Drochter: "Stummvoll soll Dinge nicht verdrehen"

Wirtschaftskammer blockiert die Senkung der Lohnnebenkosten

Wien (FSG). "In seiner heutigen Aussendung verdreht Wirtschaftskammer-Generalsekretär Günter Stummvoll ein wenig die Tatsachen. Es steht ihm schlecht an, die SPÖ und die sozialdemokratischen Gewerkschafter zu wirtschaftlichem Denken aufzurufen, wo doch seine eigene Unternehmensvertretung ständig wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt verhindert", erklärte Karl Drochter, Bundessekretär der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) heute, Dienstag. ++++

"Der Wahlkampf hat noch nicht einmal richtig begonnen und schon
hat Stummvoll die Orientierung verloren", sagte Drochter. Dass der Wirtschaftsstandort Österreich international so hervorragend dastehe, sei vor allem auf fortschrittliche Wirtschaftspolitik von SPÖ und FSG zurückzuführen und nicht auf die ständigen Blockaden der Wirtschaftskammer.

"Wenn Stummvoll Handlungsbedarf bei der EU-Osterweiterung, den Arbeitszeiten, neuen Lehrberufen und nicht zuletzt bei der Senkung der Lohnnebenkosten ortet, dann sollte er sich damit vor allem an die eigenen Leute wenden", so Drochter. Denn zu all diesen Themen hat der ÖGB zahlreiche Initiativen ergriffen. Wirtschaftskammer
und ÖVP zeigen dabei bedauerlicherweise keine Reformbereitschaft. So wird zum Beispiel die Einführung neuer, sinnvoller Lehrberufe vom VP-Wirtschaftsminister behindert und die Senkung der Lohnnebenkosten von der Wirtschaftskammer. "Ihr Generalsekretär Stummvoll muss ein schlechtes Gewissen gegenüber den Unternehmern haben, denen er die Senkung von Lohnnebenkosten vorenthält, die
der ÖGB immer wieder vorschlägt", vermutet Drochter.

Er weist darauf hin, dass der ÖGB der Wirtschaftskammer zuletzt für die Umsetzung der Aktion Fairness eine Senkung der Lohnnebenkosten in der Höhe von rund zwei Milliarden Schilling angeboten habe. Doch die Wirtschaftskammervertreter und ÖVP-Nationalratsabgeordneten Stummvoll und Maderthaner lehnten ab. Wichtiger als eine Weiterentwicklung des Sozialsystems und die Senkung der Lohnnebenkosten scheint ihnen ein Sozialabbau zu sein. Dabei erkennen sie offenbar nicht, dass auch die Unternehmer - vor allem von Klein- und Mittelbetrieben - darunter leiden würden.

Drochter: "Stummvoll soll sich um Bundeskanzler Viktor Klima keine Sorgen machen, sondern lieber vor der eigenen Türe kehren." (kr)

FSG, 13. Juli 1999 Nr. 59

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