Exportsperre für britisches Rindfleisch wird aufgehoben

Prammer: Entscheidung kommt zu früh - Erst neue EU-Kommission sollte entscheiden.

Wien (OTS) - Die Europäische Kommission will heute die Aufhebung der Exportsperre für britisches Rindfleisch aus bestimmten kontrollierten Betrieben per 1. August 1999 beschließen. Österreich hat sich gemeinsam mit Frankreich gegen die Vorgehensweise der Kommission und die Aufhebung der Exportsperre zum jetzigen Zeitpunkt ausgesprochen. Die Mitgliedstaaten wurden erst heute von der Absicht der Kommission informiert; die Aufhebung der Exportsperre war nicht einmal auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung der Ständigen Vertreter gestanden. Auch der Ständige Veterinärausschuß war nicht nochmals mit der Entscheidung befaßt worden. Konsumentenschutzministerin Barbara Prammer kritisiert, daß diese wichtige Entscheidung von der scheidenden Kommission getroffen wird. Diese Angelegenheit sollte erst nach nochmaliger Prüfung durch alle relevanten Gremien von der neuen Kommission entschieden werden, so Prammer.

Sollte das Exportverbot für Rindfleisch aus Großbritannien tatsächlich heute aufgehoben werden, wird dennoch vorerst kein britisches Rindfleisch im österreichischen Handel erhältlich sein. Nur Rindfleisch aus ganz bestimmten streng kontrollierten Betrieben darf künftig aus Großbritannien exportiert werden. Derzeit gibt es noch keinen einzigen Betrieb in Großbritannien, der diese strengen Auflagen erfüllt und über eine Exportgenehmigung für Rindfleisch nach den neuen strengen Auflagen verfügt. Wie die Erfahrungen aus Nordirland zeigen - das Exportverbot für nordirisches Rindfleisch wurde bereits vor einem Jahr aufgehoben -, ist die Erfüllung aller Auflagen derart teuer, daß nur wenige Betriebe sich überhaupt darum bemühen.

Die österreichischen Behörden werden trotzdem ab sofort darauf achten, daß die zum Schutz der KonsumentInnen vorgeschriebenen Auflagen auch tatsächlich erfüllt werden, betont Prammer.

Österreich wird weiters darauf drängen, daß die Europäische Kommission rasch einen Vorschlag für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Rindfleisch vorlegt, so Prammer. Damit wird klar erkennbar sein, aus welchem Land das Fleisch kommt.

Abschließend appelliert Prammer an die österreichische Fleischwirtschaft, an die Gastronomie, an den Handel und an die KonsumentInnen, österreichisches Fleisch zu kaufen.

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