LR Bauer: Drogenpolitik - in NÖ sind wir auf der richtigen Schiene

Ausbau der Jugendwohlfahrt und der Familienhilfe, Bewußtseinsbildung in Schule und Freizeit

St. Pölten, (SPI) - "Drogenpolitik darf nicht an den Toren von Gefängnissen enden und als Steigerung von Strafandrohungen verstanden werden. Viel wichtiger ist ein abgestimmtes Miteinander von Maßnahmen der Aufklärung, der Prävention und der Verfolgung von Drogenkonsum und Drogenkriminalität, wobei hinsichtlich der jugendlichen Drogenkosumenten sicher der Schwerpunkt bei Hilfestellung, Aufklärung und familienunterstützenden Maßnahmen liegen muß. Strafen für Jugendliche sind keine alleinige Antwort", nimmt NÖ Gesundheitslandesrat Dr. Hannes Bauer auf die heutige Pressekonferenz von ÖVP-Gesundheitssprecher NR Dr. Rasinger Bezug, wo dieser gemeinsam mit Vizekanzler Schüssel eine Änderung in der Drogenpolitik anstrebt. "Denn jene Stärkung der Prävention und Aufklärung ist in NÖ bereits seit Jahren zentrale Zielsetzung in der Drogenpolitik. Die Bundes-ÖVP scheint hier im medialen Sommerloch auf Maßnahmen zu setzen, die bei uns längst umgesetzt werden", kommentiert Bauer.****

Erst zu Beginn dieses Monats konnten wir die neuste Studie zum Thema Drogenkonsum bei Kindern und Jugendlichen in NÖ präsentieren. Die Ergebnisse dieser Studie kurz zusammengefaßt:
Es ist eine Tatsache, daß bei Jugendlichen die regelmäßig legale Drogen - Alkohol, Nikotin, teilweise Medikamente - konsumieren, die Einstiegsgefährdung für illegal Drogen weitaus höher ist, als bei Jugendlichen, die legalen Drogen ablehnend gegenüber stehen.

Drogen und Drogenkonsum sind besonders bei Jugendlichen ein gesellschaftliches Problemfeld, wobei die Ursachen dafür vom Streben nach Anerkennung bis hin zur "Frustrationskompensation" aufgrund schulischer und beruflicher Schwierigkeiten reichen. Zur Bewältigung bestimmter Lebenssituationen nehmen Menschen oft legale oder illegale Drogen - hier ist es sicher zielführend, die Ursachen zu bekämpfen anstatt sich ausschließlich auf die kriminellen Folgen zu konzentrieren. "Eine Legalisierung von verbotenen Drogen kommt für mich sicher nicht in Frage; gefragt ist allerdings eine stärkere Beschäftigung der Drogenpolitik mit den "Einstiegsmechanismen" des Drogenkonsums - dies wird in NÖ bereits praktiziert. Weiters ist nicht die Bestrafung, sondern die Forcierung von Information und Aufklärung notwendig. Besonders wichtig sind auch Vorbeugungsprojekte im direkten Lebensbereich der Jugendlichen - der Schule, den Freundeskreis, dem Jugendzentrum, der Familie", so der SP-Gesundheitspolitiker weiter.

"Ich bin jedenfalls froh, daß es auf mein Betreiben hin, nun doch zu einer Bestellung eines NÖ-Drogenkoordinators gekommen ist. Die Aufgabe des Drogenkoordinators ist es, den Ist-Zustand zu dokumentieren, alle Maßnahmen auf Bundes und Landesebene einerseits sowie zwischen den mit Drogenpolitik beschäftigten Institutionen andererseits zu koordinieren, sogenannte "Krisen-Interventionszentren" aufzubauen und auch wirkungsvolle Gesamtstrategien zur Drogenbekämpfung zu entwickeln. Gesellschaftlich ist eine Beschäftigung mit Süchtigen und Hilfe für Drogenabhängige gefragt. Bloßes "Wegsperren" oder Wegschauen tragen wenig zur Ursachenbekämpfung bei". In weiterer Folge ergibt sich für mich die Notwendigkeit, die Arbeit im "Milieu" auf der Straß auszubauen. Für den direkten Kontakt mit den Jugendlichen bzw. den Drogenabhängigen sind für mich die "Streetwork" eine ausgezeichnete Einrichtung, die ausgebaut werden muß. Leider sind es hier fehlende Finanzmittel, die oftmals sinnvolle Maßnahmen nicht im geforderten Ausmaß verwirklichen lassen. Was wir in NÖ brauchen, sind nicht neue politische Vorgaben oder der Aufbau neuer Feindbilder, sondern genügend Ressourcen um unsere wissenschaftlich aufbereitete Drogenpolitik auch umsetzen zu können, so NÖ Gesundheitslandesrat Dr. Hannes Bauer abschließend. (Schluß) fa

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