Fünf Jahre AKH: Spitzenmedizin in allen Fachgebieten

Medizinisches Forschungszentrum von Weltruf

Wien, (OTS) Im Juni 1994 wurde das Neue Allgemeine
Krankenhaus der Stadt Wien – Universitätskliniken eröffnet. Den rund 9.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es in den letzten fünf Jahren gelungen, das AKH als eine der renommiertesten Krankenhäuser und medizinischen Forschungsstätten weltweit zu etablieren. "Vor fünf Jahren gab es noch Briefe, in denen darauf gedrängt wurde, nicht im Allgemeinen Krankenhaus aufgenommen zu werden. Heute sind es Patienten, die sich um eine Aufnahme ins AKH bemühen", betonte Wiens Gesundheitsstadtrat Dr. Sepp Rieder im Rahmen der Medienkonferenz am Freitag anläßlich der 5jährigen Eröffnung des Wiener AKH. "Dies macht am besten den Meinungsumschwung in der Öffentlichkeit deutlich. Das AKH hat sich nicht nur einen ausgezeichneten Ruf bei Patienten verschafft, die eine hohe Zufriedenheit in den Umfragen attestieren, sondern auch einen Spitzenplatz in der medizinischen Wissenschaft. Auf mehreren Gebieten kann das AKH auch Weltweit mit den besten Kliniken mithalten," so Rieder. An der Medienkonferenz nahmen auch Univ.Prof.Dr. Wolfgang Schütz, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Wien und Prof. Dr. Reinhard Krepler, Ärztlicher Direktor des AKH, teil.****

Rieder weiter: "Das AKH ist allerdings nicht nur eines der modernsten Klinikzentren, sondern auch eines der teuersten. Ich halte daher weitere Reformschritte organisatorischer und inhaltlicher Natur für notwendig, die das hohe Niveau der medizinischen Versorgung weiterhin sichern, und den ‚Wissenschaftsboom‘ fördern." "Ich schlage daher folgende Reformen, die meiner Ansicht nach sehr rasch umsetzbar sind, vor:"

1. Festhalten am gelungenen Mix zwischen wissenschaftsorientierter Spitzenmedizin und Patientenversorgung
auf allen medizinischen Ebenen. Ich bin gegen einen Rückzug des
AKH aus der Patientenversorgung. Die breite Leistungspalette ist auch für die Studenten- und Medizinerausbildung nötig.

2. Inhaltliche Ergänzung durch einen "Lehrstuhl" für Geriatrie, allerdings ohne Bettenausbau, sondern in Kooperation
mit der Geriatischen Poliklinik im Geriatriezentrum am Wienerwald – sowie der Einrichtung einer Hospizstation.

3. Neuorganisation des Ambulanzsektors und weiteren Ausbau
der Tagesklinikbereiche zu Lasten der herkömmlichen Bettenstationen.

4. Kooperationsverträge mit Rehabilitations- und Nachbetreuungseinrichtungen insbesondere für Onkologe, Orthopädie und Neurologie und zwar sowohl mit Wiener Spitälern und Spitälern im Bereich des geplanten Gesundheitsverbundes Ostregion (Wien, Niederösterreich und Burgenland)

5. Ausgliederung des AKH und Bildung eines eigenen
Unternehmens neben dem Wiener Krankenanstaltenverbund mit dem Ziel einer Organisationsverbesserung der Wirtschaftsführung und EDV. Dieses Vorhaben ist subsidiär zu dem vorrangigen Bemühen, gemeinsam mit dem Bund zu einem eigenen Rechtsträger für das AKH zu kommen. Allerdings dürfte das Interesse des Bundes an einer solchen Konstruktion nicht "überausgeprägt" sein.

6. In diesem Zusammenhang dauernde Bereinigung der
Problematik der Klinikangestellten und Bereinigung des Konfliktes
zu dem vom Bund zu leistenden "Klinischen Mehraufwand" - auf Grundlage des Verfassungsgerichtshoferkentnisses.

7. Schaffung eines Forschungs- und Wissenschaftsverbundes zwischen AKH und den Universitätskliniken Graz und Innsbruck, um
im europäischen Wettbewerb auch innovative Großprojekte in Österreich zu ermöglichen.

8. Letztlich halte ich meine persönliche Anregung aufrecht, die medizinische Fakultät aus der Universitätsklinik auszugliedern und zu einer eigenen humanmedizinischen Universität zu machen.

