Die Legende der Werbebranche, David Ogilvy, stirbt im Alter von 88 Jahren

New York, USA (ots-PRNewswire) - David Ogilvy, eine Legende in der Werbebranche und der Gründer der jetzigen weltweiten Werbeagentur, starb in seinem Haus in Touffou, Frankreich. Er wurde 88 Jahre alt.

Zu den Hinterbliebenen von Mr. Ogilvy gehören seine Ehefrau Herta, geborene Lans, und sein Sohn David Fairfield Ogilvy, ein Immobilienmanager in Greenwich, Connecticut, USA, sowie seine Schwiegertochter Cookie Ogilvy und drei Stiefenkel.

David Ogilvy war jahrzehntelang eine berühmte und geachtete Führungsperson in der Werbebranche. Von ihm stammten einige der bekanntesten Werbefiguren der Welt wie 'The Man In the Hathaway Shirt' und 'Commander Schweppes'. Außerdem war er der Autor mehrerer grundlegender Bestseller über Werbung, darunter 'Confessions of an Advertising Man' (1963), 'Blood, Brains & Beer' (1978, 1997 als 'David Ogilvy: An Autobiography' erneut veröffentlicht) und 'Ogilvy On Advertising' (1983).

Er wurde am 23. Juni 1911 in West Horsley, England, geboren und später in Oxford ausgebildet, aber nach eigenem Bekenntnis 'hinausgeworfen', was er als das eigentliche Versagen in seinem Leben ansah.

Seine wechselvolle Karriere begann in Paris, wo er als Koch in der Küche des Hotel Majestic arbeitete. In Großbritannien war er Handlungsreisender für Aga Cookers. 1938 emigrierte er in die USA und wurde 1939 Associate Director des Audience Research Institute von George Gallup in Princeton, wo er seinen lebenslangen Respekt für Umfragen entwickelte. Während des zweiten Weltkriegs arbeitete er für die British Security Coordination und diente der britischen Botschaft in Washington als zweiter Sekretär. Sein Vorgesetzter war Sir William Stephenson. Nach dem Krieg lebte er bei den Amish in Lancaster County, Pennsylvania, und arbeitete als Farmer. 1948 gründete er seine in New York ansässige Werbeagentur Hewitt, Ogilvy, Benson & Mather.

In den ersten zwanzig Jahren seiner Agentur erhielt Ogilvy Aufträge von Lever Brothers, General Foods und American Express, Accounts, die die Agentur heute noch hat. Ogilvy war nicht nur für seinen ausgeprägten Geschäftssinn in der Werbebranche berühmt, sondern auch dafür, die Standards für die Geschäftspraktiken und den Professionalismus anzuheben, sowie für seine tief empfundenen Überzeugungen wie 'Never run an advertisement you would not want your own family to see' (Bringe niemals Werbung, die Du nicht auch Deiner eigenen Familie zeigen würdest) und 'The consumer is not a moron. She is your wife' (Der Verbraucher ist kein Trottel, sondern Deine Frau).

1967 wurde David Ogilvy zum Commander des British Empire ernannt, 1977 in die Advertising Hall of Fame gewählt, und 1990 erhielt er den französischen 'Order of Arts and Letters'.

Die privaten Beerdigungsfeierlichkeiten finden am Freitag, den 23. Juli 1999, auf dem Familienanwesen in Frankreich statt. Für den Frühherbst ist eine Gedenkfeier in New York geplant.

Ogilvy & Mather Worldwide, eine Tochtergesellschaft der WPP Group plc, ist das achtgrößte Agenturnetzwerk der Welt mit 359 Niederlassungen in 100 Ländern und einem Auftragsvolumen von $9.8 Milliarden im Jahre 1998 (http://www.ogilvy.com).

David Ogilvy

23. Juni 1911 - 21. Juli 1999
David Ogilvy, der Inbegriff des Werbemannes, starb nach langer Krankheit am 21. Juli 1999 in seinem Haus in Touffou, Frankreich. Seine Hinterbliebenen sind seine Ehefrau Herta, geborene Lans, und sein Sohn David Fairfield Ogilvy sowie seine Schwiegertochter Cookie Ogilvy und drei Stiefenkel.

Ogilvy bleibt einer der berühmtesten Namen in der Werbung und einer der Handvoll Titanen (Raymond Rubicam, Leo Burnett, William Bernbach, Ted Bates), die die Branche nach den Zwanziger Jahren gestalteten.

