Görg: Wien auf dem Besten Weg zur Gläsernen Stadt

Wien, (OTS) Beim Festakt zur Präsentation der digitalen Mehrzweckkarte der MA 41 - Wiener Stadtvermessung, wurde am
Freitag Wappensaal des Wiener Rathauses feierlich das Ergebnis 15-jähriger akribischer Arbeit präsentiert.

"Wien ist auf dem besten Weg als gläserne Stadt international den Standard zu setzen," sagte Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg. "Durch die digitale Neu-Vermessung der Stadt, die sich vor allem durch ihre bis zu 2-cm Punktgenauigkeit auszeichnet, hat
Wien nicht nur national, sondern auch international die Nase
vorne," so der Vizebürgermeister weiter.

Die digitale Mehrzweckkarte habe vor allem Vorteile für und positive Auswirkungen auf Unternehmen, die mit dieser Materie befaßt sind (Zivilingenieurbüros, im Bereich des Geomarketing, der Verkehrstelematik, etc.). Zukünftig habe man, wenn man
verschiedene Datenlayer überschneide, ein ungleich höheres Ausschöpfungspotential, speziell im Bereich der Industrieansiedlung, auf das man zugreifen könne.

Mit der Präsentation der Mehrzweckkarte (digitale Stadtkarte) von Wien, lege die MA 41 (Stadtvermessung) das Ergebnis ihrer 15-jährigen Tätigkeit im Bereich der kartographischen Digital-Erfassung Wiens vor. Die digitale Mehrzweckkarte, die per
Knopfdruck Wien im Maßstabsbereich von 1:200 bis 1:10 000 umfaßt, zähle zu den modernsten und genauesten der Welt.

o Damit hat die Stadt Wien sowohl national als auch international

wieder eine Vorreiterrolle in der Stadtkartographie eingenommen. Durch die Verbindung einer sehr präzisen (plus-minus 2 cm) Neuvermessung des Straßenraumes von Wien (ca. 3000 km, 3 Mio. Punkte) und modernster EDV-Ausstattung und Vermessungsausrüstung ist Wien auf dem besten Weg zur "gläsernen Stadt".
o Wien ist damit weltweit die erste Stadt dieser Größenordnung,

die über eine digitale Karte dieser Genauigkeit verfügt. Das Kartenwerk umfaßt im verbauten Kerngebiet 1446 Blatt im Maßstab 1:1000, ergänzt durch 533 Blätter im Randbereich (insgesamt 1979 Blätter 1:1000!)
o Das dazu nötige Know how stammt im wesentlichen von der MA 14

(Rathaus EDV) und der MA 41 (Stadtvermessung). Da zu Projektsbeginn Mitte der 80-er Jahre die entsprechende Software
am Markt nicht verfügbar war, mußte ein Großteil magistratsintern entwickelt werden. Zur Ausführung der umfangreichen Straßenvermessungen hingegen wurde die Privatwirtschaft - Ingenieurkonsulenten für Vermessungswesen - eingebunden.

Bedeutung der MZK und Zukunftsaspekte

o Die digitale Kartographie erfüllt eine weitere Service- und

Dienstleistungsfunktion der Stadt Wien und wird künftig als wesentliche Grundlage für Planungs- und Entscheidungsprozesse in Verwaltung, Wirtschaft und Politik gelten.
o Pläne und Karten werden vor allem im Bereich der Verwaltung, der

Stadtplanung und Stadtentwicklung, der Verkehrsplanung, der Projektierung im Bauwesen, der Leitungsdokumentation von Ver-
und Entsorgungseinrichtungen und im Umweltschutz eingesetzt. Dieser vielfältige Verwendungszweck kommt in der Namensgebung
des Wiener Stadtkartenwerkes "Mehrzweckkarte" zum Ausdruck.
o Verläßliche und präzise Karten sind somit eine unentbehrliche

Grundlage für qualifizierte Entscheidungen in der Kommunalverwaltung - dies gilt insbesondere für den Planungsbereich.
o Über die Anwendung in der Kommunalverwaltung hinausgehend sind

digitale Karten insgesamt für den Wirtschaftsstandort Wien von Bedeutung, z.B.:

1. als Planungs- und Projektierungsunterlagen für Ingenieure und Architekten

2. im Geomarketing: Industrieansiedlung, Kundenanalyse, Filialnetzoptimierung für Banken und Großhandelsketten, Werbung, Kaufkraftanalysen, Vertriebsoptimierung

3. Verkehrstelematik: im Individualverkehr für Flotten- und Frachtmanagement zur Optimierung der Mobilfunkkapazität im Bereich der Telekommunikation, weiters zur Modellierung von Schadstoff-
und Lärmausbreitung

o Die digitale Karte ist somit nicht mehr wie die analoge

Stadtkarte ein rein passives Darstellungsmittel. Der Benutzer
wird künftig vermehrt interaktiv das Kartenbild unter Verwendung von Benutzerschnittstellen je nach seinem Verwendungszweck (Signaturen, Maßstab, Farbe) gestalten und mit weiteren raumbezogenen Informationen verknüpfen können.
o Weiterentwicklung und Vision: Im Computer ist ein 3 D-Modell der

realen Welt abgespeichert, einschließlich der Häuser-Fassaden, auch der unterirdischen Leitungen ("gläserne Stadt "), ergänzt über Multimedia durch weitere Karten, Graphik, Texte, Photos und Animationen. Diese virtuelle Stadt wird man vom PC aus durchstreifen, sich umschauen können und gleichzeitig elektronische Informations- und Kulturdienste, sowie gebührenpflichtige oder aus der Werbung finanzierte Unterhaltungsdienste durch Anklicken des ausgewählten Objektes abrufen, Einkäufe, Behördengänge usw. tätigen können.

Historische Aspekte

o Kartographische Darstellungen von Städten gibt es vermutlich

seitdem städtische Orte bestehen, seit etwa 3,5 Jahrtausenden bekannt, ältester erhaltener in Ton geritzter Stadtplan von Nippur am Euphrat
o Albertinischer Plan, 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts, kolorierte

Federzeichnung, ältester überlieferter Stadtplan von Wien mit Maßstabsangabe
o Mit Erfindung des Holzschnittes und des Kupferstiches leitete

die Verbreitung des Buchdruckes eine Revolution im Kartenwesen ein. Ab diesem Zeitpunkt waren Karten nicht mehr Unikate, die
für weitere Benützer mühsam kopiert werden mußten.
o Erfindung der Photogrammetrie, Kartenerstellung durch Ausmessen

von Luftbildern, Loslösung von erdgebundener Vermessung. Nach Beschaffung entsprechender Luftbildauswertegeräte konnte Ende 1957 durch die MA 41 (Stadtvermessung) mit den Arbeiten zur Herstellung der neuen, ausschließlich aus Luftbildern hergestellten Stadtkarte 1:2000 begonnen werden. Damit hatte die Stadt Wien eine Vorreiterrolle in der Stadtkartographie eingenommen.
o Ergebnis der stürmischen Entwicklung und Innovation der modernen

Computertechnik: Anfang der achtziger Jahre kommen Vermessungsinstrumente und Luftbildaus- wertegeräte, die Meßergebnisse automatisch registrieren und Verfahren, die einen elektronischen Datenfluß von der Messung bis zur Darstellung als Plan oder Karte ermöglichen, auf den Markt. Unter Nutzung dieser Techniken schritt man nach Vorstadien und Versuchen an die Erstellung der neuen Mehrzweckkarte. Ergebnis: ein völlig neues Medium, mit bislang ungeahnten Möglichkeiten für künftige Nutzungen.
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