Enormer wissenschaftlicher Aufschwung

Das Allgemeine Krankenhaus der Stadt Wien-Universitätskliniken hat sich in den letzten Jahren zu einem der bedeutensten Zentren der medizinischen Wissenschaften entwickelt. Als Meßgröße für wissenschafltiche Leistungen wird international der sogenannte Impact-Faktor herangezogen. Dieser Faktor errechnet sich aus den wissenschaftlichen Publikationen einer Einrichtung
bzw. aus den Zitierungen dieser Publikationen in anderen wissenschaftlichen Zeitschriften. Dabei werden jeweils die letzten zwei Jahre herangezogen.

So stieg ausgehend vom Jahr 1993 der Impactfaktor des AKH von 1.025 auf 3.091. Betrachtet man nur die Erstpublikationen, so
sieht dies ähnlich aus: Wurden 1993 633 Puplikationen von Universitätskliniken und Instituten erbracht, so waren es 1998 1.469. (Damit wurden an den Unikliniken Wien dreimal soviele Publikationen registriert als in Graz und Innsbruck zusammen!)

AKH-Wien: Ein Spital der Superlative

Alleine die bloßen Leistungsdaten des Wiener AKH sprechen ein deutliche Sprache was die überregionale Bedeutung in puncto medizinische Versorgung der Bevölkerung anbelangt: So wurden seit der offiziellen Inbetriebnahme im Jahr 1994 386.495 Patienten stationär versorgt. In den Ambulanzen wurden 7,2 Millionen Besuche registriert.

Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 177.714 Operationen durchgeführt. Das AKH gilt auch als eines der führenden Transplantationszentren der Welt. 2.369 Transplantationen wurden seit Juni 1994 durchgeführt (Nieren: 800, Leber: 340, Herzen: 310, Lunge: 151, Bauchspeicheldrüse: 8, Knochenmark: 760).

Die Leistungen in fast allen Bereichen konnten seit Inbetriebnahme gesteigert werden. Die Zahl der jährlich stationär aufgenommenen Patienten ist von etwa 65.000 auf etwa 89.000 gestiegen. Gleichzeitig ist es gelungen, die Zahl der Ambulanzbesuche mit etwa 1,45 Mio. pro Jahr konstant zu halten,
was bezogen auf die Zahl der stationären Patienten eine Senkung bedeutet. Dies ist durch einen Ausbau der Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten und anderen Gesundheitseinrichtungen möglich gewesen.

Parallel dazu erfolgte eine beispielgebende Qualitäts- bzw. Innovationsinitiative in allen Bereichen. Die
Patientenorientierung konnte vor allem auch im Zusammenwirken mit dem Wiener Patientenanwalt, Herrn Prof. Dr. Pickl, wesentlich weiterentwickelt werden. Sowohl den ambulanten, als auch den stationären Patienten werden umfassende Informationen einerseits persönlich und andererseits in Broschüren zur Verfügung gestellt. Alle wesentlichen Informationen über das AKH sind im Internet
unter der Adresse: ".akh.health.magwien.gv.at" abfragbar.

Weltweit anerkannte Kliniken

Die große Anerkennung, die die medizinische Leistung des AKH nunmehr genießt, stützt sich auf die vielen kleineren und nicht spektakulären Leistungen, die freundlich und in hoher Qualität erbracht werden. Die Spitzenleistungen lassen dies für uns alle aber besser transparent werden. Es sollen deshalb als Beispiel einzelne Leistungen herausgegriffen werden.

o 1998 avancierte die Klinische Abteilung für Herz-Thoraxchirurgie

mit dem von Herrn Univ.Prof. Dr. Walter Klepetko geleiteten Lungentransplantationsbereich zum größten Lungentransplantationszentrum der Welt. Hier wurden 57 Patienten lungentransplantiert, mehr als im nächstgrößten Zentrum in St. Louis in den USA. Zudem konnte eine neue wesentlich schonendere Operationstechnik etabliert werden. Auch sonst sind die Transplantationsleistungen des Jahres 1998 eindrucksvoll, 163 Nierentransplantationen, 65 Lebertransplantationen, 54 Herztransplantationen, 157 Knochenmarktransplantationen, 5 Pankreastransplantationen und wie erwähnt 57 Lungentransplantationen. Dies ist aber nur ein kleiner
Ausschnitt der operativen Leistungen, da am AKH jährlich
ingesamt etwa 43.000 Operationen durchgeführt wurden.
o Aber nicht nur die operativen Leistungen sind beeindruckend. In

der Strahlentherapie erfolgten etwa 15.000 Behandlungen von Krebserkrankungen mit Linearkreisbeschleuniger (Vorstand:
Univ.Prof. Dr. Richard Pötter).
o An der Univ.Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten

