Neuer Service für Wiens GemeindemieterInnen

Gebietsbetreuungen - bewährter Beratungs- und Informationsdienst wird auf die Gemeindebauten ausgeweitet

Wien, (OTS) In Wien leben mehr als 1,6 Millionen Menschen -grundverschiedene Menschen mit grundverschiedenen Lebensweisen, Wünschen und Ansprüchen. Sie miteinander zu vereinbaren oder daraus entstehende Probleme lösen zu helfen, ist Aufgabe der Gebietsbetreuungen der Stadt Wien. Bisher vorwiegend in den Stadterneuerungsgebieten eingesetzt, werden sie künftig auch in
den Wiener Gemeindebauten, in enger Zusammenarbeit mit dem Integrationsfonds, als Anlaufstelle und Problemlöser dienen. Wohnbaustadtrat Werner Faymann und Fonds-Chef Johannes Seitner stellten Mittwoch, die neue Initiative vor.

Stadtrat Faymann: "Nach der Schaffung der Kundendienstzentren als umfassende Informations- und Anlaufstelle für Gemeindemieter und Wohnungssuchende, soll die Verwaltung nun noch mieterfreundlicher werden. Unter dem Motto ‘Wir verwalten die Wohnhäuser für die Bewohner’ wird in Zusammenarbeit mit den Gebietsbetreuungen ein neues ‘vor Ort Service’ eingerichtet. "Denn", so Faymann, "viele Probleme würden erst gar nicht entstehen, wenn rechtzeitig ein Ansprechpartner da ist, der sich
um die Anliegen der Mieter kümmert."****

Die Gebietsbetreuungen wurden eingerichtet, um die BewohnerInnen jener Wiener Stadtteile, in denen grosse Stadterneuerungsprojekte geplant und realisiert wurden, zu informieren, was in ihrem "Grätzel" geplant ist, sie in die Gestaltung einzubeziehen - sie aber gleichzeitig zu beraten und zu helfen, wenn sich in ihrem unmittelbaren Lebensbereich Probleme ergeben. Die Gebietsbetreuungen liefern seit Jahren einen
wichtigen Beitrag zum besseren Zusammenleben in unserer Stadt,
weil sie mit den MieterInnen zusammenarbeiten und auf diese Weise zwischen Bewohnern, Politik und Verwaltung vermitteln.

Einjähriger Pilotversuch - bei Erfolg Ausweitung auf ganz Wien

Und genau das soll künftig auch in den Wohnhausanlagen der Stadt Wien passieren. Immerhin verwaltet WIENER WOHNEN über
220.000 Wohnungen, praktisch jede vierte Wiener Wohnung ist also eine Gemeindewohnung. Bisher fand in diesen Anlagen eine Mieterbetreuung ähnlich jener der Gebietsbetreuung nur bei Gross-Sanierungen wie z.B. am Rennbahnweg statt - dort allerdings stets mit grossem Erfolg. Ein grossflächiger einjähriger Pilotversuch über die "Gebietsbetreuung neu" startet jetzt in den Bezirken
5,10, 11, 14, 17, 21, 22 und 23, bei entsprechendem Erfolg soll
das Modell auf ganz Wien ausgeweitet werden.

Was sind die Aufgaben der "neuen" Gebietsbetreuungen? Sie werden vor allem in den jeweiligen Bezirken eigene
Betreuungslokale mit regelmäßigen Öffnungszeiten anbieten, in denen die MieterInnen künftig Wünsche, Ideen, aber auch Beschwerden und Anregungen "loswerden" können, für die nicht unmittelbar WIENER WOHNEN als Hausverwaltung zuständig ist.

