Protokoll der Feuerwehr Lassing legt schwere Mängel offen Kumpel kündigten die Katstrophe stundenlang verzweifelt an Retter bekamen keine Auskunft über die Pläne der Grube Vorausmeldung zu NEWS Nr. 29/22.7.99

Wien (OTS) - In seiner morgen erscheinenden Ausgabe zitiert das Magazin NEWS aus einem dem Gerichtsakt beiliegenden Protokoll der Feuerwehr Lassing, das schwerste Mängel bei den Rettungsarbeiten rund um den Grubeneinbruch offenlegt. In der sogenannten "Zeittfafel" sind alle Telefonate und Funksprüche festgehalten, die am Unglückstag zwischen der Grube, der Werksleitung und der Feuerwehr geführt wurden.

So etwa dokumentiert ein Telefonat, welches der später verschüttete Bergmann Manfred Zeiser aus der Grube mit seiner Schwester geführt hatte, daß die Kumpel bereits Stunden vor dem zweiten Einbruch das Bergwerk aufgeben wollten. Zeiser meldete bereits um 15.30 Uhr des Unglückstages: "Die Grube bricht zusammen. Jetzt saufen wir ab." Trotz dieser eindeutigen Warnungen mußten zehn Kumpel noch weitere sechs Stunden versuchen, die Grube zu retten. Über die sinnlosen Arbeiten in der Grube äußerte sich Zeiser in einem weiteren Telefonat mit einem Kumpel über Tag: "Die (die Werksleitung:
Anm. d. Red) sind alle deppert, die kennen sich nicht aus. Die Sperre auf Sohle 8 kann nicht halten."

In weiterer Folge dokumentiert die "Zeittafel", wie die Feuerwehr verzweifelt nach Plänen der Grube gesucht hatte. Um 23.21 Uhr des Unglückstages notiert das Protokoll folgenden Funkspruch: "Wir müssen unbedingt einmal den zuständigen Geologen sprechen, wie weit überhaupt diese unterirdischen Gänge führen. In der Betriebsleitung sind überhaupt keine Menschen, wir finden keinen".

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