Deutlicher Preisverfall in der Elektro- und Elektronikindustrie zwingt zum Umdenken

Wien (OTS) - In einem vom Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) erhobenen "Preisbarometer" zur Jahresmitte 99 wurden spartenspezifisch teilweise massive Preisrückgänge festgestellt. Zur Sicherung der Wertschöpfung werden Gegenstrategien wie Rationalisierung, Spezialisierung und die Konzentrationen auf das Kerngeschäft intensiviert.

"Die durch den FEEI erhobene Bestandsaufnahme über die Preisveränderungen unseres Industriezweiges spricht eine deutliche Sprache. Diese teilweise dramatischen Entwicklungen unberücksichtigt zu lassen, hieße die Augen vor der Realität zu verschließen und bedeutet schon mittelfristig Folgewirkungen, die als irreversibel bezeichnet werden müssen," bringt es Generaldirektor Hochleitner in seiner Funktion als Fachverbandsvorsteher auf den Punkt.

Viele Unternehmen reagieren bereits auf den Preisverfall und haben Rationalisierungsmaßnahmen (87%), einer klaren Spezialisierung (67%) und der Konzentration auf die unternehmerischen Kernbereiche (52%) oberste Priorität eingeräumt. Outsourcing, an vierter Stelle, danach die Auslagerung in Billiglohnländer, gefolgt von Mergers und Joint-Ventures werden als weitere strategische Instrumente als Reaktion auf die Preisveränderungen angeführt. Immerhin 16 Prozent der befragten Betriebe haben Produktionseinstellungen als Konsequenz auf den Preisrückgang genannt, Einstellungen bereits durchgeführt oder Schließungen in Planung.

Die im Rahmen der jüngst abgeschlossenen Erhebung erfaßten Betriebe repräsentieren einen Gesamtumsatz von ca. 117 Mrd. ATS, sie beschäftigen derzeit rund 41.000 Arbeitnehmer der insgesamt 65.000 Arbeitnehmer der Elektro- und Elektronikindustrie. Von Preisrückgängen besonders betroffen waren die Sparten Bauelemente, Verteilungs- und Schalteinrichtungen, sowie die Sparte Meß- und Prüftechnik. Preissteigerungen sind nur bei Dienstleistungen und Spezialerzeugnissen sowie vereinzelt bei innovativen Produkten mit höherwertiger Technologie festgestellt worden.

Untersucht man die Aussagen der Unternehmen über den jeweiligen Anteil der Produkte mit Preisrückgängen, mit Preisstabilität und jenen mit Preiserhöhungen, gemessen in Prozent des Gesamt-Nettoverkaufserlöses, zeigt sich, daß nur 7,5% der Mitgliedsfirmen im letzten Jahr keine Preisrückgänge hinnehmen mußten und daß 65,7% der Firmen keine einzige Preiserhöhung durchsetzen konnten.

Als Ursachen des Preisrückganges wurden von den befragten Unternehmen der Elektro- und Elektronikindustrie in erster Linie Überkapazitäten, weiters Folgewirkungen des liberalisierten Marktes, das erweiterte internationale Vergabewesen und Krisen in diversen Weltregionen, etwa Fernost oder Lateinamerika genannt. Der Beitritt zur Europäischen Union wurde nur von 15% der Betriebe dezidiert in ursächlichen Zusammenhang zum deutlichen Verfall der Preise gestellt.

"Um die Existenz der Elektro- und Elektronikindustrie, eine der wichtigsten Industrien am Wirtschaftsstandort Österreich, zu sichern, bedarf es einer klaren Kurskorrektur der Unternehmen und einer nachhaltigen Verbesserung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen: Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung müßten unsere Mitgliedsunternehmen und die Sozialpartnerschaft aufrütteln und die zukünftige Arbeitgeber- und Lohnpolitik prägen," schließt Hochleitner.

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