Verzetnitsch zum EGB-Präsidenten wieder gewählt

Europäisierung der Kollektivvertragsverhandlungen und Kampf um Beschäftigung sind wichtigste Arbeitsschwerpunkte

Helsinki (EGB/ÖGB). OEGB-Präsident Fritz Verzetnitsch ist am Freitag in Helsinki einstimmig zum Präsidenten des Europäischen Gewerkschaftsbundes wieder gewählt worden. Er tritt somit seine zweite Amtsperiode an.++++

Im EGB sind 33 Nationen mit rund 70 Gewerkschaften vertreten. Verzetnitsch hat schon in seiner ersten Amtsperiode als EGB-Präsident wesentlich zum Aufbau und zur Akzeptanz der Sozialpartnerschaft auf europäischer Ebene beigetragen. So hat der Vertrag von Amsterdam die europäischen Sozialpartner mit starken Kompetenzen für das Zusammenspiel von Wirtschafts- und Sozialpolitik ausgestattet. Die EU-Sozialpartner haben in den vergangenen vier Jahren unter anderem Richtlinien für einen europaweiten Mindeststandard beim Elternurlaub, befristete Arbeitsverträge und Zeitarbeitsverträge vorbereitet.

Arbeitsschwerpunkte

Verzetnitsch wird sich in den kommenden vier Jahren seiner EGB-Präsidentschaft vor allem dafür einetzen, dass in ganz Europa Gewerkschaftsrechte stärker verankert werden. "In allen Ländern, in denen Arbeitnehmer in Entscheidungen eingebunden werden, ist
die Wirtschaftslage besonders gut und vor allem stabil", begründet das Verzetnitsch. Ein wichtiger Schritt dazu sei die europäische Richtlinie für Information und Konsultation, deren Zustandekommen derzeit am Widerstand des europäischen Arbeitgeberverbandes scheitert.

Weiterhin absolute Priorität hat die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. "Hier werden wir nicht locker lassen. Seit
unserer grossen internationalen Kundgebung beim Luxemburger Gipfel schreiben sich alle Mitgliedsstaaten der EU das Thema
Beschäftigung auf die Fahnen. Jetzt wollen wir Gewerkschafter endlich konkrete Ergebnisse sehen."

Der EGB wird sich in den kommenden vier Jahren intensiv mit der Europäisierung der KV-Verhandlungen befassen. "Es geht nicht um einen europäischen Einheitslohn, sehr wohl aber um eine
abgestimmte Tarifpolitik der europäischen Gewerkschaften", erklärt der wieder gewählte EGB-Präsident. Nur auf diese Weise sei es möglich, in Zukunft ein lohn- und sozialpolitisches Dumping in Europa zu vermeiden. "Die europäischen Gewerkschaften setzen damit ein klares Zeichen für internationale Solidarität."

Verzetnitsch: "Die europäische Wettbewerbsfähigkeit wird in den Augen der Gewerkschaften daran gemessen, ob die EU auch in Zukunft ein globales Vorbild für faire und menschenwürdige Arbeit ist."

Der EGB-Kongress in Helsinki habe in der Zeit des Wandels klare Positionen zu den Anliegen der europäischen ArbeitnehmerInnen bezogen. "Jetzt geht es darum, diese Anliegen in den nationalen Gewerkschaftsorganisationen umzusetzen", so EGB-Präsident Verzetnitsch abschließend.

ÖGB, 2. Juli 1999 Nr. 345

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