AK Tumpel: Mehr Förderung von Schule statt "Privatisierung" der Nachhilfe

AK Wien Test: Nachhilfe teurer geworden

Wien (OTS) – Rund 35.000 Schüler werden eine Klasse wiederholen müssen – jährlich geben Eltern 1,5 Milliarden Schilling für die private Nachhilfe ihrer Sprößlinge aus. "Auch für den Nachzipf würden sich Eltern teure Nachhilfe sparen, wenn die Schüler automatisch aufsteigen können, die in 12 von 13 Fächern positive Noten haben," sagt AK-Präsident Herbert Tumpel. Daher muß die Schule verstärkt fördern, verlangt Tumpel. Das spart den Eltern und auch dem Staat Kosten. Die AK hat die Preise für Nachhilfestunden in Wien untersucht: Die Preise für eine private Einzel-Nachhilfestunde haben sich gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent verteuert und betragen im Schnitt 214 Schilling. Der günstigste Nachhilfelehrer verlangt 100 Schilling, der teuerste
400 Schilling. Wesentlich kostspieliger sind Lerninstitute: Sie verlangen für eine Einzelnachhilfestunde bis zu 896 Schilling.
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Wiens Schülerinnen und Schüler haben 42.000 Fünfer. Viele von ihnen müssen einen Teil ihrer Ferien opfern, um für den Nachzipf zu lernen. Die AK hat nun die Nachhilfeangbote im Wiener Raum erhoben.

Privat "büffeln": Preise gestiegen
Privater Nachhilfeunterricht ist teurer geworden: Kostete 1998
eine Stunde im Schnitt 205 Schilling, so liegt sie heuer bei durchschnittlich 214 Schilling. Der günstigste Nachhilfelehrer verlangt für eine Stunde 100 Schilling, der teuerste 400
Schilling. Die privaten Nachhilfelehrer sind vorwiegend Studenten, Lehrer und Professoren. Auch Privatlehrer bieten immer wieder ihre Dienste an.

Wer sich mit Mathematik, kaufmännischen und technischen Fächern plagt, muß für eine Nachhilfestunde zwischen 100 und 360 Schilling rechnen. Bei den Sprachen liegen die Preise zwischen 100 und 400 Schilling. Für alle anderen Gegenstände verlangen die Nachhilfelehrer von 100 bis 350 Schilling.

Lerninstitute machen's noch teurer
Die Preise für eine Stunde Nachhilfe liegen zwischen 90 und 896 Schilling. Die Kosten sind in den letzten Jahren jedoch nur geringfügig angestiegen.

Lernistitute bieten auch billigere Nachhilfe in Kleingruppen an, meist für 2 bis 5 Schüler. Der Kleingruppen-Unterricht ist im Durchschnitt um zwei Prozent günstiger geworden – und macht 171 Schilling aus.

"Intensiv": Preise vergleichen
Müssen Schüler für eine Nachprüfung "pauken", wollen sie sich auf die nächste Klasse vorbereiten oder bloß ihr Wissen auffrischen, dann können sie auch einen Intensivkurs besuchen. Die Kursdauer reicht von zwei Tagen bis zu drei Monaten. Für den
Einzelunterricht müssen die Eltern zwischen 132 und 432 Schilling für eine Stunde zahlen. In Kleingruppen (2 bis 15 Personen) muß zwischen 61 und 359 Schiling gerechnet werden.

Förderung an Schule verstärken
Heuer werden rund 15.000 Schüler eine Klasse wiederholen müssen, weil sie die Wiederholungsprüfung nicht schaffen. "Das ist oft unnötig. Da müssen Schüler ein Jahr wiederholen, die in 12 von 13 Fächern positive Noten hatten," sagt Tumpel. Automatisches Aufsteigen für Schüler mit nur einem Nichtgenügend im Jahreszeugnis würde den Eltern teure Nachhilfekosten für den Nachzipf ersparen.

"Wenn das Frühwarnsystem verbessert und im Folgejahr Förderunterricht angeboten wird, ist den Schülern mit automatischem Aufsteigen oft mehr geholfen als mit der
Wiederholung einer Klasse," so Tumpel.

Tumpel schlägt vor:
+ In den Schulen muß verstärkt Förderunterricht angeboten werden.

+ Ältere Schüler sollen ihren jüngeren Mitschülern in der Schule Nachhilfe-Unterricht geben.

+ Während des Unterrichtes sollte der Stoff immer wiederholt und gefestigt werden bevor ein neuer Inhalt vermittelt wird.

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