Bitte OTS 019 nicht verwenden: AK Tumpel fordert mehr Transparenz bei den Kontogebühren (1)

AK Girokonto-Untersuchung: Enorme Preisunterschiede – unübersichtliche Angebote

Wien (OTS) – Die Girokontogebühren sind in den letzten zehn Jahren um das Zehnfache teurer geworden – das sind Preissteigerungen, die weit über der Inflationsrate liegen, kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel: Die Preisgestaltung bei
den Girokonten ist äußerst unübersichtlich und die Angebote schwer vergleichbar. Tumpel will faire Verhältnisse für die Konsumenten. Dazu gehört, daß die Kunden die Preise auch vergleichen können. Nur so kann es einen echten Wettbewerb geben, sagt der AK Präsident. Die AK hat die Kontoführungsentgelte für ein Girokonto bei 15 Kreditinstituten in Österreich erhoben: Mehr als die Hälfte der Banken erhöhte gegenüber Februar 98 die Preise. Konten mit Einzelverrechnung wurden von 10 bis zu 42 Prozent teurer, Pauschalkonten um bis zu 22 Prozent. Die Gebühren schwanken zwischen 155 und 940 Schilling für ein Gehaltskonto mit 180 Buchungen jährlich und keinen Überziehungen. ****

Die AK hat die Kontoführungsgebühren und die Preise für den sonstigen Zahlungsverkehr bei 15 österreichischen Geldinstituten mit Anfang Juli erhoben.

Undurchschaubarer Gebührendschungel
Da die Kontovarianten der einzelnen Banken unterschiedliche Leistungen einschließen, hat der Konsument zwar mehr Auswahl, aber die Vergleichbarkeit ist schwierig. Bei der Einzelverrechnung
kommen zu der Kontoführungsgebühr noch die Preise für die Buchungszeilen dazu, wobei einige Banken eine unterschiedlich hohe Anzahl von Freibuchungen geben, andere nicht.
Im Pauschalkonto sind in der Regel die Buchungsposten unbegrenzt inkludiert. Manchmal ist auch die Euroscheck-Karte mit Bankomatfunktion enthalten, manchmal nicht. Manche Banken wiederum bieten Bankomatkarte und Kreditkarte an.

Beachtliche Verteuerung
Mehr als die Hälfte der 15 erhobenen Kreditinstitute (Bank
Austria, BAWAG, CA-BV, Dornbirner Sparkasse, Erste, Oberbank, PSK, Tiroler Sparkasse) erhöhte ihre Girokontoentgelte im Vergleich zum Februar 1998. Bei Konten mit Einzelverrechnung wurde von sechs Banken eine Erhöhung vorgenommen. Bei den Pauschalkonten kam es
bei vier Banken zu einer Verteuerung und bei einem Institut zu
einer Senkung.

Das Kontoentgelt für ein Konto mit Einzelverrechnung wurde um 10 bis 42 Prozent teurer (Bank Austria). Ebenso haben einige Banken
die Kosten für die Zeilengebühr massiv erhöht – die Bank Austria um das Doppelte und die Oberbank um 150 Prozent. Einige Institute wiederum haben die Freibeträge bzw Freibuchungen erheblich verringert. Die Entgelte für die Pauschalkonten wurden um bis zu
22 Prozent erhöht (CA-BV), bei einem Institut (BAWAG) allerdings
um 28 Prozent billiger.

Kostspielige Schecks
Die Preise für die Scheckkarten mit Bankomatfunktion und für die Scheckformulare wurden von sechs Banken erhöht. Die Scheckkarte
mit Bankomatfunktion wurde um bis zu 13 Prozent (PSK) teurer, die Formulare um bis zu 25 Prozent (Bank Austria).

Überziehung keine Dauerlösung
Die Überziehungszinsen innerhalb des Rahmens liegen zwischen 7,5 und 13,25 Prozent (Österreichische Volksbanken AG). Wird der Kontorahmen überzogen, verlangen immerhin acht Banken noch Aufschläge von 3,5 bis zu 5 Prozent. Für die AK ist das bedenklich, da der Kontorahmen dem Kunden nur auf Anfrage bekanntgegeben wird. Die Überziehungszinsen betragen also zwischen 12 und 18,25 Prozent, wenn der Aufschlag dazugerechnet wird.

Wenig Zinsen bei Guthaben
Generell gewähren die Banken für Guthaben am Girokonto Zinsen von sehr bescheidenen 0,125 Prozent bis zu 2 Prozent.
So ist das Guthaben am Girokonto der Bank Austria, der Hypo NÖ-Landesbank und der Österreichischen Volksbanken AG nur mehr 0,125 Prozent wert, die Überziehungszinsen bei diesen Instituten
hingegen liegen mit einer Bandbreite von 11,5 bis 13,25 Prozent im Spitzenfeld bei den Überziehungszinsen.

Mehr Transparenz
Die AK Untersuchung zeigt, daß die Kunden die Preise nur sehr schwer vergleichen können, folgert der AK Präsident.

Tumpel fordert daher:
+ Die Preise für die Girokonten müssen besser vergleichbar werden. Die Banken sollen daher ein einfaches Pauschalkonto anbieten, das neben der Kontoführung sämtliche Buchungszeilen beinhaltet. Bei einem solchen Basiskonto wären auch die Preise besser
vergleichbar. Jeder Kunde könnte weitere Leistungen wie Scheck-
und Bankomatkarte nach Bedarf wählen.
+ Die Zinsen sind bei Kontoüberziehungen zu senken. Die Überziehungszinsen sind überhöht. Zinssenkungen, wie sie in anderen Bereichen festzustellen sind, (Einlagezinsen bei
Girokonten, Sparbücher) haben sich bei den Überziehungszinsen nicht ausgewirkt.
+ Jeder Konsument soll ein Recht auf ein Girokonto haben. Eine Teilnahme am Erwerbsleben setzt in aller Regel ein Girokonto
voraus. In der Praxis verweigern Banken ihren Kunden, selbst Personen, die unverschuldet in Zahlungsschwierigkeiten kommen, die Führung eines Girokontos. Das hat für die Betroffenen weitreichende Kosequenzen und ernste wirtschaftliche Nachteile.
+ Banken sollen die Kunden regelmäßig über die Höhe des Überziehungsrahmens und die Höhe der Überziehungszinsen informieren. Das könnte am Kontoauszug am Quartalsende erfolgen, das spart den banken zusätzliche Informationskosten.

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