NÖ Jugend denkt positiv über Osterweiterung

Grenzüberschreitende Jugendarbeit bewirkt positive Entwicklung

St.Pölten (NLK) - Niederösterreichs Jugend ist, was die Osterweiterung betrifft, noch ziemlich ahnungslos: Rund die Hälfte hat keinerlei Vorstellungen und vielfach auch kein Interesse an den Möglichkeiten, die sich aus dem Beitritt von Reformländern zur EU ergeben. Diese Erkenntnis stammt aus einer jüngst vom Soziologen Dr. Brunmayr im Auftrag der NÖ Landesakademie durchgeführten Jugendbefragung zum Thema des EU-Beitritts der Nachbarstaaten. "Haben Jugendliche aber bereits Erfahrungen mit den Nachbarländern, sind sie schon dort gewesen, so ist ihre Einstellung zum Thema durchaus positiv", weiß Brunmayr zu berichten. Wesentlich skeptischer als die Schüler sind die Lehrlinge eingestellt. Dort herrscht ein großer Informationsbedarf. Die meisten Kontakte über die Grenze hinweg hat die Jugend des Industrieviertels vorzuweisen, für die Ausflüge nach Ungarn fast zum Alltag gehören. Aber auch Weinviertler Jugendliche sind vielfach schon in Tschechien gewesen und großteils positiv eingestellt. Ein ziemlich unbekanntes Land ist für die meisten die Slowakei, wohl durch die geringe Zahl der Grenzübergänge. Skepsis herrscht noch vielfach im Wald- und im Mostviertel, was möglicherweise mit negativen Erinnerungen der älteren Waldviertler Generation an die unmittelbare Nachkriegszeit zu tun hat.

Anlaß zur Präsentation dieser Studie war das europäische Jugendleitercamp des NÖ Jugendreferats, das derzeit (bis 10. Juli) in Krems läuft. Bei diesem Anlaß wurden auch Musterprojekte nachbarschaftlicher Jugendinitiativen vorgestellt: die seit rund zwei Jahrzehnten laufende Arbeit des Landesjugendreferates, das schon in der kommunistischen Zeit Austauschprogramme mit osteuropäischen Ländern betrieb und diese enorm intensivierte. Die schwierige Kontaktnahme mit der Slowakei wird durch ein alljährliches unter dem Titel "Mosty (Brücken)" laufendes Zusammentreffen der Jugend in der slowakischen Region Senica erleichtert. Hier findet mittlerweile ein starker Austausch zwischen Niederösterreich und der Slowakei statt. Das Europasommerlager Oberhöflein/Langau wurde vor zehn Jahren begonnen, Jugendgästehäuser entstanden beiderseits der Grenze, intensive Kontakte in Form von Landschulwochen, Schikursen, Kreativcamps und Sprachkursen laufen. Als einzige Schule wird die Handelsakademie Retz in Deutsch und Tschechisch mit Schülern aus Niederösterreich und Tschechien geführt. Schließlich kann Spillern auf eine seit acht Jahren bestehende Partnerschaft mit der tschechischen Gemeinde Kanice verweisen. Dabei spielen auch Jugendaustauschprogramme eine große Rolle.

Vorgestellt wurde auch die von der NÖ Landesakademie gemeinsam mit dem Ländlichen Fortbildungsinstitut durchgeführte Informationskampagne "Vom Grenzland zum Kernland". Ab Herbst dieses Jahres werden landesweit Veranstaltungen für Entscheidungsträger und Opinion Leaders zum Thema "NÖ und EU-Erweiterung" durchgeführt. Niederösterreich soll dabei nicht länger als Grenzland zu Zentraleuropa angesehen werden, sondern soll sich durch die Erweiterung der EU zu einem strategisch wichtigen Kernland entwickeln.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
Tel.: 02742/200/2174

Niederösterreichische Landesregierung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLK/NLK