(Vorstand: Univ.Prof. Dr. Klaus Ehrenberger) wurden zum ersten
Mal in Österreich Patienten ein Hörgerät in das Mittelohr implantiert. Erstmals wurde in Österreich auch an dieser Klinik einem acht Monate alten Säugling ein Cochlearimplantat eingesetzt, welches mit dem Gehörnerv erfolgreich verbunden werden konnte, sodaß das Kind nun wieder hören kann.
o Gemeinsam mit dem US-Starchirurgen Michael DeBakey wurde an der

Klinischen Abteilung für Herz-Thoraxchirurgie (Leiter:
Univ.Prof. Dr. Ernst Wolner) zwei Patienten eine von der NASA mitentwickelte vollständig implantierbare Herzpumpe erfolgreich eingepflanzt.
o An der Univ.Klinik für Anästhesie und Allgemeine Intensivmedizin

(Vorstand: Univ.Prof. Dr. Michael Zimpfer) konnte mit der Hochfrequenzjetbeamtmung und Stickstoff-Beamtung Patienten geholfen werden, die mit anderen Beatmungsstrategien nicht mehr
am Leben erhalten werden hätten können.
o An der Univ.Klinik für Augenheilkunde und Optometrie (Vorstand:

Univ.Prof. Dr. Heinz Freyler) wurden neue Behandlungen
aufgebaut, wie beispielsweise die endoskopische Tränenwegsrekonstruktion oder die Behandlung bestimmter Schielformen mit in das Auge eingesetzten Kontaktlinsen.
o An der Abteilung für Allgemeine Dermatologie (Leiter:

Univ.Prof.Dr. Klaus Wolff) wurde ein digitalisiertes Auflichtmikroskop entwickelt, das eine nicht invasive Diagnostik früher Stadien des Melanoms ermöglicht und an eben dieser Abteilung läuft derzeit die weltweit erste klinische Studie über die Behandlung fortgeschrittener Stadien der Melanom-Krankheit durch Hemmung eines Tumor-Gens.
o An der Klinischen Abteilung für Spezielle Dermatologie und

Umweltdermatosen (Leiter: Univ.Prof. Dr. Herbert Hönigsmann) der Universitätsklinik für Dermatologie (Vorstand: Univ.Prof. Dr. Klaus Wolff) können mit Farbstofflasern oberflächliche vaskuläre Hautveränderungen ohne Narbenbildung beseitigt werden.
o Der Leiter der Klinischen Abteilung für Spezielle Gynäkologie an

der Univ.Klinik für Frauenheilkunde (Univ.Prof. Dr. Ernst Kubista) etablierte die Möglichkeit einer genetischen Testung
auf familiär bedingten Eierstock- oder Brustkrebs.
o An der Klinischen Abteilung für Pränatale Diagnostik und

Therapie der Univ.Klinik für Frauenheilkunde (Leiter: Univ.Prof. Dr. Gerhard Bernaschek) konnten intrauterine Operationen an
Feten durchgeführt werden.
o An der Univ.Klinik für Innere Medizin II etablierte der

Vorstand, Univ.Prof. Dr. Gerald Maurer endoskopische Eingriffe
am Herzen wie die Laserrevaskularisation, den intravaskulären Ultraschall oder die Strahlentherapie zur Verhinderung eines
neuen Verschlusses eines Herzkranzgefäßes.
o Am Klinischen Institut für Klinische Pathologie, Vorstand:

Univ.Prof. Dr. Dontscho Kerjaschki, ist eines der international größten Zentren für Nierenbiopsie-Diagnostik etabliert. Durch dieses können viele Nierenerkrankungen so genau abgeklärt werden, daß eine erfolgreiche Behandlung möglich wird.
o An der Klinischen Pharmakologie (Leiter: Univ.Prof. Dr. Hans

Georg Eichler) wurde eine Technik erarbeitet, die es ermöglicht, die Zytostatika-Konzentrationen bei Brustkrebspatientinnen
direkt im Tumor zu messen, wodurch festgestellt werden kann, ob dieser Behandlungsweg erfolgversprechend ist.
o An der Univ.Klinik für Neurochirurgie (suppl.Vorstand:

Univ.Prof. Dr. Karl Ungersböck) ist ein weltweit renommiertes Zentrum zur Behandlung von Gefäßerkrankungen des Gehirns und von Tumoren etabliert.
o Der Leiter der Klinischen Abteilung für Neuropathologie und

Neurochemie, Univ.Prof. Dr. Herbert Budka erhielt heuer die Auszeichnung "Wissenschafter des Jahres 1998" wegen seiner Etablierung eines Referenzzentrums für menschlich Prionenerkrankungen.
(Schluß) mmr

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