Verzetnitsch: "Endlich wird EU-Richtlinie zur flexiblen Karenz übernommen"

Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird verbessert - ÖGB fordert weitere Maßnahmen

Wien (ÖGB): "Endlich übernimmt Österreich mit dem heutigen Parlamentsbeschluss die flexiblen Karenz-Regelungen der EU-Richtlinie für den Elternurlaub", ist Fritz Verzetnitsch, Präsident des ÖGB und EGB zufrieden. "Das ist ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Weitere Schritte in diese Richtung müssen aber noch folgen, um die Arbeitswelt wirklich frauenfreundlicher zu machen." ++++

An der Erarbeitung der EU-Richtlinie für Elternurlaub, die im Dezember 1995 von den Europäischen Sozialpartnern beschlossen wurde, war der EGB federführend beteiligt. Sie hat für jene Länder große Vorteile gebracht, in denen es bisher keine oder nur sehr mangelhafte Bestimmungen für Elternkarenz gegeben hat. "Für Österreich bringt sie nun eine bessere Wahlmöglichkeit, wer von den Eltern wann und wie lange Elternkarenz in Anspruch nimmt",
sagt Verzetnitsch. Er hofft, dass mit dieser Flexibilisierung der Elternkarenz mehr Männer Mut zum Karenzurlaub haben werden.

Vorbild sei Schweden. Dort nehmen zehn Prozent der Väter Karenz in Anspruch - in Österreich bisher nur 1,5 Prozent. "Die überwiegende Zuständigkeit der Frauen für Kinderbetreuung bringt Nachteile am Arbeitsmarkt. Es sind daher in Österreich noch weitere Anreize nötig, damit Männer stärker Betreuungspflichten wahrnehmen", betont der ÖGB-Präsident. Der jüngste ÖGB-Bundesvorstand hat daher folgende Forderungen beschlossen:

Einkommensabhängiges Karenzgeld, das mindestens in der Höhe der Ausgleichszulage (derzeit rund 8.000 Schilling), höchstens aber in der Höhe des höchsten Arbeitslosengeldes ausbezahlt wird.

Weiterer Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen.
Zweijähriges Karenzgeld für alle ArbeitnehmerInnen.
Bedürftige Familien, die keinen Anspruch auf Karenzgeld haben, müssen eine einkommensabhängige Unterstützung aus Bundes- oder Landesmitteln erhalten. Davon würden besonders Studentinnen ohne Karenzgeldanspruch profitieren.

Wiedereinführung der Geburtenbeihilfe.

Verzetnitsch: "Der Kampf um eine frauenfreundlichere Arbeitswelt
ist für den ÖGB kein Lippenbekenntnis. Wir werden uns daher weiterhin dafür einsetzen." (kr)

ÖGB, 16. Juli 1999 Nr. 370

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