1948 gründete David die Agentur, die jetzt als Ogilvy & Mather bekannt ist. Am Anfang hatte er keine Klienten und zwei Mitarbeiter. Er baute die Agentur zum weltweiten Unternehmen aus - eines der acht größten und angesehensten Agenturnetzwerke. Heute hat es
359 Niederlassungen in 100 Ländern.

Ogilvy & Mather ist vielleicht mehr als jede andere Agentur auf mehreren klar festgelegten Prinzipien aufgebaut, die die Ansichten ihres Gründers wiedergeben. David entwickelte diese Grundsätze am Anfang seiner Karriere und wich nie von ihnen ab. Er glaubte immer, daß die Funktion der Werbung im Verkaufen besteht und daß es möglich ist, die Techniken zu bestimmen, bei deren Anwendung es höchstwahrscheinlich zum Verkauf kommt.

1936 erklärte er im Alter von 25 Jahren: "Jede Werbebotschaft muß die gesamte Verkaufsstory enthalten. Jedes Wort zählt". Er fügte hinzu: "Dauerhafter Erfolg ist selten auf Oberflächlichkeit aufgebaut. Die Menschen kaufen nicht bei Clowns." 1992 beschäftigte er sich in einer Rede vor der Association of National Advertisers (U.S.) erneut mit diesem Thema: "Wenn Sie Ihr Werbebudget im wesentlichen für die Unterhaltung des Verbrauchers verwenden, verkaufen Sie möglicherweise nicht so hohe Stückzahlen von Ihrem Produkt, wie Sie möchten. Die Leute kaufen das neue Waschmittel nicht, weil der Hersteller am Vorabend im Fernsehen einen Witz erzählt hat. Sie kaufen es, weil es ihnen einen Vorteil verspricht."

Trotz der Strenge seiner Doktrin war Ogilvy als Texter persönlich verantwortlich für viele der berühmtesten und raffiniertesten Werbekampagnen. Dazu gehören 'The Man in the Hathaway Shirt', die Werbeserie für Schweppes mit Commander Whitehead und der vielleicht bekannteste Slogan, der jemals für eine Automobilanzeige geschrieben wurde: 'Bei 90 Kilometern pro Stunde ist das lauteste Geräusch im neuen Rolls-Royce das Ticken der elektrischen Uhr.'

Ogilvy ist inner- und außerhalb der Werbebranche oft zitiert worden. In den Fünfzigern erklärte er: 'Der Verbraucher ist kein Trottel, sondern Deine Frau'.

Zu seinen weiteren bekannten Redensarten gehören:

'Man kann die Leute nicht so lange langweilen, bis sie das Produkt kaufen. Man kann den Kauf des Produkts nur interessant machen.'

'Bringe niemals Werbung, die Du nicht auch Deiner eigenen Familie zeigen würdest.'

"Die Disziplin des Wissens ziehen wir der Anarchie der Ignoranz vor. Wir streben nach Wissen wie ein Schwein nach Trüffeln.'

1963 veröffentlichte er sein erstes Buch: Confessions of an Advertising Man (Bekenntnisse eines Werbemanns). Es wurde zum am häufigsten gelesenen Buch, das jemals über Werbung geschrieben wurde. 1978 veröffentlichte Ogilvy seine Autobiographie: Blood, Brain & Beer (sinngemäß: Leidenschaft, Lust am Wissen & am Bier). Fünf Jahre später erörterte das Werk 'Ogilvy on Advertising' die Ansichten von Ogilvy über die Werbung. Zusammen ergaben diese Bücher ein kohärentes Meinungsbild sowie ein Kompendium detaillierten Wissens und themenspezifischer Ratschläge wie keine anderen vergleichbaren für die Praktiker in der Werbung.

David Mackenzie Ogilvy wurde am 23. June 1911 in West Horsley, England, geboren. Er wurde im Fettes College in Edinburgh und in Christ Church, Oxford, ausgebildet. Er machte keinen Abschluß in Oxford. Wie er Jahre später sagte, wurde er 'hinausgeworfen'. Er nannte dies "das eigentliche Versagen meines Lebens... . Eigentlich hätte ich - den Erwartungen entsprechend - einer der Besten in Oxford sein müssen. Statt dessen wurde ich hinausgeworfen. Ich habe die Prüfungen nicht bestanden."

