Berger-Deponie in Weikersdorf bei Wiener Neustadt:

Austausch der Deponiesohle bis Frühjahr 2000 abgeschlossen

St.Pölten (NLK) - Die Bergung des Abfalles aus der ehemaligen Berger-Deponie in Weikersdorf bei Wiener Neustadt wurde im September 1998 - sechs Monate früher als geplant - abgeschlossen. 882.000 Tonnen wurden von mehr als 20 Vertragspartnern geräumt. Dabei stellte besonders die Vererdung eine sinnvolle Alternative für den mineralisierten oder nur gering belasteten Abfall dar. Endprodukt dieses Verfahrens war bodenidente Erde, die bedenkenlos und ohne weitere Beobachtung gelagert werden konnte. Diese Erde ist biologisch aktiv, nährstoffreich und wird hauptsächlich zur Begrünung von Deponien eingesetzt, kann aber auch - zumindest theoretisch - sogar landwirtschaftlich genutzt werden.

Die Bilanz über 882.000 Tonnen Abfälle aus der Berger-Deponie: Zu 47 Prozent fiel Vererdungsmaterial an, 21 Prozent waren Sägemehl und Holzschleifstaub. 18 Prozent entfielen auf Gewerbe- und Industrieabfall sowie Kunststoffe, 6 Prozent waren mineralische Abfälle, Kies und Bauschutt. Mit Aluminiumschlacke waren 4 Prozent der Abfälle verunreinigt. Reine Aluminiumschlacke war zu 3,5 Prozent beteiligt, und nur 0,05 Prozent waren gefährliche Abfälle, die aus Fässern stammten.
Rund 280.000 Tonnen Abfälle wurden in anderen Gruben deponiert, 31.000 Tonnen Aluminiumschlacke wurden thermisch oder chemisch-physikalisch behandelt. Die gefährlichen Abfälle - 4.367 Fässer - wurden in die Sondermüllverbrennungsanlage der Entsorgungsbetriebe in Wien-Simmering entsorgt. Etwa zwei Drittel der Abfälle wurden nach mechanischer Aufbereitung auf der Berger-Deponie einer Vererdung zugeführt.

Dennoch ist die Sanierung der Berger-Deponie noch nicht zu Ende, da nun die Folgen einer jahrzehntelangen Kontaminierung mit Sickerwasser zu beseitigen sind. Die stark verunreinigte Sohle, rund 100.000 Tonnen Schotteruntergrund, wird in den nächsten acht Monaten abgebaut und auf Deponien entsorgt. Zur Erklärung: Unmittelbar unterhalb der Sohle befindet sich ein in wechselnde Tiefen reichender Grundwassersee. Dieses zwischen den Stauern - Lehmschichten mit Schottereinlagerung - eingesperrte Wasser kommuniziert nicht mit dem üblichen Grundwasserkörper, hat aber eine bis zu 100mal höhere Belastung. Um die weiteren Verschleppungen von Schadstoffen zu verhindern, wird das stark verunreinigte Wasser abschnittsweise abgepumpt, der darunterliegende Schotter untersucht und verunreinigte Schichten ausgeräumt. Das kontaminierte Schichtwasser wird über einen Sandfang und eine eigens gelegte Rohrleitung in das Kanalsystem der Stadt Wiener Neustadt eingeleitet. Durch chemische Analysen wird sichergestellt, daß das verunreinigte Wasser nicht die Wiener Neustädter Kläranlage überfrachtet. Schließlich sollen nächstes Jahr - voraussichtlich im Frühjahr - die offenen Schotterflächen humusiert und begrünt werden; teilweise wird auch Wald angesetzt.

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