Sallmutter: Bücher dürfen nicht wie Semmeln werden

Die GPA begrüßt den vorläufigen Erhalt der Buchpreisbindung

Wien (GPA/ÖGB). Die Entscheidung der EU-Kommission gegen die Abschaffung der Buchpreisbindung wird von der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) begrüßt. Eine Entscheidung gegen die Buchpreisbindung würde das österreichische Kulturgut beeinträchtigen und Tausende Arbeitsplätze im Buchhandel gefährden.++++

"In Österreich gibt es über 5.000 Angestellte im Buchhandel, vorwiegend in Klein- und Mittelbetrieben. Durch die Bestrebungen mancher großen Buchhandelsketten, diese Vereinbarung abzuschaffen, wären diese Arbeitsplätze akut gefährdet", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Hans Sallmutter, und
zeigte sich erfreut über die richtige Entscheidung der EU-Kommission.

"Das Buch ist ein Kulturgut und keine Ware wie Semmeln oder Autos. Der Neoliberalismus, der alles zur austauschbaren Ware machen
will, darf nicht auch noch auf die Bildung der Menschen Einfluss nehmen", meinte Sallmutter. Es hätte sich gezeigt, dass in denjenigen Ländern, in denen die Buchpreisbindung aufgehoben
wurde, die kritische und anspruchsvolle Literatur teurer und nur
die Bestseller billiger geworden sind. Minderwertige Massenware würde geistig anspruchsvolle Literatur verdrängen, weil deren Publizierung nicht mehr durch die Gewinne der Bestseller abgedeckt werden könnte. Anspruchsvolle Bücher würden zunehmend aus den Regalen verschwinden. Die österreichische AutorInnenlandschaft und die Literaturwelt unseres Landes wären schwerst beeinträchtigt und Österreich würde kulturpolitisch auf niedrigem Niveau verbleiben", sagte Sallmutter.

Jetzt kommt es darauf an, die neue EU-Kommission von den schädlichen Auswirkungen der Aufhebung des gebundenen Ladenpreises auf die kulturelle Entwicklung Österreichs zu überzeugen, schloss Sallmutter.

ÖGB, 15. Juli 1999 Nr. 365

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