Nach Oxford ging Ogilvy nach Paris, wo er in der Küche des Hotel Majestic arbeitete. Monsieur Pitard, der Chefkoch, hinterließ bei ihm einen bleibenden Eindruck und beeinflußte seine Grundsätze fürs Geschäftliche. 1972 erinnerte er sich in einem Gespräch über Führungsqualitäten an die hohe Moral in Pitards Küche:

"Ich war dabei, als mein alter Chef in der Küche des Hotel Majestic einen seiner Köche entließ, weil der arme Teufel seine Brioches nicht dazu bringen konnte, richtig aufzugehen. Ich war schockiert von seiner Rücksichtslosigkeit, aber das führte dazu, daß alle anderen Köche glaubten, sie arbeiteten in der besten Küche der Welt. Ihre Moral hätte dem U.S. Marine Corps Lob eingebracht."

Als Ogilvy nach Großbritannien zurückkam, arbeitete er als Handlungsreisender für Aga Cookers. 1935 schrieb er ein Handbuch für die Aga-Verkäufer, das das Magazin 'Fortune' später als 'wahrscheinlich bestes Verkaufshandbuch, das jemals geschrieben wurde' bezeichnete. Der 24 Jahre alte Autor gab zeitlose Ratschläge wie diesen:

"Je mehr Prospects Sie ansprechen, desto mehr Verkaufskontakte stellen Sie her, und desto mehr Bestellungen werden Sie erhalten. Verwechseln Sie aber niemals die Quantität der Kontakte mit Ihrer Qualität als Verkäufer."

David Ogilvy emigrierte 1938 in die USA. Er wurde Associate Director des Audience Research Institute von George Gallup in Princeton, New Jersey. David zählt Gallup zu denjenigen, die den größten Einfluß auf seine Denkweise hatten. Die peniblen Forschungsmethoden von Gallup und seine Konzentration auf die Realität wurden charakteristisch für Davids eigene Herangehensweise an alles, das ihm vorgelegt wurde.

Während des zweiten Weltkriegs arbeitete er für die British Security Coordination und diente der britischen Botschaft in Washington als zweiter Sekretär. Sein Vorgesetzter war Sir William Stephenson, von dem er unter anderem die Kunst der präzisen Ausdrucksweise lernte. Memos an Sir William kamen umgehend zum Absender zurück. Sir William vermerkte oben auf dem Memo handschriftlich eines von drei Worten: YES, NO oder SPEAK. Letzteres bedeutete, daß der Absender persönlich bei ihm vorsprechen sollte.

Der Brief, den Ogilvy 1972 an den Gouverneur von Puerto Rico, Ted Moscoso, kurz nach der Rückkehr von Moscosos Partei an die Macht sandte, hatte folgenden Inhalt: "Sehr geehrter Herr Gouverneur, Vielen Dank. Immer zu Diensten, D.O." Als Frankreich den Sozialisten Francois Mitterand zum Präsidenten wählte, sandte Ogilvy einem Kollegen dieses Telex: "Mitterand wird die Reichen besteuern. Ich bin reich."

Nach dem Krieg lebte er bei den Amish in Lancaster County, Pennsylvania, und arbeitete als Farmer.

1948 gründete er seine in New York ansässige Werbeagentur Hewitt, Ogilvy, Benson & Mather mit der finanziellen Unterstützung der Londoner Agentur Mather & Crowther (1953 änderte sich der Name in Ogilvy, Benson & Mather und 1965 in Ogilvy & Mather International und in den Mittachtzigern in Ogilvy & Mather Worldwide). 33 Jahre später sandte er einem seiner Partner das folgende Memo:

Welche Agentur stellt diesen Mann ein?
Er ist 38 Jahre alt und arbeitslos. Er hat keinen College-Abschluß. Er war Koch, Verkäufer, im diplomatischen Dienst und Farmer. Er weiß nichts über Marketing und hat nie einen Werbetext geschrieben. Er gibt an, an einer Karriere in der Werbung interessiert zu sein (im Alter von 38 Jahren!) und ist bereit, für $5.000 jährlich zu arbeiten. Ich bezweifle, daß ihn irgendeine amerikanische Agentur einstellen wird.

Eine Londoner Agentur stellte ihn jedoch ein. Drei Jahre später wurde er zum berühmtesten Texter der Welt und baute in der Folge die zehntgrößte Agentur in der Welt auf.

