 2000 verlaufen nach Plan und sind weitgehend abgeschlossen. Für die relevanten Bereiche liegen Garantie- erklärungen für die Jahr-2000-Fähigkeit vor oder sind entsprechende Erklärungen angefordert worden. Außerdem sind Tests durchgeführt worden. Im August wird nochmalig eine Überprüfung der Systeme und Vorbereitungen durch einen externen Auditor stattfinden. Darüber hinaus ist ein Notfallplan für den Jahreswechsel erstellt worden. Dieser Plan stellt sicher, daß auch im unwahrscheinlichsten Fall eines Versagens der elektronischen Systeme niemand auf Berentzen Apfelkorn zu Beginn des neuen Jahres verzichten muß.

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