Erste Flüchtlinge verlassen Österreich-Camp - Rotes Kreuz versorgt Heimkehrer mit Lebensmitteln und Decken

Wien (OTS) - In Bussen kehren nun die ersten Kosovo-Flüchtlinge aus dem Österreich-Camp in ihre Heimat zurück. "Für die Heimreise bekommen sie vom Roten Kreuz Feldbetten, Decken und eine Reisetasche mit Lebensmittel- und Hygienepaketen," sagt Bernhard Jany, Sprecher des Österreichischen Roten Kreuzes. Eine Winterfestigkeit des Camps wird nicht mehr angestrebt. "Für Flüchtlinge, die nicht in ihre Heimat zurück wollen oder können, wird das UNHCR im Zentralraum Tirana ein Flüchtlingslager errichten", so Jany weiter.

Derzeit leben noch 2700 Flüchtlinge im Österreich-Camp. "Es herrscht aber Aufbruchstimmung. So leben in der Tabakfabrik, in der ursprünglich 4500 Flüchtlinge untergebracht waren, nur mehr 700 Flüchtlinge", sagt Jany. Nach der Auflassung des Camps werden die verbliebenen Lebensmittel, die nicht an die Rückkehrenden verteilt wurden, an das Albanische Rote Kreuz übergeben. "Damit können in Albanien verbliebene Flüchtlinge, aber auch die in Not befindliche Bevölkerung versorgt werden", erklärt Jany.

Die Ortschaft Istok, aus der rund zwei Drittel der Flüchtlinge des Österreich-Camps kommen, wurde während des Krieges stark zerstört. Ein Erkundungsteam des Österreichischen Roten Kreuzes stellte fest, daß 95 Prozent der Häuser beschädigt wurden. "70 Prozent der landwirtschaftlichen Maschinen sind zerstört, vom Anbau ist nichts übriggeblieben und die Hälfte des Viehbestandes ist dem Krieg zum Opfer gefallen", so Jany. "Zumindest ist die Wasserversorgung in gutem Zustand, und auch öffentliche Gebäude sind nur wenig beschädigt worden. Sogar die örtliche Ambulanz ist in Betrieb. Auch kann man in den meisten Häusern ein bis zwei Räume so einrichten, daß kurzfristig dort wieder gewohnt werden kann."

Das Österreichische Rote Kreuz wird voraussichtlich eine Delegation in Pristina einrichten, um in der Folge die Bevölkerung in Istok zu versorgen. "Wir planen, den Bewohnern Werkzeugsets, Küchensets, Öfen und Baumaterial wie Plastikplanen, Teerpappe und Holz mitzugeben", erklärt Jany. Damit könnte mit dem Wiederaufbau des schwer zerstörten Dorfes begonnen werden. Nach wie vor hat aber die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmittel- und Hygienepaketen höchste Priorität.

Das Österreichische Rote Kreuz ersucht weiterhin um Spenden auf das Konto von "Nachbar in Not - Kosovo: Österreicher helfen" PSK-Konto:
76 00 111.

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