Fazit: Manchmal zahlt es sich für eine Agentur aus, bei der Personaleinstellung phantasievoll und unorthodox vorzugehen. D.O.

In den ersten zwanzig Jahren seiner Agentur erhielt Ogilvy fast im Alleingang Aufträge von Lever Brothers, General Foods und American Express. Shell gab ihm ihren gesamten Account in Nordamerika. Sears beauftragte ihn mit der ersten landesweiten Werbekampagne.

1965 fusionierte Ogilvy die Agentur mit Mather & Crowther, der ihn unterstützenden Londoner Agentur, zu einer neuen internationalen Firma. Ein Jahr später ging die Firma als eine der ersten Werbeagenturen an die Börse.

Seit seinem Rücktritt als Chairman von Ogilvy & Mather im Jahre 1973 lebte Ogilvy ständig in Touffou, Frankreich. Er war zwar nicht mehr für das alltägliche Geschäft zuständig, hielt aber per Telex, Fax und Korrespondenz Kontakt zur Firma. Aufgrund seiner Korrespondenz stieg das Postvolumen in der nahegelegenen Stadt Bonnes, Frankreich, derart an, daß die dortige Post heraufgestuft wurde und der Leiter der Post ein höheres Gehalt erhielt.

Zu der Zeit, als Ogilvy nach Frankreich zog, hatte Ogilvy & Mather in der ganzen Welt expandiert und einen festen Platz als eine der führenden Agenturen auf der ganzen Welt. Gelegentlich verließ David Touffou, besuchte Büros der Agentur in vielen Ländern und hielt Reden bei Kundenzusammenkünften und weiteren geschäftlichen Anlässen. 1991 erläuterte er in einer Rede vor der Association of National Advertisers (U.S.) erneut die Themen, mit denen er sich Zeit seines Lebens beschäftigte. Die Rede endete:

"Einmal hatte ich einen neuen Klienten, der mir sagte, ich möge eine Werbekampagne machen, die dazu führen würde, daß seine Freunde aus dem Country Club ihm zu seiner pfiffigen amüsanten Werbung gratulierten. Ich weigerte mich. Ich machte einfach eine Kampagne, von der ich aufgrund der Vorarbeiten wußte, daß sie wahrscheinlich seinen Umsatz erhöht.

Es hat sich noch nie ein Hersteller darüber beschwert, daß er aufgrund seiner Werbung besseren Umsatz macht."

1989 wurde die Ogilvy Group für 864 Millionen US-Dollar von WPP erworben, einer britischen Holdinggesellschaft. Die Übernahme machte WPP, die auch die Werbeagentur J.Walter Thompson und eine Anzahl weiterer Firmen ihr eigen nannte, zur größten Marketingkommunikationsfirma der Welt. Martin Sorrell, Chief Executive von WPP, bat Ogilvy, die Position des Non-Executive Chairman der Holdinggesellschaft zu übernehmen, was er drei Jahre lang tat.

In einem Interview anläßlich seines 75. Geburtstags wurde Ogilvy gefragt, ob es etwas gab, das er sich immer gewünscht, aber nie erhalten hatte. Seine Antwort: "Der Ritterschlag. Und eine große Familie - zehn Kinder." Sein einziger Sohn, David Fairfield Ogilvy, wohnhaft in Greenwich, Connecticut, stammt aus seiner ersten Ehe mit Melinda Street. Diese Ehe wurde 1955 geschieden, so auch eine zweite Ehe mit Anne Cabot. Ogilvy heiratete Herta Lans 1973 in Frankreich.

Auch wenn er nicht zum Ritter geschlagen wurde, wurde Ogilvy 1967 zum Commander des British Empire ernannt. 1977 wurde David Ogilvy in den USA in die Advertising Hall of Fame gewählt, und 1990 erhielt er den französischen 'Order of Arts and Letters'.

Von 1958 bis 1960 war Ogilvy Chairman des Public Participation Committee für das Lincoln Center und trug dazu bei, Finanzmittel aufzunehmen, um den riesigen Komplex für die angewandten Künste in New York zu bauen. 1968 wurde er zum Chairman des United Negro College Fund ernannt und 1975 zum Treuhänder des Executive Council des World Wildlife Fund.

ots Originaltext: Ogilvy & Mather Worldwide
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Rückfragen bitte an:
Nora Slattery von Ogilvy & Mather Worldwide, Tel.: (USA) 212-237-5416/
Webseite: http://www.ogilvy.com/

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