Krankenhaus Lainz: Neuester Magnetresonanztomograph in Betrieb

Rieder: "Mehr Komfort für Patienten und höhere Untersuchungsfrequenz"

Wien, (OTS) Wiens Gesundheitsstadtrat Dr. Sepp Rieder nahm am Mittwoch im Krankenhaus der Stadt Wien – Lainz einen neuen Magnetresonanztomographen offiziell in Betrieb. "Mit dem
Tomographen neuester Bauart bieten wir einerseits den Patienten
mehr Komfort bei den Untersuchungen und können andererseits aufgrund der weiterentwickelten Technik mehr Patienten in kürzerer Zeit untersuchen", betonte Rieder im Rahmen der Eröffnung. Die Kosten für den neuen Tomographen, der am Zentralröntgeninstitut und Schnittbildzentrum – Leitung Univ. Prof. Dr. Heinich Czembirek – installiert ist, beliefen sich auf 20 Millionen Schilling. Pro Jahr werden an dieser Abteilung rund 60.000 Patienten untersucht.****

Mehr Komfort für die Patienten

Einen der entscheidenden Vorteile des neuen Tomographen für Patienten stellt die geringerer Größe und höhere Energie des Gerätes dar. Bei Tomographen alter Bauart war es notwendig, die Patienten für die Untersuchung zur Gänze in eine meist enge Röhre zu schieben. Für manche Patienten – vor allem für klaustrophobisch veranlagte – stellte dies eine Streßsituation dar, auch deswegen, weil der Untersuchungsvorgang etwa 20 bis 30 Minuten dauerte.

Mit dem Tomographen neuer Bauart kann die Untersuchungsdauer auf rund 5 bis 10 Minuten reduziert werden. Aufgrund verfeinerte Technik ist der Tomograph auch kleiner als die Vorgängermodelle (leistungsstärkere Hochenergiemagneten), was auch dazu beiträgt, das Beengtheitsgefühl zu reduzieren. Bedingt durch die geringerer Größe des Gerätes kann der Kopf des Patienten bei Untersuchungen der Lendenwirbelsäule, des Beckens und der unteren Extremitäten sogar außerhalb des Tunnels bleiben. Auch hat die Schleuse des neuen Tomographen einen größeren Durchmesser als alte Modelle.

Der "freischwebende Patiententisch" - auf dem die Patienten
in den Tomographen geschoben werden - vereinfacht den Zugang für behinderte, schwerkranke und geriatrische Patienten. Zusätzlich
ist ein vom System völlig abtrennbarer Patiententisch verfügbar, womit die Untersuchungsfrequenz erhöht werden kann. Während am System noch Untersuchungen laufen, kann der nächste Patient
bereits außerhalb des Magnetraumes auf seine Untersuchung vorbereitet werden.

Neue Einsatzbereiche durch modernste Technologie

Gefäßdarstellungen: War es bisher erforderlich, Gefäße durch Direktpunktion und Kontrastmittelinjektion im Röntgen oder Katheterisierung und nachfolgende Kontrastmittelinjektion darzustellen, so gelingt dies durch die moderne Magnetresonanztomographie mittels geringfügiger intravenöser, nicht belastender Kontrastmittelinjektion. Wobei äußerst kurze Meßzeiten im Sekundenbereich Bilder höchster Qualität produzieren. Alle Gefäßabschnitte des menschlichen Körpers sind mittlerweile durch dieses Verfahren darstellbar, auch Gallenwegs- und Bauchspeicheldrüsengänge sind damit in sehr hoher Qualität darzustellen.

Gehirnschlag: Die möglichst frühe Erkennung eines Gehirnschlages hat entscheidende Konsequenzen für die Behandlung und somit für die Chancen auf Genesung des Patienten. Durch den Einsatz von neuen Diffusions- und Perfusionstechniken in der MRT
ist es heute bereits möglich bereits Minuten nach dem Schlaganfall eine genaue Lokalisation und Ursachenerkennung vorzunehmen.

Magnetresonanztomographie: Bilder ohne Röntgenbelastung

Die Magnetresonanztomographie ist ein Verfahren, das ohne Röntgenstrahlen arbeitet und welches die magnetischen
Eigenschaften der Wasserstoffatome im Körper für die Bildgebung nutzt. Über ein starkes externes Magnetfeld werden die Wasserstoffatome, genauer gesagt die Protonen, wie die
Zinnsoldaten in einer Linie ausgerichtet. Störimpulse von außen bringen sie aus ihrem Gleichgewicht und das Zurückklappen in die Ausgangsposition wird für die Bildgebung genutzt. Ohne jegliche Röntgenbelastung können so Bilder von höchster Qualität von allen Regionen des Körpers angefertigt werden.

Krankenhaus Lainz - Zentralröntgeninstitut und Schnittbildzentrum: 130.000 Untersuchungen pro Jahr

Am Zentralröntgeninstitut und Schnittbildzentrum im Krankenhaus Lainz werden pro Jahr rund 130.000 Leistungen
erbracht. Davon etwa 3.600 Magnetresonanzuntersuchungen, 10.000 Computertomographieuntersuchungen, 7.500 Ultraschalluntersuchungen sowie 20.500 Schnittbilduntersuchungen. Zur Zeit stehen dort 17 Fachärzte der Radiologie zur Verfügung, 6 Mediziner werden zu Radiologiefachärzten ausgebildet.

Aufgabe des Zentralröntgeninstitutes ist es, mit Hilfe der zahlreichen radiologischen Untersuchungsverfahren zur Diagnosefindung bei den stationären und ambulanten Patienten beizutragen. Die Kette der Untersuchungsverfahren umfaßt die konventionelle Röntgendiagnostik mit den Standarduntersuchungstechniken des Herz-Lungenröntgens, der Magen-Darmuntersuchungen, der Skelettuntersuchungen, und anderes mehr. Darüberhinaus werden eine Fülle von Spezialuntersuchungstechniken angewendet, wie etwa die Mammographie.

Weitere Schwerpunkte im Schnittbildzentrum sind mit den sogenannten Schnittbildverfahren gegeben. Dabei handelt es sich um die Ultraschalldiagnostik, die Computertomographie und die Magnetresonanztomographie. An anderen Spezialverfahren bietet die Abteilung die Angiographie und Interventionelle Radiologie an. Die Angiographie hat zum Ziel, den Gefäßbaum röntgenologisch mittels Kontrastmittel, oder Ultraschall, oder Magnetresonanztomographie darzustellen. Das Spektrum der Interventionellen Radiologie reicht weit über die reine Gefäßtherapie hinaus und hat auch ihre Möglichkeiten in Abszeßdrainagen, Wiederherstellung von Gallengängen, Ableitung von Galleflüssigkeit in den Darm und vieles andere mehr. (Schluß) mmr/

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