Hilfe auch im "Zwischenmenschlichen"

Das kann sich auf Fragen des engeren oder weiteren
Wohnumfeldes (Spielplätze) oder die Infrastruktur des "Grätzels" beziehen, aber auch auf Probleme, die sich durch das Zusammenleben von Menschen verschiedener Altersstufen, sozialer Schichten oder Kulturkreise ergeben. So werden z.B. von den jährlich neu vermieteten Gemeindewohnungen (im vergangenen Jahr waren es mehr
als 9.700) im Durchschnitt rund 20 Prozent in Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen bzw. den Wohnungskommissionen an Menschen mit sozialen oder gesundheitlichen Problemen vergeben - im Sinne eines ernst genommenen sozialen Wohnbaus. Aber auch alte und junge MieterInnen, Eltern und Hundebesitzer, Alteingesessene und frisch gebackene Österreicher haben ihre jeweiligen Vorstellungen vom angenehmen Leben - die nicht immer deckungsgleich sein müssen.

Gerade auf diesem Gebiet werden die Gebietsbetreuungen auf
das Know How der Experten des Wiener Integrationsfonds (WIF) zurückgreifen können, der im 5. Bezirk bereits Erfahrungen mit einer solchen Zusammenarbeit sammelt. Fonds-Chef Johannes Seitner:
"Wenn verschiedene Kulturen im Wohn- und Lebensbereich aufeinander treffen, läuft das zumeist nicht ganz ohne Konflikte ab. Der Integrationsfonds hat sich im Rahmen zahlreicher Projekte mit
diesem Problem auseinander gesetzt. Sein Konflikt- und Kommunikationsmanagement hat sich gerade auch in den großen Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien bewährt. Ein solches Projekt,
das seit 1997 äußerst erfolgreich läuft, sind die so genannten ‘Bassenagespräche’ im 16. und 17. Bezirk, die die lokale WIF-Außenstelle mit der Polizei organisiert. Durch offene Diskussionen wird versucht, Konflikte zwischen alteingesessenen WienerInnen und neuen StaatsbürgerInnen zu lösen und Missverständnisse zu beseitigen. Diese WIF-Projekt soll nunmehr verstärkt auch in anderen Bezirken eingesetzt werden." Aktiv werden sollen die Gebietsbetreuungen in den Gemeindebauten in zwei Richtungen:
Einerseits, indem auf die unzähligen Hilfsmöglichkeiten der Stadt zurückgegriffen wird und etwa soziale Betreuungen angesprochen werden, andererseits aber auch dadurch, dass klar Grenzen
aufgezeigt werden, die für ein ordentliches Zusammenleben nicht überschritten werden dürfen. Wohnbaustadtrat Werner Faymann: "Wir bekennen uns voll zur sozialen Vergabe, doch im Gemeindebau allein können nicht alle Sozialprobleme Wiens gelöst werden. Wir wollen daher mittelfristig dafür sorgen, dass neben der besseren
Betreuung in den Gemeindewohnhausanlagen auch andere Segmente des Wohnungsmarktes, wie Genossenschaftswohnungen, aber auch der
private Wohnungsmarkt in Zukunft verstärkt diese sozialen
Aufgaben wahrnehmen."

Aktiv auf die BewohnerInnen zugehen

Die "Betreuung" wird aber nicht beim gemeinsamen Plaudern
über Wünsche und Probleme bleiben, sondern den MieterInnen handfeste Ergebnisse bringen: Um sie etwa in die Gestaltung ihres Lebensraumes einzubeziehen - Spielplätze, Straßenräume, Hof- und Freiflächengestaltungen - werden die Gebietsbetreuungen Planung, Ausschreibung und Baubetreuung solcher Projekte übernehmen. Ein regelmässiger Jour Fixe mit Vertretern von WIENER WOHNEN bzw. anderen zuständigen Magistratsabteilungen wird dazu dienen, solche Projekte zu besprechen - aber auch etwa Maßnahmen zur Verringerung von Betriebskosten im eigenen Haus zu erreichen. In all diesen Fragen werden die Gebietsbetreuungen in enger Abstimmung mit den gewählten MietervertreterInnen arbeiten. (Schluß) wj/

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