Schon 522 gemeldete Viagra-Opfer / Experten rechnen mit hoher Dunkelziffer / Injektionstherapie ist sicherer

Paris (ots) - Die Potenz-Pille Viagra hat weltweit bisher 522 Todesopfer gefordert. Das gab der britische Urologe Prof. Gordon Williams auf der ersten WHO-Konferenz über Potenzstörungen in Paris bekannt. Für viele der versammelten Experten sind diese Fälle, die der US-Gesundheitsbehörde FDA gemeldet wurden, nur die Spitze eines Eisbergs. Sie gehen davon aus, daß "nur ein Zehntel der tatsächlichen Viagra-Opfer bekannt werden", so ein Teilnehmer der Konferenz.

Seit in einer an der Universität Hannover durchgeführten Studie erstmals bewiesen wurde, daß Viagra auch Auswirkungen auf den Herzmuskel haben und damit ein Risiko für Anwender mit Herz-/Kreislauferkrankungen darstellen kann, wächst auch die Kritik an der Herstellerfirma Pfizer und der US-Gesundheitsbehörde: Viagra wurde in den USA im März 1998 in einer Rekordzeit von weniger als 12 Monaten zugelassen, mögliche Herz-Schädigungen sind im Vorfeld nicht erforscht worden. Der US-Urologe Prof. Robert J. Krane forderte in Paris die Wissenschaft auf, den Ergebnissen der deutschen Studie jetzt auf den Grund zu gehen, um die Risiken von Viagra besser abschätzen zu können.

"Die meisten der Viagra-Patienten, die an Herzversagen gestorben sind, hätten dieses Medikament niemals einnehmen dürfen," urteilt der Urologe Prof. Hartmut Porst. Der in Hamburg praktizierende Spezialist für die sogenannte erektile Dysfunktion sieht in der Injektions-Therapie bei Risikopatienten klare Vorteile. "Erektionsstörungen werden seit sechs Jahren sehr wirkungsvoll mit lokalen Penis-Injektionen behandelt. Bis heute sind bei etwa 15 Millionen Patienten nur vier eventuell damit zusammenhängende Todesfälle bekannt geworden."

Viele Mediziner, so Porst, verschreiben jedoch ohne eingehende Untersuchung und Beratung die vermeintliche Wundermittel Viagra und gehen damit bei Risikopatienten unnötige Gefahren ein. Bei der Penis-Spritze, die unter der Bezeichnung Caverject(r) auf dem Markt ist, bestehen diese Risiken nicht. Das gewünschte Ergebnis ist auch auch bei der blauen Pille keineswegs garantiert. Porst stellte auf dem WHO-Kongreß in Paris eine Studie vor, nach der 40 Prozent der Patienten, die von Penis-Injektion auf Viagra umgestellt wurden, die neue Therapie als unbefriedigend empfanden und zur alten Methode zurückkehrten.

Quelle: "1. International Consultation on Erectile Dysfunction", 1. - 4. Juli 1999, Palais des Congrès, Paris

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