Faust-Festspiele in Dornach eröffnet

Dornach (ots) - In Dornach hat Paul Mackay vom Vorstand der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft am Dienstag vor 900 Gästen die ersten Faust-Festspiele eröffnet, die das Goetheanum zusammen mit dem Goetheinstitut München veranstaltet. Georg#Lechner, eben pensionierter Leiter der Kulturabteilung des Goetheinstituts "zur Pflege der deutschen Sprache", verwies auf die phänomenale Vielfalt von Goethes Schaffen und seine weltweite Rezeption. Mit seiner Deutung von "Goethes Faust als tragische Bilanz der Neuzeit" führte der Germanist Prof. Ulrich Gaier von der Uni Konstanz ein in die ungekürzt 23 Stunden dauernde Aufführung von Faust I und II. Goethe habe die Renaissance als Wendezeit zur Neuzeit verstanden und bringe das auch im Ablauf seines Faust zum Ausdruck. Ob Goethe "die sieben Wege der Seele zu Gott" des Renaissance-Philosophen Marsilio Ficino kannte? Auf jeden Fall lassen sich die sieben Teile seines Faust fast deckungsgleich mit den sieben Wegen von Ficino in Uebereinstimmung bringen.°

Gaiers deutender Gang durch den gesamten Faust stimmte ein in Faust I, wo nach dem Vorspiel im Himmel - hier wird um Faust und seine Seele gewettet - das Drama um Faust als strebenden, unglücklichen, nie zur absoluten Wahrheit vordringenden Gelehrten gespielt wird. Hinreissend die Erscheinung des Erdgeistes, dem der Zauberlehrling Faust natürlich nicht gewachsen ist; bewegend, wie die Osterglocken Fausts Hand sinken lassen, mit der er eben den Giftbecher an die Lippen geführt hatte. Und eine tolles Bühnenspektakel, wie sich Mephisto dank Fausts Beschwörung als "des Pudels Kern" entpuppt: beste Theaterunterhaltung, wie sie im Vorspiel der Theaterdirektor verlangt hat. Ueberhaupt sind stimmlich und schauspielerisch die Antipoden Faust und Mephisto die tragenden Elemente dieses Gesamtkunstwerkes, das mit Orchestermusik und Rezitation von der Empore, mit Bühnenmusik und Eurythmie, mit Sprache und Spiel und dem raffiniertem Einsatz von farbigem Licht das Publikum in seinen Bann zieht - als Drama des modernen Menschen auch im Jahr von Goethes 250. Geburtstag.

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