Sallmutter: Fasslabend plant Gehaltsdumping für ältere Arbeitnehmer

Die GPA wird keine Spaltung der Kollektivverträge zulassen

Wien (ÖGB). Die jüngsten Äußerungen Fasslabends, wonach ältere Arbeitnehmer unter dem Kollektivvertragslohn arbeiten sollen,
werden vom Vorsitzenden der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Hans Sallmutter, scharf kritisiert. "Bei einem ÖVP-Sozialminister Fasslabend würden langfristig die Kollektivverträge in Österreich im Reißwolf landen", sagte Sallmutter und sprach sich gegen jede Aufweichung der Kollektivvertragsregelungen aus. ++++

"Seit Jahrzehnten werden Kollektivverträge für alle Angestellten abgeschlossen. Hier Unterschiede zwischen älteren und jüngeren Beschäftigten oder anderen Gruppen zu machen, führt zu einem Gehaltsdumping, das eine Spaltung der Arbeitnehmerschaft zur Folge hätte. Wir werden es nicht zulassen, dass durch unbedachte Äußerungen eines Möchtegern-Sozialministers die Gefahr einer Aushöhlung des erfolgreichen Kollektivvertragsprinzips aufkommt", sagte Sallmutter und meinte, wenn Fasslabend für Mindeststandards sei, dann sind dies ja gerade die Kollektivverträge.

Fasslabend forderte, dass ältere Arbeitnehmer in der Einkommensklasse über 40.000 Schilling auch unter dem KV-Lohn arbeiten sollen, wenn sie sich dazu bereit erklären. Dies soll – so Fasslabend - die Gefahr einer Kündigung verhindern, weil ältere Beschäftigte teurer sind. Der GPA-Vorsitzende sieht dazu überhaupt keine Notwendigkeit, da beispielsweise die Dienstzeiteinkommensentwicklung in Kollektivverträgen verändert wurde. Erst im Mai 1997 wurde der Kollektivvertrag für 140.000 Industrieangestellte so gestaltet, dass Jüngere jetzt mehr verdienen und die Einkommenskurve flacher verläuft, weshalb mittelfristig die Einkommen älterer Beschäftigter und die der jüngeren näher beinander liegen.

"Gerade die GPA hat hier eine kreative Kollektivvertragspolitik gemacht. Auch unsere höherqualifizierten und besserverdienenden Mitglieder können sich darauf verlassen, dass wir auch weiterhin eine KV-Politik betreiben, die ihr Einkommen nicht gefährdet. Das haben wir gerade in letzter Zeit im neuen Bereich der Informationsdienstleistungen gezeigt", schloss Sallmutter. (Bac-)

ÖGB, 28. Juli 1999

Nr. 381

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