ARBÖ: Im guten Glauben gehandelt - trotzdem "Fahrerflucht"

Wien (ARBÖ) Immer wieder riskieren Kraftfahrer unnötigerweise eine Bestrafung wegen "Fahrerflucht", da die genauen Vorschriften, wie man sich nach einem Verkehrsunfall zu verhalten hat, nicht im Detail bekannt sind. Die ARBÖ-Verkehrsjuristen berichten von einem aktuellen Fall, bei dem eine Fahrzeuglenkerin wider Erwarten doch wegen Verletzung der sogenannten Verständigungs-, Mitwirkungs- und Absicherungspflicht bestraft wurde.

Eine PKW-Lenkerin verschob mit ihrem Wagen einen nicht ordnungsgemäß verankerten Kanaldeckel, es kam zum Unfall, bei dem der Beifahrer verletzt wurde. Zur Absicherung des offenen
Schachtes schob die Lenkerin rasch einen Altpapiercontainer darüber, danach brachte sie den verletzten Beifahrer ins Spital.
Da ein Mitarbeiter des Krankenhauses ihr zusagte, die Sicherheitsbehörde vom Unfall zu informieren, erstattete die PKW-Lenkerin erst 24 Stunden später die Unfallmeldung.

ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert: "Die rechtlichen Konsequenzen blieben nicht aus. Der PKW-Lenkerin wurde
vorgeworfen, die Unfallstelle nicht ausreichend abgesichert zu haben, die Sicherheitsbehörde nicht verständigt und an der Feststellung des Sachverhalts nicht mitgewirkt zu haben." Dabei reichte es nicht aus, daß sie sich auf die Weiterleitung der Unfallmeldung durch den Krankenhausmitarbeiter verlassen hat. Ebensowenig, daß sie die Unfallstelle nur behelfsmäßig abgesichert hatte, da sie ja den verletzten Beifahrer dringend ins Spital bringen mußte. Aus diesem Grund war es ihr auch nicht möglich gewesen an der Unfallstelle zu bleiben um an der Feststellung des Sachverhalts mitwirken zu können. Die ARBÖ-Verkehrsjuristin weiter: "Der Verwaltungsgerichtshof wies die Beschwerde als unbegründet ab und stellte fest, daß, wenn nach einem Verkehrsunfall eine Verpflichtung zur Verständigung der Sicherheitsbehörden besteht, auch die Verpflichtung zur Mitwirkung an der Feststellung des Sachverhalts besteht.

Eine Verletzung dieser Pflicht liegt vor, wenn der Unfallenker einen Dritten damit beauftragt, die Behörde zu verständigen und sich nicht davon überzeugt, ob dies tatsächlich geschehen ist. Da in städtischen Gebieten das rasche Eintreffen eines Rettungswagens erwartet werden kann, entlastet dies auch nicht von dieser
Pflicht. Auf alle Fälle muß jegliches Verkehrshindernis, das nach einem Verkehrsunfall entsteht, vorschriftsmäßig abgesichert werden.

Die ARBÖ-Experten raten aus diesem Grund, zu versuchen, nach einem Verkehrsunfall überlegt und umsichtig zu handeln.

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