Y2K: Info für HausbesitzerInnen und -verwaltungen

Mit Zahlschein für Grundbesitzabgabe Hinweis auf nötige "Jahr-2000-Fähigkeit"-Überprüfungen

Wien, (OTS) Um auch bei privaten Gebäuden die nötige Jahr-2000-Fähigkeit zu überprüfen - dafür ist allerdings Eigeninitiative nötig -, gibt es jetzt im Juli eine Information für alle HausbesitzerInnen und Hausverwaltungen. Gemeinsam mit dem Zahlschein für die Grundbesitzabgabe, der dieses Monat ausgesendet wird, wird auch eine "Jahr-2000-Information" des Magistrats übermittelt. Die Stadt erinnert dabei daran, dass auch private Gebäude und Anlagen auf die Jahr-2000-Tauglichkeit überprüft werden sollen. Vom Y2K-Problem können alle Geräte und Anlagen betroffen sein, die - sichtbar oder unsichtbar - über eine Datumsfunktion verfügen. In Wohnhäusern/Einfamilienhäusern können Aufzüge, Heizungs- und Warmwasserbereitungsanlagen, Klima- und Lüftungsgeräte, Drucksteigerungsanlagen für die Wasserversorgung, Alarm- und Zutrittskontrollsysteme, Anlagen in Garagen (z.B. Tore, Lüftungs- und CO-Warnanlagen) sowie Brandmelde- und Löschanlagen betroffen sein. Hersteller, Lieferanten oder Wartungsfirmen können bei der Überprüfung behilflich sein und die Jahr-2000-Fähigkeit bestätigen.****

Die Stadtinformation steht interessierten oder besorgten BürgerInnen unter der Telefonnummer 525 50 für Informationen zur Jahr-2000-Problematik zur Verfügung. Die MitarbeiterInnen können nur allgemeine Tips und Hinweise geben - zumeist den, den
Hersteller zu kontaktieren. Denn bei der unüberschaubaren Anzahl der auf dem Markt befindlichen chipgesteuerten Geräte mit und ohne Datumsfunktion ist es beim besten Willen nicht möglich, für jedes einzelne Mikrowellengerät, für jede Alarmanlage, für jedes Handy, für jede Systemsteuerung die Frage nach der 2000-Tauglichkeit zu beantworten.

In Privathaushalten sollte man vorrangig bei folgenden
Anlagen an die 2000-Fähigkeit denken bzw. eventuell den Erzeuger/Lieferanten/Servicefirma danach fragen:

o Gasetagenheizungen, die z.B. über Thermostat- bzw.

Aussentemperatursteuerungen verfügen und bei der Datumseingabe mehr als ein einfaches Wochenprogramm ermöglichen, können betroffen sein. Wie die Wiener Stadtwerke allerdings mitteilen, werden (Gas-)Heizungen mit elektronischen Regelungen in Privathaushalten aller Voraussicht nach nicht vom 2000er-Problem betroffen sein. Der Grund: die elektronischen Regelungen haben meist nur Tages- und Wochenprogramme, die Jahreszahl ist üblicherweise nicht dabei. Wer jedoch über eine derartige Heizung mit umfangreicherem Programm verfügt, sollte beim Hersteller nachfragen - ein Ausfall der Heizung mit
Jahreswechsel könnte auch in letzter Konsequenz - wenn man z.B. auf Urlaub ist - zum Einfrieren der Wasserleitung führen.

o Alarmanlagen. Die Überprüfung auf Jahr-2000-Tauglichkeit ist

hier weniger wegen der existentiellen Notwendigkeit der Anlage wichtig, sondern wegen der akustischen bzw. sonstigen Folgen
einer Fehlfunktion.

o Menschen, die wegen einer Erkrankung oder einer Behinderung auch

daheim auf computergesteuerte bzw. mit Chips ausgestattete
Geräte angewiesen ist - das gilt auch für Notrufsysteme - müssen unbedingt im eigenen Interesse rechtzeitig den Erzeuger/Händler/Servicebetrieb kontaktieren und sich die Jahr -2000-Tauglichkeit bestätigen lassen bzw. rechtzeitig aufrüsten oder andere Vorsorge treffen.

Grundsätzlich sollte man im Haushalt alle einschlägigen Geräte systematisch durchgehen und in "Risikoklassen" einteilen:
in der höchsten Risikoklasse jene Geräte, durch deren Ausfall theoretisch Gesundheit, Leben, Gut gefährdet sein könnte ( z.B. theoretisch ein Herzschrittmacher, wobei die Industrie versichert, daß es hier nicht zu Problemen kommen dürfte) und weiter absteigend jene Systeme oder Geräte, deren Ausfall man für wenige Stunden oder länger akzeptieren könnte. Beginnend mit den Erzeugnissen in der "höchsten Risikoklasse" muss man versuchen,
vom Hersteller möglichst schriftlich zu erfahren, ob das Produkt (die Systemsteuerung usw.) 2000-tauglich ist bzw. welche Maßnahmen empfohlen werden.

Probleme kann es vor allem bei Haushaltsgeräten geben, die eine Datumsfunktion haben - natürlich bei Computern, bei Videorecordern, bestimmten Backrohren/Herden, Kameras, anderen programmierbaren Geräten, Alarmanlagen, der EDV-Ausrüstung in Kraftfahrzeugen und allen Arten von Steuer- und Regelgeräten in Häusern oder im Haushalt. Bei manchen Geräten kann man die Jahr-2000-Tauglichkeit selbst testen, indem der Jahreswechsel durch Vorstellen der Uhr auf 31.12.1999, 23.55 Uhr, simuliert wird und
man abwartet, welche Uhrzeit das Gerät "nach Mitternacht" anzeigt. Auch beim PC lässt sich der Jahreswechsel simulieren (Software, Daten sichern!).

Die Stadt Wien wird neben den bereits durchgeführten Aktivitäten zum Thema Y2K - Überprüfungen auf 2000-Tauglichkeit im eigenen Bereich, 2000-Beauftragte in allen Abteilungen, genaue Checks bei den Versorgungsunternehmen von WIENSTROM bis zur Fernwärme, Stadtinformation als Anlaufstelle, Presseaussendungen, Internet-Informationen über WIEN ONLINE, Berichte in der Kundenzeitung der Wiener Stadtwerke "24 Stunden für Wien" und der MitarbeiterInnenzeitung "wien aktuell" - nach den Sommerferien
auch in der Publikation "Unser Wien" verstärkt auf das Problem aufmerksam machen. Auch Kleininserate sollen die BürgerInnen daran erinnern, dass das Jahr-2000-Problem auch im Privathaushalt auftreten kann und man rechtzeitig Erzeugerfirmen usw.
kontaktieren sollte.

Für Herbst plant die Stadt Wien auch einen internen Y2K-Test, ein worst case-Szenarium. (Schluss) hrs

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