Csörgits: Kinderbetreuungsscheck ist unmoralisches Angebot für Frauen

Je länger die Berufsunterbrechung, desto schwieriger der Wiedereinstieg

Wien (ÖGB). Als "unmoralisches Angebot” für Frauen bezeichnete heute die ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits das Modell eines Kinderbetreuungsschecks. Csörgits: "Frauen werden auf diese Weise sanft, aber bestimmt aus dem Erwerbsleben gedrängt, denn je länger die Berufsunterbrechung, desto schwieriger wird die Chance für den Wiedereinstieg. ++++

"Statt über den Kinderbetreuungsscheck zu diskutieren, sollten vielmehr die Wiedereinstiegsmöglichkeiten für Frauen nach der Karenz verbessert werden”, betonte ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits. Schon nach zwei Jahren Karenzzeit schaffe rund ein Drittel der Frauen den Wiedereinstieg nicht mehr, so Csörgits, daher seien Maßnahmen notwendig, um die Rückkehr ins Berufsleben zu erleichtern.

"Die Verlängerung der Behaltefrist auf 26 Wochen, bedarfsorientierte Kinderbetreuung und eine Erhöhung des Karenzgeldes, sind Forderungen, die Frauen unterstützen und nicht, so wie ein Kinderbetreuungsscheck, aus dem Arbeitsmarkt drängen. Frauen wollen heute Berufstätigkeit und Kind; das zu verwirklichen, bedeutet leistbare und bedarfsorientierte Kinderbetreuungseinrichtungen zu schaffen, Frauenförderprogramme in Betrieben zu etablieren und das ‚Risiko Karenz‘ so gering wie möglich zu gestalten.”

Gleichzeitig betonte Csörgits, dass die Karenzzeit nicht ausschließlich als Frauensache gesehen werden sollte. Csörgits:
"Anders als in skandinavischen Ländern, sind in Österreich nur 1,7 Prozent der Männer in Karenz; jeder zweite Vater in Österreich, der Karenz in Anspruch nimmt, ist arbeitslos”. (bfm)

ÖGB, 21. Juli 1999 Nr. 374

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