Maderthaner verlangt "Fairneß für alle"

Wirtschaftskammer beharrt bei Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten auf nachhaltiger Entlastung der Betriebe

PWK - Donnerstag nachmittags besprachen die Präsidenten von Wirtschaftskammer Österreich und ÖGB, Leopold Maderthaner und Fritz Verzetnitsch, WKÖ-Generalsekretär Günter Stummvoll, die Klubobleute von ÖVP und SPÖ, Peter Kostelka und Andreas Khol, sowie Sozialministerin Eleonore Hostasch und VP-Sozialsprecher Gottfried Feuerstein erneut die Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten sowie die daraus resultierenden Kosten zu Lasten der österreichischen Betriebe. ****

"Ich habe den Gewerkschaftsvertretern bei diesen Gesprächen erneut klar gemacht, daß es nicht nur eine Aktion Fairneß zugunsten der Arbeiter geben kann, es muß auch eine Aktion Fairneß zugunsten der Betriebe geben. Ich verlange Fairneß für alle. Solange der ÖGB nicht bereit ist, Entlastungsangebote zu machen, die wirklich nachhaltig sind, um die Betriebe dauerhaft zu entlasten, wie dies etwa bei der Urlaubsaliquotierung der Fall wäre, so lange kann ich die Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten nicht akzeptieren", erklärte Präsident Maderthaner nach der Unterredung.

Das Angebot der Gewerkschaft, in einigen Fonds und Sozialtöpfen die Arbeitgeberbeiträge um einige Zehntelprozentpunkte zu senken, sei ungenügend. Maderthaner: "Wenn in diversen Fonds Überschüsse da sind, dann sind die Arbeitgeberbeiträge auf jeden Fall automatisch zu senken, unabhängig, ob es die Aktion Fairneß gibt oder nicht. Und außerdem können Beitragssenkungen auch vom ÖGB nicht auf Dauer garantiert werden. Sollte es etwa wieder einmal mehr Großinsolvenzen geben, dann werden im Insolvenzfonds möglicherweise die Beiträge wieder zu erhöhen sein. In diesem Fall haben wir die Kosten für die Angleichung zwischen den Angestellten und Arbeitern zwar weiter zu tragen, die entlastenden Beitragssenkungen sind dann aber verschwunden."

Präsident Maderthaner betonte seine weitere Gesprächsbereitschaft und verwies darauf, daß die Wirtschaft keineswegs grundsätzlich gegen eine Angleichung bei der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall sei. So habe man etwa in einzelnen Betrieben oder in der Metallindustrie bereits entsprechende Regelungen getroffen. Wenn jetzt aber eine Angleichung in der gesamten Wirtschaft vom ÖGB verlangt werde, dann müsse der ÖGB auch ernsthafte Vorschläge für die Bedeckung der Milliardenkosten machen. Maderthaner: "Das ist bis jetzt nicht der Fall. Die Aktion Fairneß muß für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen fair sein, sonst ist es eine Aktion Unfairneß." (Schluß) RH

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