ARBÖ: Mit dem Mietwagen nicht über die EU-Grenze?

Wien (ARBÖ) - Viele Autolenker verzichten auf den Streß einer langen Anreise mit dem eigenen Auto und nehmen sich stattdessen am Urlaubsort einen Mietwagen. Der ARBÖ warnt nun, daß es immer wieder zu zollrechtlichen Problemen kommt, wenn ein EU-Bürger mit Wohnsitz in einem EU-Mitgliedsland (zum Beispiel ein Österreicher) eine Reise mit einem Mietwagen, der in einem Drittland (zum
Beispiel in Ungarn) zugelassen ist, in ein anderes EU-
Mitgliedsland (zum Beispiel Italien) unternehmen will. Im Reiseverkehr ausschließlich von EU-Bürgern zwischen EU-Ländern mit Mietwagen aus der EU gibt es hingegen keine Probleme.

Mag. Elisabeth Brugger-Brandau, volkswirtschaftliche Referentin des ARBÖ: "Gemäß dem EU-Zollkodex ist die Verwendung von Leihwägen aus Drittländern ohne Verzollung nur dann erlaubt, wenn man - etwa weil das eigene Fahrzeug nach einem Unfall nicht fahrbereit ist -damit in sein Heimatland zurückkehrt. Die Rückkehr in das Heimatland muß dabei sozusagen "amtlich angemeldet" werden: Das erste Zollamt, bei dem man in das Gebiet der Europäischen Union einreist, stellt in diesem Fall einen Verwendungsschein aus, auf
dem vermerkt ist, wieviele Tage für die Heimreise zugestanden werden."

Wird der Leihwagen mit dem Drittland-Kennzeichen nicht für den Zweck der Rückreise in das Heimatland verwendet, muß er anläßlich der Einreise in das Gebiet der Union verzollt werden! Dies wäre
zum Beispiel der Fall, wenn ein Italiener in Ungarn einen
Leihwagen mieten möchte, um damit einen Tagesausflug nach Wien zu machen. Mit der Schweiz – ebenfalls ein "Drittland, da nicht Mitgliedsland der EU – konnte das Problem (Beispiel: ein Schwede fliegt nach Zürich, um mit einem in der Schweiz gemieteten Leihwagen nach Vorarlberg weiterzufahren) erst kürzlich mittels eines Übereinkommens entschärft werden. Nun darf man den Leihwagen mit Schweizer Kennzeichen acht Tage lang in Österreich benützen. Mit anderen Drittländern, zum Beispiel Ungarn, gelten solche Übereinkommen – zumindest derzeit - noch nicht.

Es wird zwar an einer EU-weiten Lösung gearbeitet, diese ist jedoch derzeit noch nicht in Kraft. Daher der Rat der ARBÖ-Expertin: "Um Probleme und Kosten zu vermeiden, sollten Sie bei
der Leihwagenfirma ausdrücklich nach einem Mietauto fragen, das
ein EU-Kennzeichen trägt. Ein solches Fahrzeug muß bei der Einreise in das EU-Gebiet selbstverständlich nicht verzollt
werden. Leihwagenfirmen sind auf diese Fälle zumeist vorbereitet und Fahrzeuge mit entsprechender Zulassung stehen zur Vermietung bereit."

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 89121-244
e-mail: presse@arboe.at

ARBÖ Presse

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAR/NAR