Umweltschutz im Wohnbau - nächster Schritt!

Neue Förderung für Wärmeschutz und beschleunigter Austausch von Bleirohren

Wien, (OTS) Der ökologische Standard des Wohnungsneubaus in Wien ist durch Niedrigenergiehausbauweise, den Einbau von Wasserzählern, Nutzwasseranlagen, das Nützen von Solarenergie, sowie den Verzicht auf FCKW-hältige Baumaterialien internationale Spitze. Nun will die Koalitionsregierung auch bei der Wohnhaussanierung ökologische Schwerpunkte setzen, kündigten Wohnbaustadtrat Werner Faymann und ÖVP Wohnensprecher Georg Fuchs Montag in einem gemeinsamen Pressegespräch an. Wohnbaustadtrat Werner Faymann: "Durch Änderung des Wohnbauförderungsgesetzes und der Bereitstellung von 400 Mio Schilling pro Jahr, wollen wir ab
dem Jahr 2000 in den Wohnhäusern der 50er, 60er und 70er Jahre,
den Wärmeschutz verbessern. Bisher waren diese Häuser mit vorwiegend Kategorie A und B Wohnungen von Förderungsmitteln ausgeschlossen. Häuser mit rund 12.000 Wohnungen sollen jährlich durch diese Maßnahme zusätzlich mit Wärmeschutzfassaden ausgestattet werden.

Gleichzeitig soll der schnellere Austausch von Bleiwasserleitungsrohren in den Althäusern unserer Stadt gefördert werden. Im Rahmen der Stadterneuerung und der Altstadtsanierungen werden in Wohnhäuser jetzt schon in einem Kostenrahmen von rund 40 Mio Schilling jährlich Bleileitung durch andere
Wasserleitungsrohre ersetzt. Durch verbesserte Information und Beratungstätigkeit des WBSF soll sich diese Förderung ab sofort vervielfachen.****

"Ziel ist es,", so Wohnbaustadtrat Faymann, "den ökologischen Standard der Wohnhäuser in unserer Stadt durch Sanierung in einem überschaubaren Zeitraum deutlich zu verbessern. Vor allem die thermische Sanierung ist langfristig nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutzprogramm, sondern bringt den Mietern auch deutliche finanzielle Verbesserungen. Ein wärmegedämmtes Wohnhaus verbraucht im Durchschnitt um 50 % weniger Energie für Raumwärme als ein Haus ohne thermischer Fassade. Und hat dadurch deutlich geringere Heizkosten. In einer durchschnittlichen Wohnung von 70
Quadratmetern erspart die Wärmedämmung dem Mieter jährlich zwischen 4.000 und 5.000 Schilling."

Thermisch-Energetische Wohnhaussanierung

Aus der Bauperiode 1945 - 1980 existieren in Wien rund
300.000 Wohnungen in Mehrwohnungsbauten. Da sich die Stadt bisher mit ihren Förderungen auf die Verbesserung der besonders alten, schlecht ausgestatteten Wohnhäuser konzentrierte, wurden erst bei rund 20 % dieser "neueren" Wohnungen Sanierungsmaßnahmen gesetzt. Für rund 240.000 Wohnungen könnte thermische Sanierung deutliche Verbesserungen bringen. Im Herbst wollen daher die
Koalitionspartner das Wohnbauförderungsgesetz ändern und damit auch für Nachkriegsbauten mit überwiegend Kategorie A und Kategorie B Wohnungen die Förderung von Wärmeschutzmaßnahmen ermöglichen.

Die neue Förderung sieht einen einmaligen Zuschuß zu den Investitionskosten in der Höhe von ÖS 400 - ÖS 800 je Quadratmeter Wohnnutzfläche, maximal jedoch ein Drittel der Kosten vor. Die Staffelung des Zuschusses ist abhängig von Art und Umfang der Sanierungsmaßnahmen, sowie der erreichbaren Energie- und Emissionseinsparung. Je höher die Energieeinsparung umso höher auch der mögliche Zuschuß. Für das Jahr 2000 werden 400 Mio Schilling für Zuschüsse zur Verfügung stehen. Bei einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von rund 60 Quadratmeter in diesen Häusern, mit einer angenommenen durchschnittlichen Zuschußleistung von 600 Schilling je Quadratmeter, könnte dadurch jährlich ein zusätzlicher Sanierungsumfang von rund 12.000 Wohnungen erreicht werden, die thermisch-energetisch verbessert werden. Dieser Budgetansatz versteht sich als zusätzliches Mittel zum derzeitigen Sanierungsbudget, das bisher nur für Bauten mit Kategorie C und Kategorie D zur Verfügung steht. Die thermische Sanierung der Nachkriegsbauten hat viele positive Aspekte:

