Alamierender AK Wien Test: Kühlung von Huhn und Fleisch schlecht

Produkttemperaturen meist höher als 4 Grad Celsius

Wien (OTS) – Bei verpackten Hühnern wurde die am Etikett angegebene Lagertemperatur durchwegs überschritten, bei verpacktem Frischfleisch bei 86 Prozent der Proben. Auch offen verkauftes Geflügel und Fleisch wurde meist weit über 4 Grad Celsius gelagert. Dementsprechend hoch waren auch die Produkttemperaturen, die für Qualität und Haltbarkeit entscheidend sind. Das zeigt ein aktueller AK Test in Supermärkten und Fachgeschäften in Wien. Die Konsumentenschützer der AK fordern daher, daß die Einhaltung der maximalen Kühltemperaturen – wie in der allgemeinen Hygiene-Verordnung vorgeschrieben - von der Lebensmittelaufsicht gezielt kontrolliert und sanktioniert wird. In der Hygiene-Verordnung ist auch klarzustellen, daß die Lagertemperaturen als maximale Produkttemperaturen zu verstehen sind. Der Handel muß die Kühlgeräte überprüfen und achten, daß das Thermometer funktioniert und richtig angebracht ist. ****

Manche mögen's heiß – auch die Henderln, wenn sie am Griller oder in der Pfanne schmoren – aber nicht, wenn sie in der Kühlvitrine liegen. Da werden sie meist zu warm gelagert. Das zeigt eine AK Untersuchung von Ende Juni bis Mitte Juli in 20 Supermärkten, 21 Fleisch- und 20 Hühner-Fachgeschäften in Wien. Insgesamt wurden 39 Hühner und 35 Frischfleischproben beurteilt. Die Untersuchung führte die Lebensmittelversuchsanstalt im Auftrag der AK durch.

Lagertemperaturen überschritten
Die Anzeige in der Vitrine – falls überhaupt vorhanden – stimmt meist nicht mit der tatsächlichen Kühltemperatur in der Vitrine überein. Für die Konsumenten, aber auch für die Anbieter, ist die Anzeige daher nicht verläßlich, sagt die AK. So betrug in Supermarktvitrinen der größte Unterschied zwischen Anzeige und der gemessenen Lufttemperatur in der Vitrine 18,3 Grad Celsius. Die größte Abweichung in Kühlvitrinen von Fleischfachgeschäften machte 12,5 Grad Celsius aus.

Die Kühltemperaturen von 2 Grad Celsius für verpacktes Geflügel, wie am Etikett vorgesehen, wurde in allen Fällen überschritten. Bei offen abgegebenen Hühnern wurde die maximale Lagertemperatur von 4 Grad Celsius in 65 Prozent der Fälle überschritten.
Bei verpacktem Frischfleisch wurde die Lagertemperatur von 4 Grad Celsius in 86 Prozent der Proben überschritten, bei offen abgegebener Ware bei 75 Prozent.

Hohe Produkttemperaturen durch unzureichende Kühlung
Die vorgeschriebenen Lagertemperaturen sollten sich auch in entsprechend niedrigen Produkttemperaturen niederschlagen. Das ist nicht der Fall, wie die AK Untersuchung der Kerntemperaturen der Produkte zeigt.

+ Bei Geflügel wurde eine Produkttemperatur von 4 Grad Celsius bei 58 Prozent der untersuchten Proben (verpacktes Geflügel) und bei
85 Prozent (offen angebotenes Geflügel) überschritten.
+ Bei Fleisch wurde die Produkttemperatur von 4 Grad Celsius bei
85 Prozent (verpackt) und bei 95 Prozent (offen) der Fälle überschritten. Die Hälfte der verpackten und 57 Prozent der offenen Proben hatten mehr als 7 Grad Celsius.

In Einzelfällen gab es sogar absolute Spitzenreiter: 14 Grad Celsius Kerntemperatur bei einem offen abgegebenen Huhn. 18 Grad Celsius bei einem offen abgegebenen Fleisch.

Mehr Kontrolle – Kürzere Haltbarkeitsangaben
Ein Vergleich mit den AK Erhebungen der letzten Jahre zeigt, daß sich die Situation trotz der gesetzlich vorgeschriebenen Lagertemperaturen noch nicht verbessert hat. Die AK Konsumentenschützer fordern daher:

+ Der Handel muß die Kühlgeräte besser kontrollieren, ob das Thermometer richtig angebracht ist und funktioniert.

+ Die Lagertemperaturen müssen konsequent von der Lebensmittelaufsicht kontrolliert werden – Verstöße sind zu sanktionieren. Immerhin ist seit März die allgemeine Hygiene-Verordnung gültig, in der die maximalen Lagertemperaturen für Frischfleisch und Frisch-Hühner von 4 Grad Celsius verbindlich vorgeschrieben wurden, aber unzureichend eingehalten werden – wie die jüngste AK Erhebung zeigt.

+ Die durchgehende Einhaltung der Kühlkette von der Erzeugung bis zum Verkauf muß gewährleistet sein, da sie wesentlich für die Lebensmittelqualität ist. In der allgemeinen Hygiene-Verordnung muß daher klargestellt werden, daß die vorgeschriebenen Lagertemperaturen als maximale Produkttemperaturen gelten sollen. Nur dann ist gewährleistet, daß die häufigen Überschreitungen der Produkttemperaturen eingedämmt werden können.

+ Die Haltbarkeitsdaten müssen verkürzt werden. Die AK Untersuchung zeigt, daß die am Etikett bzw die gesetzlich vorgeschriebenen Temperaturen fast immer überschritten wurden. Der Konsument muß daher von kürzeren als am Etikett angegebenen Haltbarkeitsfristen ausgehen.

Tip der AK Konsumentenschützer
Gekühlt gelagerte Produkte sollten grundsätzlich so rasch wie möglich nach dem Einkauf in den Kühlschrank gegeben werden. Da durch die unzureichende Kühlung das angegebene Ablaufdatum nur selten hält, was es verspricht, sind die Konsumenten gut beraten, derartige Waren bereits entsprechend vor dem Ablaufdatum zu verbrauchen.

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