Wer neue Lehrstellen will, muß auch Ja zur Meisterprüfung sagen

Achleitner: "Ohne Meisterprüfung wird es in wenigen Jahren keine hochqualifizierten Lehrabsolventen mehr geben"

PWK - "Offensichtlich will die SPÖ die Lehrlingsausbildung in Österreich mit aller Gewalt ruinieren. Nicht anders ist es zu erklären, daß sie in ihrem Strategiepapier die Meisterprüfung abschaffen will", ist Friedrich Achleitner, Obmann der Bundessektion Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich, überzeugt. ****

Ohne Meisterbetriebe, so Achleitner, werde es in wenigen Jahren schlichtweg keine hochqualifizierten Lehrabsolventen mehr geben. "Wer soll denn fähige Lehrlinge ausbilden, wenn nicht einmal die Betriebsinhaber eine ausreichende Qualifizierung mehr brauchen? Damit schießt sich die SPÖ selbst ins Knie. Einerseits werden Milliarden in fragwürdige Lehrlingsprojekte gepumpt, andererseits reißt man dem dualen Ausbildungssystem den Boden unter den Füßen weg. Diese Denkweise ist nicht nur kurzsichtig, sondern schlichtweg grob fahrlässig", so Achleitner.

Ein wenig qualifizierter Ausbildungsbetrieb werde entweder gar keine Lehrlinge ausbilden oder nur wenig befähigte Lehrlinge hervorbringen, deren Wissen auf ein kleines Spektrum der Berufsausbildung beschränkt ist. "Nur mit der Meisterprüfung erhalten zukünftige Unternehmer drei Schlüsselqualifikationen: für ihr Fachgebiet, als Lehrlingsausbilder und als Unternehmer. Wer diese Schlüsselqualifikationen aufs Spiel setzt, kann sich nicht den Herausforderung der Internationalisierung, der Globalisierung und der technischen Innovationen stellen" so Achleitner.

Mit der Einführung des Euro werde sich der Wettbewerb am Binnenmarkt noch verschärfen und der Zwang zur Anpassung wachsen. "Hier liegt die Chance kleiner und flexibler Unternehmen, wenn die notwendige Fach- und Führungskompetenz der Unternehmer vorhanden ist, die mit der Meisterprüfung garantiert wird. Dies alles über Bord zu werfen, wie es die SPÖ vor hat, zeugt von einer enormen Ahnungslosigkeit in der KMU-Politik", stellt Achleitner fest.

Die Meisterqualifikation sei eine sinnvolle Kombination aus fachtheoretischem und fachpraktischem Wissen für einen Beruf, kombiniert mit betriebswirtschaftlichen, rechtlichen, berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnissen. "Es gibt keine vergleichbare Berufsbefähigung, die umfassender auf die Selbständigkeit vorbereitet als die Meisterprüfung. Daß kann man an den Insolvenzzahlen ablesen", erklärte Achleitner. So liegt beispielsweise die Zahl der Insolvenzen im deutschen Handwerk um 50% unter der Quote in anderen Wirtschaftsbereichen. Gerade die Meisterprüfung fördert die Gründung selbständiger Existenzen und schafft neue Arbeitsplätze, denn sie sorgt für eine höhere Kreditwürdigkeit der Existenzgründer, eine Minderung des Insolvenzrisikos und eine leichtere Beschaffung von Gründungskapital. Jeder neue Meisterbetrieb schafft durchschnittlich 5 neue Arbeitsplätze, die Lehrstellen nicht mitgerechnet. "Wer neue Lehrstellen und langfristig Arbeitsplätze schaffen will, muß auch Ja zur Meisterprüfung sagen", schloß Achleitner.
(Schluß) MH

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