Brauner zur Debatte um Frauen- und Familienpolitik

Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Leitlinie der Politik

Wien, (OTS) "Die konservativen Vorstellungen zur Familienpolitik, die derzeit in Diskussion stehen, zeigen viele Unklarheiten," sagte am Freitag Wiener Frauenstadträtin Mag.
Renate Brauner. Es gäbe nicht nur eine unklare Situation um die ÖIF-Studie an sich, wobei die ÖVP das darin in mehreren Tranchen diskutierte Scheckmodell manchmal für sich reklamiere, sich dann wieder davon distanziere, sondern auch um - und das sei die wichtigere Frage - das Problem der Finanzierung. "Davon abgesehen ignorieren die konservativen Familienmodelle die gelebte Realität der Familien und vor allem auch der Frauen, und negieren den deutlichen Wunsch der Frauen nach einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie," so Brauner.

Brauner: Kein Scheckmodell für Wien

Allein in Wien würde ein Kinderbetreuungsscheckmodell geschätzte 7 Milliarden Schilling kosten, wie eine Erhebung des Frauenressorts in Abstimmung mit dem Sozialressort bereits Ende letzten Jahres gezeigt habe. Das derzeitige System der Kinderbetreuung mit immerhin rund 3.000 Arbeitsplätzen würde zusammenbrechen, Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik, etwa für den Wiedereinstieg, müßten gestrichen werden. Die Frauenerwerbsquote (in Wien derzeit mit ca. 68,5 Prozent die höchste Österreichs) würde sinken, dem Staatssäckel würden damit auch mittel- und langfristig Mittel aus dem Steueraufkommen der Frauen fehlen. "Das Scheckmodell ist also nicht nur
frauenpolitisch bedenklich, sondern auch ökonomisch unseriös," meinte Brauner. Gerade auch aus ökonomischer Sicht, so Brauner,
sei es wichtig zu berücksichtigen, dass alle Modelle, die Frauen auf längere Dauer vom Erwerbsleben ausschließen, eben auch Folgekosten erzeugen, "denn die längere Abwesenheit bedeutet einen Nachqualifizierungsbedarf, bedeutet die Notwendigkeit, Wiedereinstiegshilfen zur Verfügung zu stellen."

Brauner: Verheiratet ist nicht versichert!

Die Realität zeige nämlich, dass gerade in Wien Frauen auf eine eigenständige Existenzsicherung großen Wert legen, "denn sie können und wollen sich nicht auf eine dauerhafte Partnerschaft verlassen, das beweist schon allen die wachsende Zahl an Alleinerzieherinnen." Brauner erinnerte an eine Studie des Wiener Frauenbüros (MA 57) "Wiener Frauenbarometer - Arbeitswelt", die eindeutig diesen Wunsch der Wienerinnen, nahezu unabhängig von Alter, Einkommen und Bildungstand, belege. Viele wichtige Fragen, wie das Recht auf Teilzeit für Eltern kleiner Kinder oder verbesserte Möglichkeiten zur Teilzeitkarenz, werden in den konservativen Familienvorstellungen völlig ignoriert, obwohl sie für Mütter, Väter und Kinder unter dem Motto ´Mehr Zeit für Kinder´ mehr Lebensqualität bedeuten," sagte Brauner abschließend. (Schluss) mk/

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