Augenforscher Gisbert Richard erhält Gero-Wissenschaftspreis in Kreuzlingen

Kreuzlingen (ots) - Der Wissenschaftspreis 1999 der in Kreuzlingen ansässigen Forschungsgesellschaft Gero (Gerontological-Economic Research Organization) geht in diesem Jahr an den Hamburger Wissenschaftler Prof. Dr. Gisbert Richard. Der international renommierte Ophthalmologe hat sein medizinisch-wissenschaftliches Wirken in den vergangenen Jahren der Erforschung und Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration gewidmet und hier in jüngster Zeit bahnbrechende Fortschritte erzielt. Prof. Richard wird den mit 50'000 Franken dotierten Preis am 26. August 1999 in Kreuzlingen am Bodensee entgegennehmen.°

Gero ist eine unabhängige Wissenschaftsstiftung zur Förderung der internationalen wissenschaftlichen Forschung auf den Gebieten der Gerontologie, der Geriatrie und verwandter Wissenschaften. Die Gesellschaft unterhält in Kreuzlingen am Bodensee ein Forschungs- und Dokumentationszentrum unter der Leitung des Romanshorner Gerontologen Prof. Dr. Reinhard Schmitz-Scherzer. In Kreuzlingen werden aktuelle Forschungserkenntnisse und Daten zu Ursachen und Folgen von Alterungsprozessen und Alterskrankheiten ausgewertet und in Forschungsprojekte umgesetzt. Dazu arbeitet Gero mit zahlreichen Wissenschaftlern und Ärzten zusammen und unterhält Kontakte zu führenden Forschungsinstituten und Universitäten in aller Welt.

Die Stiftung Gero hat 1999 - im "Jahr der Alten" - ihren internationalen Preis für herausragende wissenschaftliche Leistungen im Sinne des Gesellschaftszweckes erstmals ausge-schrieben. Der Preis in der Höhe von 50'000 Franken geht an den weltweit renommieren Hamburger Augenarzt und Mikrochirurgen Prof. Dr. Gisbert Richard, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik Hamburg. Die Anerkennung gilt Richards Forschungsergebnissen und Behandlungserfolgen bei der Bekämpfung der altersbedingten Makuladegeneration (AMD).

¶Was ist die "altersbedingte Makuladegeneration"?

Die altersbedingte Makuladegeneration ist die häufigste Ursache für den Verlust des Sehens in den Industriestaaten. Jahr für Jahr erkranken mehr alte Menschen an der AMD. Weltweit, so wird geschätzt, sind mehr als 4 Mio. Menschen betroffen; mit dramatisch steigender Tendenz.

Die AMD wird durch eine Degeneration der Pigmentschicht und Gefässwucherungen unter der Netzhaut (Retina) des Auges verursacht. Die in der Netzhaut angesiedelten Stäbchen und Zapfen sterben dadurch ab. Ist das Sehzentrum betroffen, treten bald erhebliche Sehstörungen auf. Die Betroffenen sehen zunächst gerade Linien verzerrt, können dann nicht mehr Lesen, verlieren die Fähigkeit, Personen und Gegenstände zu erkennen und erblinden schliesslich. Ein schlimmes, hoffnungsloses Schicksal, gegen das es bisher keine Chance auf Heilung gab.

Seit Jahren versuchen Augenärzte in aller Welt, die organischen Prozesse, die zur Ausbildung der AMD führen, zu stoppen oder sogar rückgängig zu machen. Immer wieder sind unterschiedlichste pharmazeutische oder chirurgische Therapieversuche unternommen worden. Bislang ohne nennenswerten Erfolg. Nur bei einer geringen Zahl von AMD-Patienten (ca. 10 %) ist es unter Umständen möglich, die Krankheit durch eine Laserbehandlung zu stoppen.

Prof. Dr. Gisbert Richard ist es weltweit erstmals gelungen, retinale Pigmentepithelzellen zu selektieren, zu konservieren und erfolgreich zu transplantieren. Grundlage für diesen Durchbruch ist ein von ihm entwickeltes, hochinnovatives medizinisches Konservierungsverfahren welches es erlaubt, Spenderepithelzellen zu typisieren und kältekonserviert in einer Zellbank zu erhalten bis ein geeigneter Empfänger gefunden werden kann. Diese Zellbank ist jetzt die organisatorische Voraussetzung dafür, nicht nur einzelnen, sondern bald einer grossen Zahl von an der altersbedingten Makuladegeneration und ähnlicher Augenerkrankungen Leidender helfen zu können.

Prof. Dr. Richard hat mit diesem neuen Verfahren bereits mehreren Patienten zu neuer Sehkraft verhelfen können und plant, die Zahl seiner Transplantationen weiter zu erhöhen. Erste Ergebnisse wurden bereits auf internationalen wissenschaftlichen Kongressen vorgestellt. Es gibt derzeit kein anderes Verfahren, die Funktion der alternden Netzhaut zu verbessern. Die Arbeiten Prof.#Richards werden dazu führen, dass sein Verfahren auch von anderen Augenzentren in der Welt übernommen wird. Millionen von bisher hoffnungslos Leidenden ist damit im wahrsten Sinne des Wortes ein neues Licht gesetzt worden.

¶Prof. Dr. med. Gisbert Richard

1949 in Deutschland geboren studierte Gisbert Richard an den Universitäten Münster und München die Fächer Medizin, Psychologie und Biochemie. 1976 promovierte Richard in München und erreichte 1984 die Habilitation für das Fach der Augenheilkunde. Prof.#Dr.#Gisbert Richard ist heute Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik Hamburg, eine der grössten Augenkliniken Europas mit angeschlossenen Laboratorien.

Preisverleihung in Kreuzlingen

Prof. Dr. Gisbert Richard wird seinen Preis am Donnerstag, 26.#August auf Schloss Brunnegg in Kreuzlingen am Bodensee erhalten. Die Preisvergabe erfolgt in Zusammenwirken der Wissenschaftsstiftung Gero mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Erwartet wird zahlreiche Prominenz aus Gesellschaft, Politik und Kultur. Unter Anderen werden der Direktor des Bundesamtes für Sozialversicherungen in Bern, Dr. Otto Piller, die Repräsentantin des Departments Health and Aging der WHO, Irene#Hoskins, Sen. Burt Saunders, Senator des Staates Florida / USA, und andere den Preisträger und dessen Arbeiten würdigen.

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¶Notiz: Dieser Text wird im Auftrag von Gero, Kreuzlingen, übermittelt. Rückfragen: Gero, Bahnhofstrasse 6, CH-8280 Kreuzlingen, Frau Astrid Hälbich, Tel.#0041/71/677 50 78.

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