Hormonstreit: US-Strafzölle für Österreich rund 120 Mio ATS

WKÖ-Graf: Einsatz für die österreichischen Unternehmen hat sich gelohnt - Auch ein kleines Land kann sich wehren

PWK - Österreichs Wirtschaft kam bei den 100-Prozent-Strafzöllen, die von der US-Regierung im Rahmen des Hormonfleischstreits gestern auf Produkte der EU verhängt wurden, recht glimpflich davon. "Der Schaden für österreichische Unternehmen beträgt etwa 120 Mio Schilling", erklärt Günther Graf, Leiter der Abteilung für Integrations- und Handelspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich. Von den Zöllen, die ab 29. Juli eingehoben werden sollen, seien in Österreich laut Produktliste der USA hauptsächlich Fruchtsäfte (119 Mio) sowie in weit geringerem Ausmaß Käse, Schinken, Speisezwiebel und Senf betroffen. Industrieprodukte wie Motorräder, Haarschneidemaschinen, Viskosefasern und -garne fielen aus der Liste heraus. ****

"Wären über alle Produkte, die auf der ursprünglichen Liste der USA genannt wurden, Strafzölle verhängt worden, hätten Österreichs Firmen Belastungen von rund 1 Mrd Schilling zu tragen gehabt", so Graf. Dagegen hat sich die Wirtschaftskammer Österreich allerdings vehement gewehrt und alle Register zur Strafzoll-Reduzierung gezogen. "Wir bemühen uns bereits von Beginn der Handelsstreitigkeiten zwischen der EU und der USA an - zuerst Bananen, nun das Hormonfleisch betreffend - die Betroffenheit der österreichischen Exportunternehmen so gering wie möglich zu halten", berichtet Graf. Eine wesentliche Aufgabe hat dabei die Außenhandelsstelle Washington übernommen.

Die WKÖ hat darüber hinaus einen eigenen amerikanischen Anwalt zur Interessensvertretung vor US-Behörden eingesetzt. Mit diesem hat Österreichs Handelsdelegierter in New York, Benno Koch, vor dem amerikanischen Untersuchungsausschuß den Standpunkt der österreichischen Wirtschaft dargelegt. Interveniert wurde auch bei den zuständigen österreichischen Ministerien. Ebenso hat die Wirtschaftskammer die Bundesregierung und den Hauptausschuß des Parlaments ausführlich über die möglichen schwerwiegenden Folgen für die österreichische Wirtschaft informiert.

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