Wachtelkönig in Niederösterreich wieder im Aufwind

Gefährdeter Wiesenvogel durch vereintes Bemühen gerettet

St.Pölten (NLK) - Praktisch in letzter Sekunde wurde ein vom Aussterben bedrohter Wiesenvogel, der Wachtelkönig, vor dem fast unvermeidlich scheinenden Untergang gerettet. Das Land Niederösterreich und BirdLife Österreich arbeiten in einem Artenschutzprogramm zusammen und helfen engagierten Bauern bei der Erhaltung dieser Art, sagte heute Landesrat Dr. Hannes Bauer bei einer Pressekonferenz in Wolfsgraben. Rund eine Million Schilling seien seit 1995 über den NÖ Landschaftsfonds zur Verfügung gestellt worden, um den Bauern die verspätete Mahd auf den Wiesen abzugelten, damit der Wachtelkönig seine Brut aufziehen kann.

Seit dem EU-Beitritt ist Österreich verpflichtet, Vogelschutzgebiete zu deklarieren und Maßnahmen für die Erhaltung des geschützten Wachtelkönigs zu leisten. Rund zwei Drittel bis drei Viertel des österreichischen Wachtelkönigbestandes kommen in Niederösterreich vor, erläuterte Bauer. Rund 80 Prozent der Wachtelkönig-Areale seien in NATURA-2000-Gebieten. "Wir haben bei der Umsetzung der EU-Richtlinien aber nur die Fortführung der laufenden Programme geleistet."

"Man sieht den Vogel nicht, aber man hört ihn", spielte Bauer auf die Laute der Wachtelkönig-Rufe an. Wie Projektleiter Johannes Frühauf von BirdLife Österreich betonte, habe diese Vogelart seit dem Anfang der neunziger Jahre in Gesamteuropa einen Rückgang der Population gehabt und sei sogar auf die Liste der weltweit gefährdeten Arten gekommen. Die Trockenlegung von "sauren Wiesen" und die Umwandlung in Ackerland, die Überdüngung, immer schnellere Traktoren und eine immer frühere Heumahd machten es den Wachtelkönigen fast unmöglich, Junge aufzuziehen. Heute ist das Tier in Niederösterreich wieder häufiger zu hören. Wichtigste Kerngebiete für den Wachtelkönig in Niederösterreich seien die Wiesen im Wienerwald und der March-Thaya-Auen sowie in der "Feuchten Ebene" südlich von Wien. Hier können die schwer zu beobachtenden Vögel wieder erfolgreich brüten. Die notwendigen Schutzmaßnahmen - eine schonende Mahd nicht vor Ende Juli - werden mit den Landwirten in Verträgen fixiert. Die Erschwernisse bei der Bewirtschaftung werden finanziell abgegolten. "Für eine Entwarnung ist es allerdings noch viel zu früh", sagte Bauer.

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