"Stromautobahnen" als Öko-Inseln

Verbund geht neue Wege zur Revitalisierung der Trassen von Hochspannungsleitungen

Gmunden (OTS) - Die vielfach als "Stromautobahnen" bezeichneten Trassen von Hochspannungsleitungen könnten in Zukunft zumindest teilweise zu Öko-Inseln für bedrohte Tier- und Pflanzenarten werden. Zu diesem Schluß kommt eine heute, Mittwoch, in Gmunden vorgestellte interdisziplinäre Studie im Rahmen der Verbund-Forschung in Kooperation mit den deutschen Stromkonzernen RWE und EnBW.****

"Für uns als Verbund, der im jahrzehntelangen Aufbau der Stromversorgung Österreichs auch immer wieder in die Natur eingegriffen hat, bedeutet es eine Verpflichtung, einen Ausgleich zwischen ökologischen und ökonomischen Ansprüchen anzustreben", erklärte Verbund-Vorstandsdirektor Dr. Herbert Schröfelbauer, u.a. für das Leitungsnetz, Forschung und Umwelt zuständig.

Der Verbund, Österreichs größter Stromerzeuger und -transporteur, besitzt ein Leitungsnetz von mehr als 3.600 Kilometern. Davon sind 1.800 Hektar an Waldtrassen zu betreuen; das entspricht einem mittleren Forstwirtschaftsbetrieb. 1997 beauftragte die Verbund-Forschung Biologen, Forstwissenschaftler, Botaniker und Wildökologen mit der Erstellung einer Studie über "neue Lösungsansätze zur Gestaltung und Nutzung von Freileitungstrassen nach ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten".

Die Ergebnisse des Parts der Verbund-Forschung liegen jetzt vor. Die konkreten Maßnahmen, die sich aus der Studie ergeben, werden auf bestehenden und neuen Trassenabschnitten in Österreich, wie etwa der im Herbst in Betrieb gehenden Burgenland-Leitung, im kommenden Frühjahr umgesetzt. Drei bestehende Trassenabschnitte bilden den Kern: am Gerlos-Paß an der Grenze von Tirol und Salzburg, am Phyrnpaß in Oberösterreich und auf der steirischen Seite des Semmering.

Die Revitalisierungsmaßnahmen umfassen vorrangig die Pflanzung von standortgerechten Laubhölzern, im Gegensatz zu den wirtschaftlich lukrativeren Nadelbäumen. Damit werden die Artenvielfalt in der Fauna erhöht und neue Lebensräume für teils stark vom Aussterben bedrohte Arten geschaffen.

Schon derzeit sind viele Stromleitungen in Österreich besser als ihr Ruf. So wurde auf der Gerlos-Trasse der stark gefährdete Perlmuttfalter (Boloria aquilonaris) wiederentdeckt.

Um die Jungpflanzen vor Wildverbiß zu schützen, müssen Trassenteile eingezäunt werden. Zum Ausgleich werden für das Wild Äsungsflächen (Wildäcker) in jenen Trassenbereichen angelegt, in denen eine Aufforstung aufgrund niedrig geführter Stromseile nicht sinnvoll erscheint.

Auf Trassenabschnitten, auf denen die forstliche Nutzung sinnhaft ist, können Energieholzkulturen angelegt werden. Dies ist dort der Fall, wo die Stromleitung in größerem Abstand zum Waldboden geführt wird und die Umgebung ausreichend mit Biotopen ausgestattet ist.

Voraussetzung ist in jedem Fall der Wille des Grundbesitzers zu ökologischen Maßnahmen. Der Verbund steht in diesem Fall mit Rat und Tat zur Verfügung. "Unsere Verbund-eigenen Experten bieten zudem ab sofort jedem Grundbesitzer umfassende Beratung und unser Know-how zum Thema an", schließt Vorstandsdirektor Schröfelbauer.

Verbund-Trassen-Beratung: Ing. Sven Aberle, 1010 Wien, Am Hof 6A, Tel. (01) 53113-52249, e-mail: aberlesv@verbund.co.at.

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