Die "Jahr-2000-Fähigkeitserklärung" - eine Frage der Haftung

Vor Abgabe genereller Erklärungen wird gewarnt - WIFI informiert über "Jahr 2000 - Zeitsprung mit Folgen"

PWK - Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht auf die EDV-Probleme im Zusammenhang mit dem Jahr 2000 aufmerksam gemacht wird. In den vergangenen Wochen wurde immer wieder über den schlechten Vorbereitungsstand vieler heimischer Betriebe berichtet. "Neben der Landwirtschaft erhielten besonders die heimischen Tourismusbetriebe schlechte Bewertungen", berichtet Claudia Daurer vom WIFI Beratungsdienst Tourismus. ****

Es sei deshalb nicht verwunderlich, wenn große, vorwiegend ausländische Reiseveranstalter ihre Vertriebspartner kontaktieren und um eine "Jahr-2000-Fähigkeitserklärung" bitten. "Es geht um die Frage der Haftung", meint der Jahr 2000-Experte des WIFI, Christian Dosek. Die Anfragen der Reiseveranstalter beinhalten einen mehrseitigen Fragebogen zum Vorbereitungsstand des Unternehmens. Die Fragen lauten beispielsweise:

"Sind die von Ihnen im Rahmen der zwischen Ihrer und unserer Firma bestehenden Geschäftsbeziehung eingesetzten Produkte (Geräte, Dienstleistungen, Daten) Jahr-2000-fähig? Arbeiten Ihre Produkte über den Jahreswechsel hinaus störungsfrei? Sind Ihnen Probleme bekannt, die sich auf die bestehenden Geschäftsbeziehungen auswirken können?"

Grundsätzlich ist eine solche Aufforderung an Vertragspartner, die eigene "Jahr 2000"-Fähigkeit zu überprüfen, auch in anderen Branchen durchaus üblich und auch im Sinne des betroffenen Betriebes, stellt der Beratungsdienst Tourismus fest.

Gefragt wird weiters nach einem Notfallplan. Es spreche nichts dagegen, zu bestätigen, daß sämtliche erforderlichen Maßnahmen getroffen wurden. Vor einer generellen Erklärung wird allerdings gewarnt.

Bei Erklärungen sollte man beachten, daß eine allgemeine Zusicherung eines störungsfreien Betriebes problematisch sein kann. Denn Störungen können auch aus externen Quellen kommen (Infrastruktur, Energieversorgung, Verkehr etc.) und vom Betrieb selbst weder mittelbar noch unmittelbar beeinflußt werden. Durch Unterschreiben einer solchen Erklärung würde der Tourismusbetrieb aber die Haftung für alle Störungen, auch wenn sie von ihm nicht verursacht oder beeinflußbar sind, übernehmen. "Viele Betriebe dürften sich der Tragweite einer solchen Zusicherung nicht bewußt sein". Den Tourismusbetrieben wird daher geraten, eine Abschlußerklärung in dieser Form nicht zu unterschreiben.

Wer mehr zu diesem Thema wissen will: Die WIFI-Broschüre "Jahr 2000 - Zeitsprung mit Folgen" informiert über sämtliche Schritte zur Vorbereitung auf das nächste Jahrtausend. Sie ist kostenlos beim Mitgliederservice der Wirtschaftskammer Österreich unter der Tel.Nr.:
01/50105 DW 5050; Fax 01/50105 DW 236, sowie über

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