o bisher konnten Energiesparfassaden oft nur durch

Mietzinserhöhungsverfahren nach § 18 MRG bzw. § 14 WGG finanziert werden. Durch die Förderung wird der finanzielle Aufwand der Mieter reduziert.
o Verringerung der Gesamtwohnungskosten durch Verringerung der

Heizkosten.
o Umwelt und Klimaschutz: 38 % des österreichischen

Energiebedarf, wird für Raumwärmebereitstellung aufgewendet. Viele nach 1945 errichteten Wohnbauten gehören zu den größten "Energiefressern".
o Beschäftigungsimpulse: Impuls für Bauwirtschaft und

Baunebengewerbe, tendenziell in kleineren und mittleren Unternehmen.

Beschleunigter Austausch von Bleiwasserleitungen in älteren Wohnbauten

In Wien hat es im Gegensatz zu anderen Städten der Welt im öffentlichen Wasserversorgungsnetz niemals Bleileitungen gegeben. In den Wohnhäusern selbst, aber auch vom öffentlichen Wasserversorgungsnetz zu den einzelnen Häusern dürften Bleirohre großflächig bis in die späten 20er Jahre, vereinzelt bis 1960 verwendet worden sein. Seit 1987 läuft ein Austauschprogramm für die Hausanschlußleitungen durch die MA 31. Ziel ist es, in rund
10 Jahren sämtliche Bleileitungen im öffentlichen Verteilungsnetz zu beseitigen.

Durch eine neue EU-Richtlinie wurden die Grenzwerte für Blei im Trinkwasser neu festgelegt. Der jetzige Grenzwert von 50 µg Blei/Liter wird ab 2004 auf 25 µg Blei/Liter herabgesetzt und ab 2014 auf 10 µg Blei/Liter Wasser. Eine Nichteinhaltung der Grenzwerte die durch die Hausinstallationen oder deren Instandhaltung bedingt ist, fällt eigentlich nicht in die Verantwortung des Staates oder der Stadt, denn diese ist nur für die " Bleifreiheit" des Verteilungsnetzes verantwortlich. Ist ein erhöhter Bleigehalt auf Hausinstallationen zurückzuführen, muß laut EU-Richtlinie trotzdem sichergestellt werden, daß geeignete Maßnahmen getroffen werden um das Risiko zu verringern oder auszuschalten (z.B. durch Beratung von Hauseigentümern über mögliche Abhilfemaßnahmen). In Wien gibt es derzeit keine genaue Bestandsaufnahme, in welchen Häusern mit welchen Auswirkungen Bleirohre im Trinkwassernetz in Verwendung sind. Daher wurde vom WBSF eine Studie in Auftrag gegeben, um eine solche
flächendeckende Bestandaufnahme zu erreichen. Auf Basis dieser breiten Untersuchung sollen gezielt für die betroffenen Häuserkategorien (vor allem Gebäude vor 1930) eine eigene Strategie zum Austausch der Bleisteigleitungen geschaffen werden.

Stadtrat Faymann und GR Fuchs: "Das Ziel ist natürlich ein möglichst schnelles Auswechseln von Bleisteigleitungen. Aber auch Zwischenlösungen wie die Montage von Wasseraufbereitungsgeräten nach dem Wasserzähler und das Abrinnenlassen der ersten Liter Wasser täglich, sowie die gezielte Beratung von Hauseigentümern, und Mietern darüber, ist Bestandteil der Studie. Parallel dazu arbeiten wir an gesetzlichen Bestimmungen, um das Umrüsten von Bleiwassersteigleitungen auf den neuesten umwelttechnischen
Standard zu beschleunigen." (Schluß) wj/

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