Kunst- und Antiquitätenhandel: dem Drachen die Giftzähne gezogen

Diebstahl, Artenschutz, das Folgerecht und die Konvention Unidroit standen im Mittelpunkt der Jahrestagung der CINOA

pwk - Bei seinem Amtsantritt vor 3 1/2 Jahren hatte der Österreicher Rudolf Otto, Präsident des internationalen Dachverbandes des Kunst- und Antiquitätenhandels CINOA, noch von einem ****

fünfköpfigen Drachen gesprochen, den es zu bekämpfen galt. "Wir konnten zwar keines der Drachenhäupter völlig abschlagen, aber es ist uns gelungen, sie entweder zu betäuben oder ihnen die giftigsten Zähne zu ziehen", zog der scheidende Präsident anläßlich der Jahrestagung des Verbandes in Dresden nun Bilanz.

So wurde beispielsweise die internationale Konvention Unidroit nach wie vor von keinem einzigen Staat der sogenannten ersten Welt ratifiziert. Die Konvention widerspricht nicht nur sämtlichen abendländischen Rechtstraditionen. Ihre Anwendung hätte auch zu einer unerträglichen Rechtsunsicherheit im Kunsthandel geführt.

Verhindert wurd auch die von der EU Kommission angestrebte Harmonisierung des Folgerechts, dessen Schädlichkeit für die lebenden Künstler ebenso wie für den ganzen Kunstmarkt in den wenigen Staaten, die es bisher praktizieren, längst bewiesen wurde. England, Irland, Holland, Luxemburg und nun auch Österreich lehnen die

vorgeschlagene Richtlinie ab. Es bedarf jetzt nur noch eines einzigen

weiteren EU - Mitglieds, um sie endgültig zu Fall zu bringen.

Leider wurden Großbritannien von der EU zur Einführung
einer Einfuhrumsatzsteuer von 5% auf alte Kunst gezwungen. Dem steht

aber die Ausbreitung der für den Kunsthandel sehr förderlichen Differenzbesteuerung auf alle Staaten der EU positiv gegenüber.

Die Öffnung der Binnenmarktgrenzen hat Ausfuhrverbote innerhalb der EU in der Praxis obsolet gemacht. Die meisten Staaten anerkennen inzwischen die großzügigen Schwellenwerte für bewilligungsfreie Ausfuhren aus der EU. Die Regierungen der südlichen

Staaten führen allerdings noch letzte "Rückzugsgefechte".

Was den Artenschutz betrifft, so konnte eine vernünftige Regelung erreicht werden: Gegenstände, die älter als 50 Jahre sind, unterliegen nun nicht mehr den rigiden Ein- und Ausfuhrbeschränkungen der Artenschutzgesetze.

"Dauerbrenner" in der Branche ist nach wie vor das Thema Diebstahl. Mittlerweile haben alle Mitglieder der CINOA freien Zugang zum Art Loss Register, der weltweit größten Datenbank von gestohlener Kunst. Dort können sie ihre Verluste melden und nachforschen lassen, ob ein ihnen angebotenes Stück irgendwo auf der Welt als gestohlen gemeldet wurde. Generell empfiehlt die CINOA allen Mitgliedern besonders auf Herkunft der von ihnen angebotenen Kunstwerke zu achten, und mit allen Organisationen zu kooperieren, die mit der Wiederbeschaffung von Werken beauftragt sind, die während des zweiten Weltkrieges geraubt wurden.

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